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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1893 
Wailfisch-Bai. Vormittags wehten meist leichte (Stärke 2), nur einmal 
ein kräftiger (Stärke 4 bis 5) Ostwind, stets sehr heifßs und trocken, aber nur 
einmal Wolken von feinem Sande mit sich führend. Nachmittags und nachts 
wehten stets leichte Winde zwischen West und Süd, welche die Temperatur rasch 
herabsetzten. Der Thermometerstand war infolge dessen sehr schwankend, von 
15° bis 26° C steigend und wieder zurückgehend; der Barometerstand betrug im 
Mittel 767 mm. 
Nach den Ansichten der Ortskundigen in Walfisch-Bai nehmen die Tiefen 
in der Bucht durchaus nicht ab, wie dies im „Africa Pilot“, Part II, S. 211, und 
auch sonst vielfach angeführt wird; es ist vielmehr von einer Versandung bis 
jetzt noch nicht das Geringste zu bemerken. 
Von Walfisch-Bai nach Loanda. Auf der Reise von Walfisch-Bai 
sach Loanda wurde zunächst in einem Abstande von ca 3 Sm längs der Küste 
nach der Mündung des Swakhaub-Flusses gesteuert, um dort die Landungsver- 
hältnisse zu untersuchen. 
Swakhaub-Mündung. Infolge der hier an der ganzen Küste stehenden 
kolossalen Brandung, die nirgends eine Lücke von tieferem Wasser zeigte, .schien 
jedoch eine Landung in der eigentlichen Flufsmündung ausgeschlossen. Es wurde 
nun versucht, in der Richtung der Baken, die nördlich von der Mündung bei den 
Stationsgebäuden stehen, auf Land zuzusteuern, um dort die von verschiedenen 
Schiffen und noch zuletzt von S. M. Krzr. „Falke“ angeführte Möglichkeit einer 
Landung zu allen Zeiten festzustellen, 
Allein die Dünung schon war so stark, dafs S. M. Knbt. „Hyäne“ auf 
ca 0,8 Sm von der Flaggenstange der Station in ca 14 m Wasser sich gezwungen 
3ah, umzukehren, zumal da sich das Schiff nur ca 600 m von den ersten kolossalen 
Brechern entfernt befand. Eine Lücke in der Brandung, die auf tieferes Wasser 
hätte schliefsen lassen, konnte in Richtung der Baken weder von der Brücke 
noch von der Fockraa aus bemerkt werden. Vielmehr lief die Brandung dort 
genau so hoch wie längs der übrigen Küste. Ein Ankern vor der Station schien 
der hohen Dünung wegen nicht angebracht. Jedenfalls wäre schon das Löschen 
von Ladung in Brandungsboote in einer Entfernung von 1 Sm von der Küste 
unter den herrschenden Verhältnissen sehr schwierig gewesen. Es wurde daher 
die Reise nach Loanda fortgesetzt. 
Von der Swakhaub-Mündung nach Loanda. Wind und Wetter, 
Am ersten Tage wehte ein Westwind von geringer Stärke, der nachmittags auf 
SW und später auf Süd drehte und aus dieser Richtung mit ungefähr gleich- 
mäfsiger Stärke (4) bis zum 30, Juli abends in ungefähr 19° S-Br wehte. Um 
diese Zeit begann der Südwind aufzufrischen und hatte am 31. Juli morgens 
schon die Stärke 7 erreicht, von unverhältnifsmäfßig hoher Dünung begleitet. Er 
wehte mit Stärke 7 bis 8 während des ganzen Tages und drehte dabei langsam 
auf SSW. Der Barometerstand war während der ganzen Zeit sehr gleichmäfßsig 
766 mm, die Temperatur ebenso gleichmäfsig 15° C. Die Dünung kam anfangs 
aus SW und drehte mit zunehmendem Winde langsam auf Windrichtung, 
Der Südsüdwestwind flaute am 31. Juli um 8 p sehr rasch ab und hatte 
um 9* nur noch Stärke 3 bis 4. Die Dünung behielt ihre kolossale Höhe bei. 
Während der Nacht flaute der Wind zur Stille ab, welche den Tag über anhielt. 
Die Dünung dagegen nahm erst nach Sonnenuntergang des 1. August ab. 
Während der beiden nächsten Tage auf den Breiten von 14° bis 9° S 
waren Stillen vorherrschend. Zuweilen machte sich ein schwacher Lultzug aus 
West bemerkbar, am 3. August bei gröfserer Nähe der Küste in geringer Weise 
auch Land- und Seewind. Von Dünung war fast nichts mehr zu bemerken. 
Die Temperatur, die, so lange der Südsüdwestwind wehte, trotz der 
niedrigen Breite noch im Mittel auf 16° S-Br 15° C betragen hatte, nahm nach 
dem Ausscheiden desselben rasch zu und erreichte drei Tage später bei der An- 
kunft in Loanda 23° C im Mittel. Der Barometerstand betrug während dieser 
Tage bei geringen Schwankungen 765 mm im Mittel. 
Strom. Die Stromversetzung auf der Reise von Walfisch-Bai nach Loanda 
war gering. Auf der Strecke von Walfisch-Bai bis ca 20° S-Br und ca 13° O-Lg 
betrug sie N 20° O0 0,5 Sm in der Stunde, während der folgenden Tage in 19° 
and 15° S-Br und 11° 30’ O-Lg war sie westlich 0,2 bis 0,4 Sm und in 12° und 
10° S-Br und 12° und 13° O-Lg südlich 0,4 bis 0,5 Sm in der Stunde.
	        
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