196
Annalen der Hydrographie und Maritimen Mejeorologie, November 1893.
von der Richtung und Stärke des Windes in der Meerenge. So war am
27. August um 8 Uhr morgens bei Yenikale der Chlorgehalt an der Oberfläche
7,84, in der Tiefe von 4 Fad. (7 m) — am Boden — 6,42; am 28, August um
11 Uhr mittags an der Oberfläche 6,09, am Boden 7,8. Erwähnenswerth ist,
dafs die Methode von Volgardt stets etwas kleinere Chlormengen ergiebt als
die von Mohr. Die Korrektion wird in meinem ausführlichen Bericht näher
ausgeführt werden.
Die Bestimmungen des Schwefelwasserstoffs fanden ebenso statt wie im
Jahre 1890. In dem Wunsche, die Titrir-Methode zu kontroliren, weil mit der-
gelben nicht nur der Schwefelwasserstoff, sondern auch die Sulfit- und Thiosulfit-
Verbindungen der Alkalien, deren Anwesenheit man in dem H,S-haltigen Wasser
vermuthen könnte, gemessen werden, habe ich mich bemüht, die Gewichtsmethode
bei diesen Bestimmungen anzuwenden. Ich blieb dabei auf dem von Classen
in seinem „Handbuch der analytischen Chemie“ vorgeschlagenen Cadmium-Ver-
fahren stehen.
Drücken wir die Menge des Schwefelwasserstoffs auf je 100 Theile
Schwefelsäure-Anhydrid und Chlor aus, so bekommen wir die folgende Uebersicht
über die Aenderung dieses Verhältnisses mit der Tiefe:
H,S H,S
50, >< 100 Cl >< 100
0,0
0,0
0,232
0,413
0,602
Oberfläche
100 Fad.
300
500
Hieraus sehen wir, daß auch im Jahre 1892 im August und September
die Infektion mit Schwefelwasserstoff in den Tiefen von mehr als 150 Fad, statt-
fand; die Menge Schwefelwasserstoff auf 100 Theile Schwefelsäure-Anhydrid, aus
welchem er, wie ich jetzt behaupten kann, entsteht, nimmt mit der Tiefe viel
rascher zu, als die Menge des ursprünglichen Materials selbst. Die aus gröfseren
Tiefen heraufgebrachten Grundproben besafsen dieselbe graublaue Farbe, zuweilen
mit weilsen oder schwarzen Schichten. Einen Geruch nach Schwefelwasserstoff
gaben dieselben nicht von sich, wohl aber entwickelten sich bei deren Behandlung
mit Salzsäure Kohlensäure und geringe Mengen Schwefelwasserstoff und in der
Lösung Reaktionen auf Eisen.
Temperatur des Schwarzen Meeres in verschiedenen Tiefen an der Küste der Krim und des Kaukasus nach Beobachtunge:
auf dem „Ingül* im August und September 1892.
Oberfläche!
4 Fad, |
Z
3
&
5
>
Ä
5
2
0
0
‘10 x
125
L70
200
300 »
300.
No. 1
92,750)
23°
No. 2
No. 3
21,25°'
‚25° 22,250!
23°
ng9
209“
DO Of
No. 4
24°
Ru 9
No. 5b! No. 6 No. 6a
23,5°
22,9°
992,759
24°
D4C
24,5°
24°
33,5 .
4
ae.
|
= |
No. 7
26°
2
5,25%
No. 8
25,59
35
ar 7
1250
20
2,5
Y
No. 9
04,7°
v4 08%
No. 10/No. 12|No. 13[No. 16 No. 17 !No. 18 lNo.19
u 24,759
29,259
95,50
24°
24,5°
24,5°
24,5°
24,25°
54.260]
;
l
249
24° |
23,75°
16,75°
10,25°
[9%
239
590
Ehe
aR©
10*
22°
13,75%
7,50
|
30
30
39
a,74
A
—_—.
3,250
9°
9°
|
rm