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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Dezember 1893. 
Der Transport der Kohlen nach dem Depot kann entweder durch ein 
eigens dafür gechartertes Transportschiff von Kuropa aus oder aber in irgend 
einer konvenablen Weise vom Süden Australiens bewerkstelligt werden. 
7. Die Ausstattung an Häusern, Observatorien, Lebensmitteln u. s. w. hat 
nach den Normen zu geschehen, welche sich bei den Unternehmen im Systeme 
der. internationalen Polarforschung bewährt haben. 
Ein Gleiches gilt hinsichtlich der Ausstattung zu wissenschaftlichen 
Arbeiten, jedoch müssen hierbei die Erfahrungen, welche bei den jüngsten Polar- 
Unternehmen zu wissenschaftlichen Zwecken gemacht worden sind, in aus- 
gedehntestem Umfange zur Verwerthung gelangen. 
8. Die Zusammensetzung des Personals anlangend, soll zunächst konstatirt 
werden, dafs ein jedes der Expeditionsschiffe etwa 50 Mann Besatzung haben 
mufs; darunter sind inbegriffen 5 Offiziere und 6 gelehrte Theilnehmer an der 
Expedition, so dafs für die eigentliche Besatzung mit Deckoffizieren und Werk- 
leuten 39 Mann übrig bleiben. Aus dem gelehrten Stab, welcher an Bord 
beider Schiffe sich befindet, wird das Beobachtungskorps für die Südpolar- 
Station ausgewählt, wozu noch einige Handwerker und Arbeitsleute aus der 
Schiffsbesatzung treten. 
Die Besatzung am Depot auf den Macdonald-Inseln besteht aus 2 Offizieren 
oder Gelehrten und 4 oder 5 Leuten Bedienungsmannschaft. 
Aus diesen Umrissen eines Programms für die Erforschung der Südpolar- 
Region geht zur Genüge der Gedanke hervor, der dem Unternehmen zu Grunde 
liegt. Da es wahrscheinlich ist, dafs eine Expedition, welche von England ent- 
sendet werden wird, als Angriffspunkte die Gegenden südlich vom Kap Horn 
oder jene im Meridian von Neuseeland wählen würde, so könnte eventuell ein 
deutsches Unternehmen, ohne Schädigung irgend welcher bereits von jener Seite 
gefafsten Pläne, vielmehr in dieselben förderndster Weise ins Werk gesetzt werden; 
in Wirklichkeit eine erwünschte Grundlage für eine internationale Kooperation 
in der Lösung dieses schwierigsten aller noch vorliegenden geographischen 
Probleme bildend.“ 
Es werden hier wenigstens einige der wissenschaftlichen Motive, theil- 
weise in Anlehnung an den erwähnten Vortrag des Dr. A. Schmidt, näher 
auszuführen sein.') Dr. Neumayer äufserte sich darüber wie folgt: 
„Ks kann keine Veranlassung für ein nochmaliges Eingehen auf die Be- 
deutung einer Durchforschung der Südpolar-Region für die meteorolozische 
Wissenschaft geboten erscheinen; jedem mit dem Gegenstande einigermalsen 
Vertrauten ist dieselbe an und für sich einleuchtend, Man darf sich nur ver- 
gegenwärtigen, dals innerhalb des Südpolar-Kreises bis heute noch keine einzige 
Wintertemperatur beobachtet worden ist und dafs sämmtliche meteorologischen 
Observatorien der Süd-Hemisphäre zu weit nordwärts liegen, um die Polarseite 
der atmosphärischen Depressionen höherer südlichen Breiten der Untersuchung 
unterwerfen zu können. Dafs unter diesen Umständen sehr wenig mit Bestimmtheit 
über diese Phänomene sowohl als über die Vertheilung des Luftdrucks jenseits 
des 60. Breitenparallels im Allgemeinen gesagt werden kann, liegt auf der Hand. 
Dies gilt sowohl mit Bezug auf die klimatologische Forschung als auch mit 
Bezug auf die Natur der Stürme in höheren südlichen Breiten, Man kann sich 
daher nicht der Hoffnung hingeben, dafs die meteorologische Wissenschaft in 
ihrer Entwickelung ohne eine gründliche Kenntnifs der Verhältnisse in der 
Südpolar-Region, von allen Gesichtspunkten beleuchtet, gefördert werden kann.“ 
„Auch wurde schon zu vielen Malen darauf hingewiesen, dafs das Studium 
der Erscheinungen des Erdmagnetismus, besonders jenes der magnetischen 
Störungen und der Erdströme, unmöglich mit Aussicht auf Erfolg gepflegt werden 
kann, wenn nicht wenigstens ein magnetisches Observatorium innerhalb der Süd- 
polar-Zone errichtet werden kann und für eine längere Zeit in Thätigkeit erhalten 
werden wird. Allein zu diesem Zwecke ist es unumgänglich erforderlich, dafs 
vorher eine geographische Erforschung der in Rede stehenden Gebiete unter- 
nommen werde. Wie dem auch sein mag, so wollen wir jetzt nicht auf dieses 
an und für sich überzeugende Argument näher eingehen. Allein die Bedeutung 
1) Dabei folgen wir im Wesentlichen einer jüngst zur Förderung der englischen Bestrebungen 
zu Gunsten der Wiederaufnahme der antarktischen Forschung verfafsten Denkechrift.
	        
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