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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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lichen Wind bis zum folgenden Morgen gedampft. Beim Auslaufen aus der 
Strasse sah das Wetter zwar nicht günstig aus, der Wind war bis zum Morgen 
trotz ungemein hohen Barometerstandes NW gewesen, aber es war wenig Dünung, 
so dass ich am 14, Februar um 8 a.m. 100 Sm von ‚der Küste ab war, die 
Feuer ausgehen liess und nördlich segelte. Der Wind, der Morgens noch west- 
lich war, ging schon Nachmittags auf WSW und blieb ziemlich stetig bis zum 
19. Februar, wobei durchschnittliche Etmale von. 150 Sm gemacht wurden. 
Am 19. Februar Morgens wurde es still, und dampfte ich nach Lotay um dort 
Kohlen aufzufüllen; um 7 ankerte „Bismarck“ im Hafen von Lota. In den 
letzten drei Tagen hatten wir an Stelle der überall anyedeuteten östlichen 
Strömung eine westliche Versetzung von resp. 9, 10 und 21 Sm beobachtet. 
Frische Lebensmittel waren in Lota billig und in vorzüglicher Qualität, des- 
gleichen Wasser. Die Kohle von Lota ist bedeutend billiger, als die englische 
in Valparaiso (25 sh. pro ton), dagegen ist die Heizkraft geringer (5 zu 6). Wenn 
es nicht durchaus nöthig ist, englische Kohlen zu nehmen, würde dieser Ort 
Valparaiso bedoutend vorzuziehen sein. Der Kohlen-Export zu Lota belief 
sich im Jahre 1878 auf 140000 tons; weitere 40000 tons wurden in der dortigen 
Kupferschmelze verbraucht, welche zwischen 180 bis 200 000 spanische Quintales 
reines Kupfer (98 %o) produecirt. . 
Am 21. Februar Morgens 5" dampfte ich bei vollständiger Windstille aus 
der Bucht von Lota. Am 22. Februar um 4" 30m p. m. segelte ich in die 
Bucht von Valparaiso ein und ankerte um 5" 30° p. m. mit 160m Kette auf 
60m Wasser.“ 
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Wolf“, Korv.-Kapt. Becks.” 
Ueber den Aufenthalt S. M, Kbt. „Wolf“ zu Colombo (Januar 16—20) 
und über die Reise von Colombo nach Singapore (Januar 20 — Februar 2) hat 
Korv.-Kapt. Becks nachstehenden Bericht eingesendet. 
]. Bemerkungen über Colombo.) 
„Die Rhede von Colombo hat sich während des Aufenthalts S, M. Kbt. 
„Wolf“ daselbst als eine sehr ungünstige erwiesen. Der herrschende und in 
der Stärke von 6 bis 7 wehende Nordwind bringt eine bedeutende See auf, die 
durch Nichts gehindert bis zur Stadt läuft. Die Schiffe liegen während des 
NE-Monsuns in einer nordöstlichen Richtung von der nördlichsten Spitze der 
Stadt auf 16m Wassertiefe oder im inneren Hafen, der durch eine nach Norden 
laufende Landzunge gebildet wird. Das Kanonenboot hatte sich im inneren 
Hafen auf 12m Wassertiefe mit 60m Kette verankert; der Seegang war aber 
auch hier so bedeutend, dass ich anfänglich kaum glaubte, Kohlen aus Leichter- 
fahrzeugen einnehmen zu können. 
Ein augenblicklich im Bau befindlicher Wellenbrecher wird, entgegen dem 
ursprünglichen Plan, bis zum sogenannten Isaurus-Felsen geführt, wodurch der 
Hafen um ein bedeutendes grösser wird, als anfänglich beabsichtigt war. Vom 
Isaurus-Felsen soll der Bau dann in nordnordwestlicher Richtung weitergeführt 
werden. Augenblicklich ist der Damm, aus Betonsteinen bestehend, bis ungefähr 
200m innerhalb des obengenannten Felsen fertig, auch der Untergrund schon 
so weit anfgefüllt, dass zwischen dem /saurus-Felsen und dem Wellenbrecher 
keine Passage für Schiffe mehr frei ist. Sobald dieser Wellenbrecher fertig 
ist, wird der Hafen ein sicherer, jedoch immerhin nur ein kleiner sein, da sich 
der Handelsverkehr von Colombo in den letzten Jahren bedeutend gehoben hat. 
) S. „Ann, d. Hydr. etc.“, 1879, pag. 110. . 
5 Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1875, pag. 420; 1878, pag. 213; Findlay’s „Sailing Directory 
for ga ii Ocean“ (1870), pag. 644, (1876) pag. 928; Rosser-Imray: „Indian Ocean etc.“, 
pag. 428.
	        
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