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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

1A“: 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1912. 
An der Ostseite des Fahrwassers von den Low-Inselchen bis hinauf zu 
den Hope-Inseln auf 15° 45’ S-Br. und 145° 27’ O-Lg. sind keine besonderen Land- 
marken, jedoch dürften sich die dort liegenden Riffe bei klarem Wetter kenntlich 
machen. Die Hope-Inseln sind kleine niedrige mit Buschwerk bestandene Sand- 
inseln, die 8,5 m aus dem Wasser ragen. Jede der beiden Inseln wird von einem 
Riff umgeben, das aber bei Niedrigwasser trocken liegt und immer deutlich zu 
erkennen ist, Eh (a)-Riff, das etwa in der Mitte zwischen dem nordwestlichen 
Ausläufer der Hope-Inseln und dem Festlande liegt, wird durch eine schwarze 
Bake mit viereckigem Toppzeichen gekennzeichnet. Bee (b)-Riff, 5 Sm nordnord- 
westlich von der nordöstlichen Hope-Insel gelegen, hat an seinem Südostende eine 
0.9 m aus dem Wasser ragende Sandbank, an seinem Nordwestende eine solche, 
die bei Niedrigwasser 1.5 m trocken liegt, Cairns-Riff liegt nordöstlich von den 
Hope-Inseln. Zahlreiche große Felsenblöcke ragen bei fallendem Wasser an 
seiner Süd- und Westkante 1.5 m bis 2.4 m aus dem Wasser, Cee (c)-Riff liegt 
etwa 4 Sm nordnordöstlich von der Archer-Huk, Es hat an seinem Nordwest- 
ende eine kleine Sandbank, die bei Niedrigwasser 2.4 m über dem Wasser liegt. 
Eine schwarze Bake mit Vierecktoppzeichen steht ungefähr auf der Mitte des 
Riffes, Dee (d)-Riff, 2'!/. Sm östlich von der Monkhouse-Huk gelegen, ist bei 
Nipphochwasser überflutet; an seinem Nordwestende liegt jedoch eine Sandbank, 
die bei Niedrigwasser 1.5 m über dem Wasser liegt; eine schwarze Bake mit 
Vierecktoppzeichen steht auf dem Nordwestende dieser Sandbank. E-Riff, etwa 
8 Sm östlich von der Monkhouse-Huk gelegen, wird ebenfalls bei Hochwasser 
überflutet, es ist jedoch immer sichtbar. Eine Pfahlbake ohne Toppzeichen ist 
auf der Westkante des Riffes errichtet. Turtle-Riff ist immer zu sehen. An 
seiner Südost- und Ostseite sieht. man verschiedene große schwarze Felsenblöcke. 
Zum Einlaufen in den Hafen dienen dann die beiden weißen Leuchtbaken 
mit Dreiecktoppzeichen, die westlich von der Stadt auf einer Bank an der Süd- 
seite des Flusses stehen, und die roten und schwarzen Tonnen an beiden Seiten 
des künstlichen Fahrwassers als Landmarken, 
Vorsicht. Auf die richtige Lage und das Vorhandensein der Tonnen und 
Bäken im Fahrwasser innerhalb des Barrier-Riffes kann man nicht mit Sicherheit 
rechnen, da es vorkommt, daß sie vertrieben oder weggewaschen sind. Auch ist 
zu berücksichtigen, daß bei steifem Südostpassat die Formen der als Land- 
marken angeführten Berge manchmal schon nicht mehr auf 5 bis 6 Sm Ent- 
fernung auszumachen sind infolge über den Bergen lagernden Nebels, der häufig 
noch durch den Rauch der von den Eingeborenen angezündeten Buschfeuer ver- 
dichtet wird. 
An- und Einsteuerung. Sowohl von der Torres-Straße kommende Dampfer 
wie auch solche, die von Süden her den Hafen von Cooktown anlaufen, benutzen 
immer das Fahrwasser innerhalb des Barrier-Riffes, Segelschiffe wählen jedoch 
auch öfter auf der ersten Hälfte der Reise den Weg außerhalb des Riffes und 
steuern erst später durch eine der Durchfahrten nördlich oder südlich vom 
Cook-Hafen vom Stillen Ozean (Korallen-Meer) nach dem Fahrwasser innerhalb 
des Riffes. Dieses Fahrwasser bietet jetzt für Dampfer sowie für Segelschiffe 
mit günstigem Winde, nachdem es leidlich befeuert ist und die meisten gefähr- 
lichen Riffe durch Baken gekennzeichnet sind, am Tage bei klarem und sichtigem 
Wetter keine besonderen Schwierigkeiten, wenn man mit Hilfe der vielen Land- 
marken beständig seinen Schiffsort kontrolliert. Alle in den Karten verzeich- 
neten Riffe und Bänke sind am Tage deutlich zu erkennen. Nach Eintritt der 
Dunkelheit, bei regnerischem oder unsichtigem Wetter, ist jedem Ortsunkundigen 
aber dringend zu raten, sofort zu ankern; es ist nirgend die Wassertiefe so 
groß, daß dieses nicht ohne besondere Schwierigkeiten geschehen könnte. Segel- 
schiffe sollten, wenn sie im Sommer durch die Nacht oder stürmischen Südost- 
wind zum Ankern gezwungen werden, immer in angemessenem Abstand nord- 
westlich von dem als Ankerplatz ausgewählten Riff oder Eiland ankern, damit 
sie jederzeit dasselbe auch klaren können, wenn der Wind nach der entgegen- 
gesetzten Richtung umspringen sollte, was in dieser Jahreszeit häufig vorkommt.
	        
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