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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Neumayer: Die wissenschaftliche Erforschung der antarktischen Region, 465 
höchster Punkt in einer von Ross Mount Percy!) genannten Doppelspitze 
besteht, die sich zu einer Höhe von 3700 engl. Fuß (1128m) erhebt. Der ganze 
südliche Abhang derselben scheint einen Gletscher zu bilden, und sind die von 
demselben losbrechenden Eisberge 30 bis 60 engl. Fufs (9 bis 18 m) hoch. Viele 
derselben hörten und sahen wir abbrechen. Einige stürzten herunter in Gestalt 
einer kleinen Lawine und verursachten ein lautes, auf viele Meilen rund herum 
hörbares Geräusch. Nach Norden von der Paulet-Insel und einen KEinschuitt 
zwischen dem niedrigen und dem hohen Lande bildend, lag, was wir damals für 
eine tiefe Bucht hielten. Ross giebt die Position derselben auf seiner Karte 
an. Später erwies sich, dafs dies die östliche Einfahrt zu dem Kanal war, der 
Joinville-Insel von der langen flachen, südlich von ihr liegenden Insel trennt, 
Im Norden von dem Erebus und dem Terror-Golf liegen mehrere kleine Inselchen. 
Zwei derselben sind hohe konische kraterförmige Felsen, welche 4 oder 5 engl. 
Meilen vom Nordufer abliegen, 
Ross hatte vollständig Recht mit seiner Annahme, dafs zwischen der 
Joinville-Insel und dem Louis Philippe-Lande eine von dem Erebus und dem 
Terror-Golf nach den Bransfield Straits im Westen führende Durchfahrt vorhanden 
sei. Durch diese Durchfahrt läuft mit Ebbe und Fluth eine beträchtliche Tide, 
und wir bemerkten eine leichte westliche Dünung, als wir uns derselben näherten. 
Ich kann mich nicht entsinnen, den thurmartigen Felsen, den Ross D’Urville’s 
Monument nannte, gesehen zu haben, aber beinahe in der für dasselbe angegebenen 
Position, wenn auch weiter landeinwärts, befindet sich ein ansehnlicher, ungefähr 
600 engl. Fufßs (183 m) hoher Hügel mit einem kahlen kegelförmigen Gipfel. 
Wenn man diesen vom Süden aus ins Auge fafst, kann man leicht zu der An- 
nahme verleitet werden, er erhebe sich von dem niedrigen Lande aus, nahe der 
Küste. In der Nähe des westlichen äufsersten Endes der Joinville-Insel, welches 
von Ross Bransfield-Spitze genannt worden ist, entdeckten wir einen, in 
östlicher Richtung landeinwärts laufenden Kanal. An der Einfahrt waren zwei 
Pinguin-Brutstellen, eine an jedem Ufer. Ich landete an dem Südufer, sammelte 
Felsproben und besuchte die Brutstelle. Die Proben befinden sich augenblicklich 
in Untersuchung bei Prof. James Geikie. Sie bestehen hauptsächlich aus vul- 
kanischen und schieferigen Felsen, von denen die ersteren meistentheils Basalte 
sind. Die Brutstelle war von einer ziemlich seltenen Pinguin-Abart, der weifs- 
köpfigen Art oder Pygosculis Papua besetzt. Diese Vögel haben ein viel rauheres 
Geschrei als irgend eine von den übrigen gesehenen Abarten. Es waren dort 
nur einige 40 bis 50 Nester im Ganzen. Das Gestade, auf welchem sie gelegen 
sind, bildet eine lange niedrige Spitze, deren Oberfläche kahl war und aus kleinen 
Sachen eckigen Steinen bestand. Hier und da einige wenige Moosfleckchen und 
das Seekraut längs der Küste bildeten.die einzige Vegetation. Indem wir ost- 
wärts den Kanal entlang gingen, den unser Kapitän „Active Sund“ nannte, 
fanden wir, daß er während der ersten 8 bis 10 Sm durchschnittlich 2 Sm breit 
war. Die beiden Ufer laufen einander beinahe parallel, und jedes ist mit einem 
Eisfuße oder einer Eisklippe eingefalst, indem derjenige auf dem Nordufer. un- 
gefähr 60 engl. Fufs (18 m) hoch, der gegenüberliegende etwas niedriger war. 
Hier und da war ein Felsen oder ein kleines Gestade unter dem Klisfulße 
zu sehen. 
Ungefähr 3 oder 4 Sm von der Einfahrt passirten wir den in die Augen 
fallenden, bereits erwähnten Hügel. Derselbe ist auf dem Nordufer gelegen und 
erbebt sich, sehr steil ansteigend, zu einer Höhe von 600 engl. Fufßs (183 m). Er 
bildet eine einzelne abgesonderte Spitze; in diesem Theile des Kanals vor- 
genommene Lothungen ergaben auf 40 (ca 80 m) bis 60 (ca 120 m) und 
80 Fad. (ca 160 m) keinen Grund. An dem Nordufer steigt der Schnee sehr 
steil auf von dem Eisfußse und wird hier und da unterbrochen von einer langen 
Spalte oder einem Kreek oder einer hervorstehenden schwarzen Felskante. An 
dem Südufer verläuft der Eisabhang viel allmählicher; der Schnee erhebt sich in 
ununterbrochenem Aufstiege bis zu der Höhe von 100 bis 150 engl. Fufs 
(30 bis 46 m). Als wir weiter ostwärts kamen, wurde der Kanal breiter und 
wurde in ununterbrochener Verbindung mit der im Norden von der Paulet-Insel 
1) Am 6, Januar 1843, 
Ann. d. Hrdr. etc., 1893, Heft XII.
	        
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