Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1893.
Im Okhotskischen Meere.
Tag 12. 13. 14. 15. 16, 17, 18. 19. 20.
N-Br 46,9 46,7 45,3* 46,5 461 456* 460 458 45,9
O-Lg 150,2 149,2 147,1* 146,3 144,9 1443* 1446 1446 1446
Wasser °C — 0,4 0,3 0,3 0,2 00 —0,1 0,4 — 0,1 0,0
Luft °C — 06 0,9 3,6 4,2 3,9 2,9 5,7 5,1 4,7
Tag 21. 22, 23. 24, 25. 26. 27. 28.
N-Br 46,0* 46,0 45,8 46,0 46,0* 1465 46,1 46,0
O-Lg 1446* 1448 1456 145,3 145,2* 145,2 1443 1440
Wasser °C —02 —03 0,4 0,5 0,4 0,6 0,8 0,9
Luft °C 3,6 0,5 2,7 4,4 5,1 4,4 8,9 6,4
Die Temperatur des Wassers fiel am schnellsten aufßserhalb der Kurilen
am 6. April von Mittag bis 4* p, von 104° C auf 3,6° C. Die äußersten im
Okhotskischen Meere vom 12. bis 28. April beobachteten Werthe sind folgende:
Wasser: Maximum am 28. April Mittag 2,0°
Minimum am 22, April 8°p —0,6°
Schwankung 2,6°
Maximum am 28, April 4*p 78° bei NW 2
Minimum am 12, April Mittag — 24° bei W 6
Schwankung 10,2°
Die Windrichtungen waren im Okhotskischen Meere:
N NE E SE S SW W NW Stille
Stärke 1—3 3.5. 3. 3. 2 2. 8 3 2
4—7 6 4 — 1 M4 U 17 10
8 und mehr — — — —_ — 1. 49°
Luft:
Eine Ansammlung von Treibeis im südlichen Theil dieses Meeres wird
begünstigt durch die geographische Lage; im Norden breiter, verengt sich das
Meer zwischen Sakhalin, Yezo und den drei grofßsen Inseln Kunashir, Iturup und
Urup, so dal hier eine Sackgasse gebildet wird und das Eis bei nördlichen
Winden keinen Ausweg hat. Im südlichen Theile herrschen westliche Winde
vor, aber im nördlichen mehr nordwestliche und nordöstliche Winde, welche,
unterstützt von der nach Süd setzenden Strömung, ohne Zweifel alljährlich im
Winter und Frühjahr die Eismassen des Nordens in diese Sackgasse schieben.
Eine Bestätigung dieser Ansicht liefert die Yolgende Bemerkung aus der
Oesterr. Zeitschrift für Meteorologie, 1879, Seite 386, „Zum Klima von Yezo“:
Nach Angaben der Eingeborenen ist während des Winters die Westküste mit
4 bis 5 Fuß tiefem Schnee bedeckt, und das Wetter ist sehr kalt und unfreund-
lich, der Schneefall an der Nordküste zwischen Soya und Shari ist ungefähr
ebenso stark wie an der Westküste, aber in Folge der starken Eistrift,
welche sich zuweilen bis zu 10 engl. Meilen von der Küste ab aufbaut, ist das
Klima hier viel rauher als in einem anderen Theile der Insel.
In der Skizze ist deshalb angenommen, da([s sich das Treibeis bis Yezo
fortsetzte.
Dafs die La Perouse-Straße auch in so strengen Wintern wie 1878/79
nicht durch Eis versperrt wird, beweist die Reise des oben erwähnten Schoners
von Mauka nach Korsäkof. Die vorherrschenden Winde, der in der Strafse
nach Ost setzende Strom etwas wärmeren Wassers, !) dessen Geschwindigkeit der
„Conrad Hinrich“ am 18. April zu 14 Sm bestimmte, gestatten bier keine Eis-
sperre. Interessant ist in dieser Beziehung das regelmälsige Steigen der Wasser-
temperaturen mitten im KEise am 26, bis 28. April, von 0,6 auf 0,9° C bei
weiterem Vorrücken des Schiffes nach Kap Aniva hin.
1!) Vgl. Schott: Oberflächentemperatur ete. der ostasiatischen Gewässer, Aus dem „Archiv
der Deutschen Seewarte“, 1891, No. 3, Aprilkarte.