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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Notizen. 
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abschätzen. KEfsbare Schildkröten kann dieser Herr in Aldabra und den drei 
oenachbarten Inseln dieser Gruppe in weit gröfserer Menge herbeischaffen, als 
Nachfrage danach ist, und vermag Aldabra allein 12000 bis 15000 Stück in 
einem Jahre zu liefern, Da keine Dampfschiffe bei Aldabra anlegen, ein kleiner 
Schoner dies nur zwei- bis dreimal im Jahre thut, derselbe aber zur Rückfahrt 
nach Mahe ziemlich viel Zeit beansprucht, so geht die Mehrzahl der auf dem- 
selben verschifften Schildkröten ein, ehe sie ans Land gebracht werden, — 
Schatten und Seewasser sind zwei nothwendige Bedingungen für einen erfolg- 
reichen Transport dieser Thiere. Der Marktpreis einer 300 bis 450 Pfund 
schweren Schildkröte schwankt in Mahe6 je nach der Menge der angebotenen 
Waare zwischen 18 bis 30 Rupies. — Felsen-Austern lassen sich massenhaft 
herbeischaffen und sind nach Herrn Griffith’s Ausspruch vorzüglich. Herr Spurs 
zlagt sehr über den dortigen Regenmangel, was die Kultur der wenigen Nähr- 
pflanzen, die er hier und dort auf etwas besserem Boden anbauen kann, sehr 
beeinträchtigt. Auf Cosmoledo, der benachbarten Insel, finden sich grofse Herden 
wilder Ziegen. Die Färbeflechte, Roccella tinctoria, wächst namentlich auf den 
Mangrovebäumen Aldabra’s, Herr Spurs verkauft die Tonne in England für 
900 Mk., doch ist der Ertrag unbedeutend. Zu Aldabra gehören noch mehrere 
kleine abgelegene Koralleninselchen, die mit der Zeit das Aussehen eines 
gewaltigen Pilzes angenommen haben, und einen Durchmesser bis zu 15 m auf- 
weisen. 
Im Spätherbst desselben Jahres wurden diese Inseln von einem Amerikaner, 
Dr. Abbott, besucht, der dort geologische und einige botanische Sammlungen 
anlegte. Aus seinem Schreiben an den Direktor der Kew-Gärten dürften folgende 
Einzelheiten von Wichtigkeit sein. Als er Ende September in Adalbra anlangte, 
standen nur wenige Pflanzen in Blüthe oder Frucht, viele hatten dagegen keine 
Blätter. Die regenlose Periode hielt noch zwei Monate an und aller Pflanzen- 
wuchs verdorrte, Endlich im Dezember traten schwere Regengüsse ein, die bald 
ein verhältnifsmäfsig üppiges Vegetationsbild hervorriefen. Schimmel und 
furchtbar gefräfsige Ameisen waren beim Einsammeln und Trocknen von Pflanzen 
and Thieren sehr störend. Die einzigen jetzt in Aldabra vorkommenden Bäume 
sind Casuarinen und Mangroven, letztere oft mit einer Stammhöhe von 15 bis 
20 m, früher müssen, nach den abgestorbenen Stumpfen zu schliefsen, „Porche“ 
und „Rose-wood“ beträchtliche Dimensionen erreicht haben, jetzt treten sie nur 
in kleinen Exemplaren auf. Fast der ganze Pflanzenwuchs besteht aus meter- 
hohen Sträuchern, und das Fehlen von kleinen Pflanzen ist wohl auf den Mangel 
an gutem Boden, auf grofse Hitze und Dürre zurückzuführen, Nach Dr. Abbott’s 
Schätzung dürfte die dortige Flora kaum mehr als 35 phanerogamische Arten 
umfassen. (Dr. Goeze, im „Globus“, 1893, S. 213.) 
2. Lota in Chile. In dem meteorologischen Journal der Bark „Caroline 
Behn“, Kapt. H. Rickert, findet sich die folgende, auf die Ansegelung und 
das Verlassen dieses Hafens bezügliche Aufzeichnung: „Auf unserer Reise von 
Buenos Ayres nach Lota peilten wir um 4 Uhr nachmittags den 18. Januar 1890 
die Insel Mocha S0!/20 mw. Bei mäfßigem bis frischem südöstlichem Winde 
wurde dann bis 8 Uhr abends NOzO und von da bis 12 Uhr nachts NzW 1! W 
yesteuert, worauf das Schiff mit B. B.-Halsen beigedreht wurde. Um 4 Uhr 
wendeten wir und steuerten bei dem Winde nach der Küste. Um 6 Uhr liefen 
wir in einen dichten Nebel, was uns veranlafste, wieder zu wenden. Nach Ver- 
lauf von einer halben Stunde klarte das Wetter auf, und die Küste kam in 
Sicht, welcher dann bei einer steifen Briese entgegengesegelt wurde. Um 8 Uhr 
morgens den 19. Januar durchfuhren wir die Passage zwischen der Insel Santa 
Maria und dem Festlande. In der Arauco-Bai wurde es windstill, und erst gegen 
Mittag kam ein leichter Südwestwind durch, der uns bald in die Bai von Lota 
führte, wo wir auf einer Wassertiefe von 18 m — 10 Fad. — über hartem Sand- 
grund ankerten. Der Hafen von Lota ist sehr klein, aber in seinem oberen 
Theil ziemlich gegen alle Winde geschützt. Es ist nicht Raum genug vorhanden, 
um auf dem Ankerplatz unter Segel gehen zu können, vielmehr mufs zu diesem 
Zweck das Schiff aus der Bai gewarpt werden. Als gute Ansegelungsmarken 
(ür Lota, wenn man durch die Strafe zwischen der Insel Santa Maria und dem 
Festlande kommt, dienen ganz besonders zwei Schornsteine, welche über das 
ziemlich hohe Ufer hervorragen und ihres beständigen Rauchens wegen schon in
	        
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