Von Teneriffa nach Bahia. — Notizen.
{3
steuert auf das innere Fort, vor welchem ebenfalls Brandung; auch bei dieser
geht man nahe heran und steuert dann direkt auf das Wasserthor zu. Vom
Mittelwasser an geht man besser durch die Brücke und zwar den zweiten Bogen
von rechts, und legt dann gut in einem kleinen Hafen an. Bei tiefer Ebbe steuert
man innerhalb des ersten nordöstlichen Riffes auf den inneren Zollhausthurm, 8o-
bald man die Südostseite der Insel Mogador frei sieht, und geht dann durch einen
achmalen Kanal zwischen zwei Riffen. Der Anlegeplatz ist dann an der Ostseite
des inneren Forts, Derselbe ist bei Hochwasser überspült, und sind die Riffe
meistens trocken. Diese Anweisung soll nur zur Orientirung für den Fall dienen,
dafs kein Lootse zur Hand. Ist dieser zu bekommen, wofür der Konsul sorgt,
so soll man ihn nehmen.
Proviant ist nur in kleineren Quantitäten vorräthig, lebende Hammel,
Ochsen und Hühner sind in mäfsiger Anzahl käuflich. Gemüse ist sehr selten,
Wegen des Geldes wird auf das bei Casablanca Gesagte Bezug genommen.
Von Mogador geht zweimal wöchentlich ein Postbote nach Casablanca
und trifft dort die Post nach Tanger. Er braucht von Mogador nach Casablanca
4'/a Tage.
Von Teneriffa nach Bahia.
(Aus dem Reiseberichte S. M. S. „Gneisenau‘“, Kommandant Korv.-Kapt. STUBENRAUCH).
Am 11. November vormittags verliels ich die Rhede von Sta. Cruz.
Ich habe mich auf .der ganzen Reise, besonders da ich schon östlich von
Ferro stand, nach dem Segelhandbuch für den Atlantischen Ocean gerichtet. Das
Buch hat für den raschen praktischen Gebrauch den Nachtheil, dafs zuviel darin
enthalten. Hat man dasselbe aber durchstudirt und sich die betreffenden Stellen
angestrichen, so dafs man also einen Auszug erhält, den man schnell übersehen
kann, so ist dasselbe von aufßserordentlichem Nutzen, und ich habe auf der ganzen
Reise fast genau die Verhältnisse angetroffen, welche dort geschildert werden.
Auch südlich der Linie fand ich die Verhältnisse fast genau den Angaben
des Segelhandbuches entsprechend. Besonders zutreffend war dies bei den Strom-
verhältnissen zwischen St. Paul-Insel und dem Festlande. Weiter nach Süden
fand ich geringen Südweststrom, der, wie ebenfalls angegeben, in der Nähe von
Land fast ganz aufhörte.
Am 6. Dezember 1892 gegen Abend ankerte ich im Hafen von Bahia.
Das in den „Nachrichten für Seefahrer“ No. 52/1890 — 1fd. No. 2867 —
angegebene Signal wird nicht, wie dort bemerkt, von dem Fort Gamboa, sondern
von einem vor demselben liegenden Zoll- und Quarantänekreuzer gegeben.
Notizen.
1. Die antarktische Walfischfänger-Flotte.*) Das Organ der Londoner
Geographischen Gesellschaft schreibt: „Ein Telegramm aus Montevideo vom
13. Januar enthält Nachrichten über das Fortschreiten der Walfänger von Dundee
nach den antarktischen Regionen und berichtet, dafs Alle an Bord gesund waren.
Ueber den Abgang der Flotte von Dundee am Anfang September ist bereits
berichtet worden. Die „Balaena“, welche die vollständigste wissenschaftliche
Ausrüstung hat, erreichte Port Stanley auf den Falklands-Inseln am Ende No-
vember. Der „Active“ erreichte denselben Hafen am 8. und die „Diana“ am
11. Dezember. Der „Polar Star“, welcher keine Anweisung hatte, Port Stanley
anzulaufen, wurde auf der Höhe des La Plata gesprochen am 16. November.
Er hatte viele leichte Winde und Stillen gehabt, wodurch die lange Reise aller
Schiffe erklärt wird. Wir hoffen in wenigen Wochen Briefe zu erhalten, welche
über die bisherigen wissenschaftlichen Beobachtungen vorläufige Auskunft geben,
Bevor die Resultate der Arbeit im antarktischen Eise bekannt werden, müssen
freilich noch mehrere Monate vergehen.“
1) Vgl. diese Annalen, 1892, S. 357.
ÄAun, d, Hydr. ete., 1893, Heft II.