478 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1893.
Schwankungen unterworfen, besonders beim Magnet II. Es mag hier erwähnt
werden, dals die aus den Beobachtungen mit beiden Magneten abgeleiteten Inten-
sitäten gut mit einander übereinstimmen; in der am Schlusse enthaltenen Tabelle
ist das Mittel aus beiden Bestimmungen gegeben. Als Konstanten der Magnete
sind die früher im Kaiserlichen Observatorium in Wilhelmshaven ermittelten
verwendet.
Die Schwingungsdauern (T) bezw. die Ablenkungswinkel (@) sind auf eine
Normal-Temperatur von 12,5° C reducirt. Der Temperatur-Koefficient («) für
1° C ist bei dem Magnet I: &, == 0,000188,
„II: &u == 0,000230.
Als Ausdehnungs-Koefficient für Stahl (ß’) ist 0,0000108, als solcher für
Messing 0,0000188 gesetzt worden.
Nach der Formel log T, = log T— 0,4343 (} « + f) (t—t,) erhält man
so für Magnet I: log T, = log T — 0,0000456 (t—12,5°)
„IE: log T, = log T — 0,0000547 (t—12,5°).
Bei den Ablenkungswinkeln erhält man aus der Formel log sin %, = log sin g
40.4343 (a +38) (t!—t,) für MagnetI: log sing,=logsing + 0,0001663 (t'— 12,5°)
Magnet II: log sing,=log sin g + 0,0001245 (t!—12,5°)
Für die Formel zur Berechnung der Horizontal-Intensität (H) aus Schwin-
gungen oder aus Ablenkungen oder aus beiden Beobachtungen zusammen sind
die bezüglichen Konstanten (Ci und Ci) für beide Magnete aus den Basis-
beobachtungen im Observatorium zu Wilhelmshaven, welche im April 1889 vor-
genommen wurden, abgeleitet worden unter Berücksichtigung der Aufzeichnungen
der dort aufgestellten selbstregistrirenden Variations-Instrumente. Die Logarithmen
der bezüglichen Konstanten sind für Magnet I: Ci = 9,82283
„ MM: Cn= 9,81937, wobei darauf hin-
gewiesen werden mag, dafs diese Konstanten mit den später ermittelten Tempe-
ratur-Koefficienten der Magnete berechnet sind.
Die ferneren Berechnungen geschahen dann je nach den folgenden
Formeln: n
1. H TYomg also log H= log C— (log T, + 4 log sin g,).
2. H= — also log H= log C + log w— log sin g,.
3. H= Un also log H== log C — log T,* — log u.
Für die Formeln 2 und 3 wird der log u benöthigt, welcher aus den Beobach-
tungen von Schwingungen und Ablenkungen an derselben Station nach der
Formel: log u = 1 log sin #, — log T, abgeleitet und für die zwischenliegenden
Zeiten interpolirt wurde.
Da grundsätzlich für die Beobachtungen die Morgen- bezw. die späten
Nachmittagsstunden ausgewählt wurden, so sind die Temperaturen selbst, die in
Betracht kommen, meist keine sehr hohen, ‚zumal in der Sonne auf eine Be-
schattung der Magnete durch ein vorgehaltenes Tuch Bedacht genommen wurde.
Das Schema für die Beobachtungen der Ablenkungen, das strenge inne-
gehalten wurde, ist folgendes:
A, Einschneiden einer Mire,
2. Ablesen der Meridianstellung der freien Nadel,
3. a) Magnet I, Ostseite, Nordpol nach innen, Temperatur-Ablesung;
»X ” Westseite, ., „ außen,
{ ” Westseite, „innen,
G) « Ostseite, ” „ außen,
‚ Ablesen der Meridianstellung der freien Nadel,
A a, b, ce, d Magnet II (genau wie oben),
8. Ablesen der Meridianstellung der freien Nadel,
7. Einschneiden der Mire.
Bei den Meridianstellungen ist die Zeit notirt.