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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

306 Annalen der Hydrographie und Mari:imen Meteorologie, Dezember 1893, 
Santa ‚Agata, zwischen Punta San Francesco di Paola und dem Kloster del 
Salvatore dei Greci, zwischen Mili und der Citadelle von Messina, zwischen 
Capo S. Alessio und Capo Scaletta. 
An der kalabrischen Küste verursacht ferner die Ebbe Gegenströmungen 
zwischen Punta Calamizzi und dem Dorfe Catona und zwischen Punta Pellaro 
und Torre Lupo. Fast ganz ruhig ist das Wasser zwischen Catona und Punta 
del Pezzo. Die Bastardi ferner, die mit der Fluth an der sizilianischen Küste 
entstehen, findet man zwischen Capo Peloro und Torre di Faro, zwischen 
Francesco di Paola und der Einsegelung des Hafens von Messina; in Kalabrien 
zwischen Alta Fiumara und Punta del Pezzo, welche letztere Gegenströmung 
bis zur Hälfte des Einganges der Meerenge sich erstreckt, 
Das Zusammentreffen dieser beiden Strömungen erregt das Meer und ver- 
ursacht eine Reihe starker Rückströmungen oder Strudel, welche als Scale di 
mare bezeichnet werden. 
Die Garofani, wie sie von den Orts- und Sachkundigen- genannt werden, 
sind Rückströmungen und Strudel, welche sich im Punkte des Zusammenstolses 
entgegengesetzter Strömungen bilden, wie auch dort, wo diese, auf bedeutende 
Unebenheiten des Grundes stofßsend, ein Hindernifs ihrer Entwickelung finden. 
Die beachtenswerthesten Garofani sind die vor Scilla und Torre di Faro; 
der letztere wird Cariodi genannt. Minder wichtig sind ferner die von Santa 
Agata, Punta Grotte, Salvatore dei Greci, Punta Pezzo und Catona. 
Die Gezeiten-Strömungen im Innern des Hafens von Messina währen 
je 3 Stunden mit einem dreistündigen Stillwasser-Intervall. Mit der Fluth 
strömen sie die Landzunge von San Ranieri streifend, mit der Ebbe hingegen 
oerühren sie die Porta di San Francesco di Paola, wobei das Wasser nahe bei 
der „Sanita‘“ ziemlich bewegt ist. Die Strömung ist bei der Küste stärker als 
in Mitte des Hafens; die Fluth erreicht ihren Wendepunkt 1 Stunde vor dem 
Durchgange des Mondes durch den Meridian, die Ebbe 5 Stunden nach diesem; 
Unregelmäfsigkeiten sind jedoch nicht selten. 
Notizen. 
1. Die Aldabra-Inseln. Im Juli-Heft des „Kew-Bulletin“ 1893 finden 
sich Nachrichten über diese selten besuchte, nordwestlich von Madagaskar unter 
etwa 9° 30‘ S-Br gelegene Gruppe von Koralleninselchen. Sie haben einen 
ungefähren Umfang von 30000 Morgen, zeigen aber nur eine Höhe von. gegen 
60 m; die Küste wird von Mangroven eingesäumt, und Wald bedeckt den größeren 
Theil der Bodenfläche, Hier ist das Heim einer riesigen Schildkröte (Testudo 
elephantina), welche in ihrer Gröfse mit jener der Galapagos-Inseln (Testudo 
elephantopus) verglichen werden kann. Neuerdings unternahm der Administrator 
der Seychellen, Herr T. R. Griffith, eine Reise nach diesen Inseln. und seinem 
Berichte an das Colonial Office ist Folgendes entlehnt: 
Nach einer dreitägigen Ueberfahrt langten wir am 20. Mai (1892) in 
Aldabra an, wo die „Redbreast“ in den Hauptkanal einfuhr. Es macht sich dort 
bei. jedem Steigen und Fallen der Fluth eine Strömung von. wenigstens 6 Knoten 
oemerkbar, gegen welche. nur Dampfschiffe aufkommen können. Herr Spurs, 
an welchen diese Insel verpachtet ist, bat ganz auf der entgegengesetzten Seite 
Jlerselben. seipen . Wohnsitz. . aufgeschlagen; das Schiff ankerte tags darauf 
auf. dem von ihm vorgeschlagenen: Platz bei 17 Fad. Wasser. Die Insel zeigt 
eine höchst eigenthümliche Bildungsweise, sie besteht zumeist aus einer sehr 
alten.. Korallenmasse, die seit vielen Jahrhunderten vom Meere bespült wurde, 
am alle weichen Theile auszuwaschen; das, was übrig geblieben, ist hart und 
zerklüftet. und deshalb schwer zu begehen. Befremdend ist es zu sehen, wie 
kleine Bäume, Sträucher und wilde Weinreben überall gedeihen; und die riesigen 
Landschildkröten haben: an. diesen schwer zugänglichen und weit ausgedehnten 
Plätzen ein angenehmes und für ihre Fortpflanzung günstiges. Heim gefunden. 
Als Herr Spurs zuerst nach Aldabra ging, glaubte er, dafs nur noch ein kleiner 
Restbestand von diesen Schildkröten auf“ der Insel anzutreffen sei; nach seinen 
jetzigen Aussagen lassen sich dieselben eher nach Tausenden als nach Hunderten
	        
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