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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Ueber Leuchtfeuer., 
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boloidischer Spiegel benutzt, welch letzterer die auf ihn fallenden rückwärtigen 
Strahlen nicht durch die Linse, bezw. das halbe Holophot, sondern direkt 
parallelisirt (siehe Fig. 12). In diesem Umstande liegt ein Vortheil, ferner 
darin, dafs die auf den Brenner fallenden Strahlen nicht verloren gehen. (Nebenbei 
zei in letzterer Hinsicht bemerkt, dafs für die runden ovale Brenner in Vorschlag 
gebracht sind.) 
Eine ähnliche Einrichtung wird für ein festes Feuer von 180° im Azimut 
benutzt. Dasselbe besteht aus der Hälfte eines Fresnel-Apparats, aus dem 
Sektor eines dioptrischen sphärischen Spiegels, und aus einer Reihe von ab- 
gestumpften paraboloidischen Kuppeln. 
5. Azimutal verdichtende Feuer oder Apparate zur Vertheilung 
der Lichtstrahlen. 
a) Feste Feuer, Fresnel’s festes Feuer wird in jedem Azimut gesehen, 
wie bereits angegeben ist, 
Die Divergenz eines einzigen Glas-Holophots beträgt dagegen nur etwa 10°, 
diejenige eines einzigen parabolischen Reflektors etwa 15°. 
In allen dazwischen liegenden Fällen hatte man sich anfänglich mit einem 
Theil des Bienenkorbs begnügt, oder sich verschiedener parabolischer Re- 
fAektoren bedient, von denen jeder seine besondere Lampe haben mufs, um den 
gewünschten Bogen auszufüllen. 
Wenn 180° des Azimuts beleuchtet werden sollen, ist die Anwendung 
eines halben Bienenkorbs mit einem sphärischen Spiegel dahinter vollkommen 
berechtigt. Bei einem kleineren Bogen indessen würde bei einer solchen An- 
ordnung viel Licht verloren gehen. Mehrere parabolische Reflektoren sind kost- 
spielig, auch erfordert die Unterhaltung der Brenner grofse Mittel, 
Es sind daher verschiedene Versuche gemacht, die horizontale Divergenz 
der reflektirenden Apparate zu steigern, 
Um das vorhandene Licht zunächst über 90° des Horizonts zu vertheilen, 
ist die Hälfte eines Feste -Feuer - Apparats mit einem dahinter aufgestellten 
sphärischen Spiegel benutzt. Das 180° austretende Licht soll auf 90° verdichtet 
werden. Es geschieht dies durch seitlich aufgestellte vertikale Prismen, 
welche je 45° der seitlich austretenden Strahlen so ablenken, dafs sie mit den 
übrigen direkten zusammenfallen. 
Um gröfsere wie kleinere Bogen als den Quadranten zu beleuchten, 
ist Folgendes vorgeschlagen: 
Sämmtliches Licht wird zunächst durch einen Holophotal-Apparat in ein 
einziges Bündel von parallelen Strahlen gesammelt, und die so kondensirten Strahlen 
werden darauf einer zweiten Wirkung unterworfen, durch welche jede beliebige 
Divergenz erzielt werden kann. Es geschieht dies durch einen einzigen oder 
mehrere Sätze von geraden brechenden Prismen vor dem Holophot. Die 
Brechung findet in der horizontalen Ebene statt. Die gebrochenen Strahlen 
konvergiren nach einem Brennpunkt auf der Vorderseite und divergiren von 
diesem Punkte aus wieder unter demselben Winkel (Fig. 13). 
Je nach der Konfiguration der Küste werden in Bezug auf die Beleuchtung 
mehrerer Azimute sowie hinsichtlich der Lichtstärken verschiedene An- 
forderungen an ein Feuer gestellt werden müssen, denen durch die Kombination 
verschiedener Beleuchtungsapparate in Verbindung mit kondensirenden bezw. 
Hülfsprismen begegnet werden mus, 
Auch für die Seitenlichter von Schiffen ist das azimutal verdichtende 
Princip anwendbar und ausgeführt worden. Es besteht aus 180° von Fresnel’s 
festem Feuer, aus azimutal verdichtenden Glasprismen und aus einem halbkugel- 
förmigen Spiegel für die Rückenstrahlen, welcher auch durch andere Anordnungen, 
z. B. Differential-Reflektoren, ersetzt werden. kann. Das erzeugte Licht erscheint 
in dem vorgeschriebenen Winkel (Fig. 14). 
Feste Feuer für ungleiche Sichtweiten, welche den ganzen 
Horizont beleuchten, können durch einen Feste-Feuer-Apparat, kombinirt mit 
holophotalen Sektoren, hergestellt werden, deren Strahlenbündel durch Zer- 
streuungs-Apparate (Divergirer) über die verlangten Bogen ausgebreitet werden. 
Der Beobachter erblickt also ein festes Feuer, welches in den Azimuten, wo 
die Holophot-Sektoren und Divergirer sich befinden, weiter sichtbar ist. 
Ann. d. Hydr. etc., 1893, Heft 11.
	        
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