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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

354 Eingänge von meteorologischen Journalen ete., Februar 1885, 
21,5° W-Lg befunden. Bei jener Bark wehte damals der Wind aus SEzE mit 
der Stärke 7, während diese von einem Winde aus WNW (9) begünstigt wurde, 
Noch ein anderer Mitsegler, die Hamburger, von Hongkong nach Havre segelnde 
Bark „Papa“, welche südliche Breite in 21,8° W-Lg am 14. Dezember ver- 
lassen hatte, sichtete am 24. Januar die Thürme von Lizard. Der Standpunkt 
dieses Schiffes war am Mittag des 18. Januar in 46,2° N-Br und 178° W-Lg 
gewesen. Der dort an diesem Tage beobachtete Wind war um Mittag SSW (5), 
am 6b p. m. N (3) und um 12* p. m, NNE (3) gewesen. 
3. Reise der Elsflether Bark „Inca“, Kapt. J. 6. @efken. 
Am 10. April 1884 verliels die mit Petroleum beladene Bark „Inca“ 
den Hafen von New- York, um nach Java zu segeln, Der leichte Westwind, bei 
dem diese Reise angetreten wurde, hielt bis zum 13. April an. An diesem 
Tage veränderte sich der inzwischen kräftiger gewordene Wind, in geringer 
Entfernung von 37° N-Br und 65,5° W-Lg, nach Nord, um sich dann in dieser 
und der östlichen Richtung für lange Zeit zu halten. Es wurde in der That 
nördlich vom Passatgebiet kein anderer als Ostwind wieder angetroffen. Die 
polare Passatgrenze schien am 29. April in der Nähe von 25,8° N-Br und 
36,5° W-Lg zu liegen. Dort wurde der schon seit mehreren Tagen wehende 
NE-Wind für wenige Tage durch leichte Mallung und Stille unterbrochen, auf 
die später der frische beständige Passat folgte. Derselbe dehnte sein Gebiet 
bis nach 3,5° N-Br in 25,3° W-Lg aus. Um den in diesem Punkte betretenen 
Stillengürtel zu überschreiten, waren 4 Tage erforderlich, Nach dieser Zeit 
gelang es, den in etwa 1,2° N-Br und 25,2° W-Lg einsetzenden SE-Passat 
wieder anzutreffen, bei dem „/nca“ bis zum 14. Mai zu der in 25,5° W-Lg 
äberschrittenen Linie segelte. Um zu derselben von New- York her zu gelangen, 
waren 34 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit hatte man 30° N-Br 
in 39,4° W-Lg am 27. April, 20° N-Br in 35° W-Lg am 1. Mai, 10° N-Br in 
28,8° W-Lg am 6. Mai, 70° W-Lg in 38,4° N-Br am 11. April, 60° W-Lg in 
35,6° N-Br am 15. April, 50° W-Lg in 364° N-Br am 20. April und 40° W-Lg 
in 30,9° N-Br am 27. April gekreuzt. 
Der südlich vom Aequator anfänglich nur noch sehr schwach auftretende 
Passat nahm nach kurzer Zeit an Stärke zu, und wurde das Schiff dann bis 
nach 11° S-Br hin von frischem Winde begleitet. Südlich von diesem Parallele 
wehte der Passat wieder nur sehr schwach und schon unweit von 14,5° S-Br 
in 32,8° W-Lg endete derselbe am 21. Mai. Nachdem der sich hier einstellende, 
wiederholt von Stillen unterbrochene, leichte nordöstliche Zug etwa 2 Tage 
lang angehalten hatte, wurde er wieder durch kräftigen SE-Wind verdrängt, 
Bei demselben stieg das Barometer, welches bei 14,5° S-Br auf 764,5 mm ge- 
zeigt hatte, bis zu dem in der Nähe von 19° S-Br in 33,5° W-Lg abgelesenen 
höchsten Stande von 771,0 mm. Der sich später ganz langsam nach links ver- 
ändernde ÖOstwind begleitete die Bark bis über 31° S-Br hinaus. Unweit von 
315° S-Br in 27,7° W-Lg lief der frische Wind am 31. Mai durch N nach 
NNW. Im westlichen Halbkreise hielt sich der Wind jedoch nicht lange, man 
traf später vielmehr noch an mehreren Tagen wieder östliche Winde an, durch 
die der Verlauf der Reise bedeutend verzögert wurde. Bei kräftigem, am 
Tage vorher durchgekommenen Westwinde ging „Inca“ am 10. Juni in 41° S-Br 
von westlicher in östliche Länge über. Der 10. Juni war der 27. bis dahin in 
züdlicher Breite zugebrachte Tag. Während dieser Zeit hatte man: 10° S-Br 
in 32,5° W-Lg am 19. Mai, 20° S-Br in 34,6° W-Lg am 25. Mai und 30° S-Br 
in 30,2° W-Lg am 30. Mai gekreuzt. Am 6. Juni hatte sich „/nca“ in Sicht 
von der Insel Tristan da Cunha befunden, 
In östlicher Länge suchte „/nca“ den Parallel von 42° S auf, um dort 
die erforderliche Länge abzulaufen. Als man sich aber am 14. Juni in der 
Nähe von 42° S-Br in 14° O-Lg befand, wurden dort mehrere Tage anhaltende 
theils stürmisch wehende SE-Winde angetroffen, die das Schiff wieder in 
niedrigere Breiten zurückdrängten. Als sich am 18. Juni wieder Westwinde 
einstellten, kehrte die Bark nach jenem Parallele zurück, Nach dieser Zeit 
nahm die nun von fast ungestört wehenden Westwinden begünstigte Fahrt einen 
ganz befriedigenden Verlauf. Unerwünscht war jetzt nur die manchmal über- 
grofse Windstärke.‘ Wegen derselben mulste man während eines vom 30. Juni
	        
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