56 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1893,
eine horizontale Axe (nicht wie bei den festen Feuern um eine vertikale).
Die Strahlen werden also nicht in vertikalen Strahlentafeln, die in der Horizon-
talen divergiren, sondern in der Form von konecentrischen hohlen Crylindern
gesammelt.
Nach diesem Princip von Stevenson wurde 1851 das Drehfeuer von
Pedra-Branca bei Singapore errichtet.
Vorstehender Apparat (Fig. 4 und 5) erfuhr durch Beseitigung des (me-
tallenen) Spiegels und Ersatz desselben durch eine polygonale, total reflektirende
Halbkugel von Glas eine weitere bedeutende Verbesserung. In dieser
Anordnung wird alle Reflexion von metallenen Spiegeln verworfen und werden
die Principien der totalen Reflexion und einfacher Refraktion durch Glaskörper
an ihre Stelle gesetzt.
Die Glasringe bilden einen Spiegel, wie Fig. 6 zeigt; der übrige Apparat
ist unverändert.
Sämmtliche rückwärtigen Sirahlen der Flamme werden nach dem Fokus
zurück reflektirt und vereinigen sich dann mit denjenigen der vorderen Halb-
kugel (Fig. 7).
Die ringförmigen Glasprismen wurden anfänglich durch Rotation um die
horizontale Axe erzeugt. Später wurde die vertikale Axe adoptirt, indem
die Zonen voneinander getrennt und in Segmente getheilt wurden.
Bei Drehfeuern nach katadioptrischem System wird die vereinte Kraft
mehrerer Apparate benutzt, um ihrer geringen Größe nachzuhelfen, Jeder
Apparat hat seinen eigenen Brenner, und alle sind auf einem rotirenden Rahmen
befestigt.
Dieselbe Wirkung kann indessen, wenn die Verdichtung alles Lichtes
in ein Bündel nicht erforderlich, durch einen einzigen Brenner erzielt
werden, um den sich ein polygonaler Rahmen dreht, der in ringförmiger An-
ordnung eine Zahl oben und unten mit parabolischen Spiegeln versehener
Linsen trägt (Fig. 8). Das centrale Licht wird also auf die einzelnen Linsen etc.
gleichmäfsig vertheilt, und die Blinke wechseln miteinander ab.
Ebenso kann, wenn das volle Licht nicht erforderlich, das diop-
trische Holophot mit einem centralen Brenner angewendet werden. Der poly-
gonale Rahmen trägt an jeder Seite eine Linse und Sektoren von total
reflektirenden Prismen. Kine achtseitige Glaskuppel würde also acht Bündel
paralleler Strahlen ausstreuen (siehe Fig. 9).
In den Fällen, wo der Leuchtthurm mit einer Seite dem Lande zugekehrt
ist, wird ein total reflektirender fester Spiegel benutzt, um mit dem rückwärts
nicht gebrauchten Licht die Blinke des rotirenden Apparats seewärts zu verstärken.
3. Das feste Feuer mit Blinken ist eine Erfindung von Fresnel. Es
entsteht am einfachsten durch die Kombination eines festen mit einem Drehfeuer.
Die centrale Flamme, von einem rotirenden Rahmenwerk umgeben, zeigt
durch die Anordnung der Sektoren abwechselnd festes Feuer und Blinke (Fig. 10).
L—p = Linsen und {total reflektirende Prismen für Drehleuer.
L—‘ = Cylindrische Refraktoren und Feste-Feuer-Prismen,
4. Unterbrochenes Feuer. Dasselbe unterscheidet sich von dem all-
mählich in Sicht kommenden und verschwindenden Drehfeuer durch das Plötzliche
seiner Wechsel.
Dreht sich der Apparat (Fig. 11) um eine centrale Flamme, dann wird
Dunkelheit erzeugt, sobald die Hinterseite der Sektoren eines sphärischen Spiegels
S dem Auge zugekehrt ist. rır sind Felder aus einem Feste-Feuer-Apparat. Das
direkte Licht derselben wird durch das auf die Spiegel fallende verstärkt. Auf
diese Weise entsteht plötzlicher Wechsel zwischen Dunkelheit und Licht.
Eine größere Geschwindigkeit bei leichterer Maschinerie kann erreicht
werden, wenn man einen halbkugelförmigen Spiegel (oder getrennte Sektoren
desselben) um den Brenner eines festen Feuers rotiren läfst, dessen Glaswerk
stationär bleibt.
Eine Verbesserung des halben Holophots von 180° Spannweite ist, wie
folgt, vorgeschlagen:
An Stelle des Spiegels für die rückwärtigen Strahlen werden ein kleinerer
dioptrischer sphärischer Spiegel, bezw. ein Sektor, welcher nur etwa 60°
der rückwärtigen Strahlen durch den Brennnunkt zurücksendet, und ein para-