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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

440 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1893. 
Tage westlicher holte und abflaute. Vom 17. bis zum 19. Juni war es flau und 
still. Wir trieben in Sicht der spanischen Küste. Dann kam frische Briese aus 
SW durch, die mit Unterbrechungen durch Windstille bis zum 27. Juni anhielt 
und an letzterem Tage in 44° N-Br und 13° W-Lg für kurze Zeit als heftiger 
Sturm wehte. Am 23, war es wieder windstill. Darauf folgte ein langsamer 
Rundlauf des Windes von Ost durch Süd nach West bei leichter Briese; aber 
schon zwei Tage später erhielten wir in 40° N-Br und 12° W-Lg den erwünschten 
Nordostwind, der uns ohne Weiteres in das Passatgebiet geleitete. Wir nahmen 
mit demselben die Route West von Madeira und den Kapverden. Der Passat 
war im Ganzen recht frisch, aber immer recht von achtern. In 12,5° N-Br und 
24,8° W-Lg hörte am 7. Juli der Passat zu wehen auf, und es begann die 
Mallung der Aequatorialkalmen. Der unbeständige Luftzug war hier gewöhnlich 
von SW bis West, so dafs wir den empfohlenen rw. Südkurs nicht einhalten 
konnten und am 11. Juli, als in 9° N-Br der frische Südwestmonsun einsetzte, 
schon. ostwärts bis 22,7° W-Lg gekommen waren. Am 13. Juli, nach dem 
Besteck in 6,4° N-Br und 18° W-Lg — wir hatten seit sechs Tagen keine 
Gelegenheit zu astronomischen Beobachtungen gehabt —, waren alle Anzeichen 
der Nähe des Landes vorhanden; wir wendeten deshalb auf B. B.-Halsen, Am 
nächsten Tage fanden wir uns nach astronomischen Beobachtungen auf 7° 44‘ N-Br 
und 17° 26” W-Lg und waren demnach in sieben Tagen 139 Sm nach N 60° O 
versetzt worden. Ich liefs jetzt noch einmal wieder südostwärts wenden und 
blieb auf St. B.-Halsen bis zum 16. Juli in 4,8° N-Br und 14,4° W-Lg, wo der 
Wind, der immer frisch und beständig gewehte hatte, so südlich holte, dafs die 
anderen Halsen genommen werden mufsten. Auf dem westlichen und südwestlichen 
Kurse raumte der Wind denn auch alsbald auf und führte uns am 19. Juli in 
22,3° W-Lg über den Aequator. Reisedauer ab Bordeaux 34 Tage. 
Der Passat der südlichen Halbkugel wehte bis 13° S-Br und 32° W-Lg 
aus Südostrichtung, holte dann aber so südlich, dafs wir am 27. Juli in 19° S-Br, 
irotz unseres östlichen Schnittpunktes der Linie, in die Nähe der Brasil-Küste 
geführt wurden und wenden mufsten. Mit uns gingen noch zwei andere Barken 
über Stag. Am 29, Juli, in 23° S-Br und 40° W-Lg, holte der Wind allmählich 
östlicher, bis am 4. August in 35° S-Br und 50° W-Lg westliche Winde durch- 
kamen. Von hier bis Kap Horn, welches wir am 21. August passirten, hatten 
wir gewöhnlich Mangel au Wind. Derselbe kam in der letzten Zeit fast mehr 
aus östlicher als aus westlicher Richtung. Wir hätten unter diesen Verhältnissen 
Kap Horn wohl zwei bis drei Tage früher erreicht, wenn wir östlich von den 
Falkland-Inseln gegangen wären. Vom Aequator bis zum Kap hatten wir nur 
einmal für ein paar Stunden die Bramsegel fest; gewifßs ein seltener Fall für ein 
kleines Schiff. Nach einer Fahrt von 29 Tagen von der Linie wurde am 17. August 
in 64° W-Lg 50° S-Br erreicht und nach weiteren 12 Tagen derselbe Parallel 
in 81° W-Lg wieder überschritten. 
Auch westlich vom Kap wurde die Reise anfänglich durch schönes Wetter 
und vielfach guten Wind begünstigt. Vom 26. August bis zum 1. September 
hatten wir jedoch fast fortwährend Sturm aus dem nordwestlichen Viertel, so 
daß wir nur unter äufßerster Anstrengung vorankommen konnten, und später, 
zwischen 35° und 20° S-Br, herrschten wieder unerwünscht flaue, wenn auch 
günstige Winde aus südlicher und südöstlicher Richtung. Am 16. September in 
20° S-Br und 92° W-Lg kam Ostwind von Stärke 4 durch; am 17. wehte er für 
eine Stunde selbst mit der Stärke 9, nahm aber schnell wieder ab und war am 
22: September in 5° S-Br und 99° W-Lg schon fast wieder zur Stille abgeflaut. 
Von hier bis zur Linie, welche ’am 26. September nach 28tägiger Reise von 
50° S-Br überschritten wurde, blieb der Passat ganz flau. Im Südostpassat hatten 
wir nur wenig Strom, vom 20. bis zum 22. September sogar eine schwache süd- 
östliche Versetzung, dagegen wurden wir in der Nähe der Linie, südlich und 
nördlich davon, in fünf Tagen 150:Sm westlich versetzt. 
Nördlich der Linie ging der„Wind allmählich durch Süd und SW nach 
West und wurde auch etwas frischer. Am 1. Oktober standen wir in 8,4° N-Br 
and 105,8° W-Lg, wo wir den Wind West bis NW, Stärke 1 bis 5, hatten, Von 
hier behielten wir Mallung aus vorwiegend nordwestlicher Richtung bis Kap 
San Lucas, nur zwischen 14° und 18° N-Br machte sich für drei Tage ein leichter 
Nordostpassat bemerkbar, Am 15. Oktober, dem 19. Tage der Reise von der
	        
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