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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1893, 
79 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. 
Windstärke 
(Beaufort) 
Stat. 
NNEINEIENE!® IESE|SE | SSE | 
— [SSW| SW I|WSW| Ww [WNWINW [NNW Stille 
8212p 82 
3 es 
3,0| 2,8 [3,1 
3,7| 3,0 13,2 
2,1| 1,9 |2,3 
2,11 2,0 11,8 
Bork., | 
Wilh. | | 5? 
Xeit. | 6 | 9 
Ham. [S! 5 
36 
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2,4| 2,7 |2,3 
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X 
Ep 
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Neuf, |3| 615| 2138| 3|8 22 | 3 53/43 0 | 1 
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26 2,8 |2,8 
2,01 1,8 |1,8 
2,8] 2,9 12,9 
Wie Monatzmittel der Temperatur werden für September bis April als Mittel aus 
Us (8a. + 2p. +8p.) und 1% (8a. 4-8 p.), für die Monate Mai bis August als Mittel aus 
!/a (Max. + Min) und 1/2 (8 a. -+ 8 p.) berechnet, wo 8 a, 2 p., 8 p., Max. und Min. der Reihe nach 
das Mittel der Temperatur um 8a., 2 p., 8 p., bezw. der täglichen Maximum- und Minimum- 
Temperatur bedeuten. Die übrigen Mittel sind als arithmetische Mittel aus den je drei Termin- 
werthen abgeleitet. 
Die Temperaturänderungen von Tag zu Tag bedeuten die mittlere Veränderung der 
Temperatur für Zeiträume von 24 Stunden ohne Rücksicht auf das Vorzeichen. 
Die Tage mit Niederschlag werden gezählt auf Grund der Angaben des Regenmessers, 
ohne Rücksicht auf die Natur der Niederschläge. 
Von den vieljährigen Mitteln beziehen sich die für Temperatur und Niederschlag zu 
Grunde gelegten 15jährigen auf den Zeitraum 1876/90, die 30jährigen des Luftdrucks auf den Zeit- 
raum 1851/80, während die vieljährigen Monatsmittel der Windgeschwindigkeit aus allen bis 1891 
einschl. vorhandenen Anemometer-Registrirungen abgeleitet wurden; hierbei kamen für Hamburg und 
Borkum die ersten Jahrgänge Registrirungen nicht in Betracht, da die jetzige Aufstellung der Anemo- 
meter von der ursprünglichen zu erheblich abweicht, um vergleichbare Werthe zu geben. 
Als Sturmnorm sind untere Grenzwerthe für die stündliche Geschwindigkeit bei stürmischen 
Winden zu verstehen, welche in Beiheft II des „Monatsberichtes der Deutschen Seewarte, Jahr- 
gang 1890“ abgeleitet wurden. Als Tage mit Sturm wurden diejenigen Tage gezählt, an welchen 
die mittlere Windgeschwindigkeit im Mittel mindestens einer Stunde die betreffende Sturmnorm 
erreichte oder übertraf, 
Wo Störungen im Gange der Anemometer vorkamen, ohne dafs die durchschnittliche stünd- 
liche Geschwindigkeit für diese Zeit ermittelt werden konnte, sind die Monatsmittel der Wind- 
geschwindigkeiten kursiv gedruckt; die Daten der Tage mit derartigen Störungen, an welchen 
stürmische Winde beobachtet wurden, sind, mit Fragezeichen versehen, hinzugefügt, ebenso für 
Rügenwaldermünde, welches kein Anemometer besitzt. 
Durch kursive Ziffern sind allgemein alle Werthe gekennzeichnet, bei deren Ableitung 
interpolirte oder ergänzte Zahlen mitbenutzt werden mufsten. 
Denkwürdig wird dieser Monat bleiben durch die ungewöhnlich grofse 
ünd anhaltende Kälte, welche in der Zeitschrift „Das Wetter“ von Herrn Prof, 
van Bebber unter dem Titel „Die letzt verflossene Frostepoche“ eingehend 
behandelt worden ist. 
Das am Ende Dezember über dem Bottnischen Busen erstarkende und 
nach der Nordsee vorbuchtende Maximum gewann Anfang Januar schnell an 
Intensität und Ausdehnung, wobei ungewöhnliche hohe Barometerstände erreicht 
wurden, so am 3. in Archangel 793,6, in Kargopol 795,2, am 4. in Haparanda 790,8; 
es verlagerte seinen Kern höchsten Druckes nach dem Innern Russlands und 
beherrschte am 5. und 6. ganz Europa, nachdem eine am 1. über Pommern 
lagernde Depression (skandinavischer Herkunft) nach der Nordsee gedrängt 
worden war und sich ebenso wie die Anfang Januar über dem Mittelmeer 
gelegene Depression ausgefüllt hatte. 
An diesen Tagen stand der ganze Kontinent unter der Herrschaft südöst- 
licher Winde, welche durch eine am 7. gegen den Kanal vorschreitende Depression 
weiteren Antrieb erhielten. Indessen sank der Druck im Osten, und jene De- 
pression trat in Verbindung mit einem über Finnland erschienenen Minimum, so 
dafs am 10. eine von der Biscaya-See nach Finnland reichende Furche niedrigen 
Druckes den immer mehr zurückweichenden hohen Druck im Osten von einem 
sich im NW kräftig entwickelnden Hochdruckgebiet schied, welches am 10. bis 12. 
Nordeuropa beherrschte und für die Küste nördliche und nordöstliche Winde bedingte.
	        
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