BLANO-EXPERTENKREIS MUNITION IM MEER - JAHRESBERICHT 2015
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den vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes
Niedersachsen auf gesicherten Transportwegen von
der Insel Wangerooge zum Festland transportiert
und der Vernichtung zugeführt. Eine Wurfgranate,
zwei deutsche Torpedogefechtsköpfe (jeweils 350 kg)
und zwei Riegelminen (jeweils 8,5 kg) mussten durch
Sprengungen im Bereich der Fundorte vernichtet werden.
1.2.1.4 Minsener Oog, Jade-Ansteuerung
Im vorangegangenen Jahresbericht waren die geplanten
Ausbaggerungsarbeiten zur Kurvenerweiterung
für die Umfahrung „Minsener Oog“ ausführlich beschrieben
worden. Entgegen der Planung sind sie allerdings
in diesem Berichtsjahr noch nicht wieder aufgenommen
worden: Das örtlich zuständige Wasserund
Schifffahrtsamt Wilhelmshaven (WSA WHV)
hat die begleitende Kampfmittelräumung durch Bergung
bisher erkundeter Kampfmittel mit Tauchern
Ende 2014 unterbrochen, da die Methodik bei tiefer
im Sediment eingedrungenen Kampfmitteln an die
Grenzen ihrer Praktikabilität gestoßen wäre. Für die
lokalisierte Anhäufung von so genannten Störkörpern
mit Kampfmittelverdacht soll nun ein neues Räumund
Bergungskonzept erarbeitet werden. Zu diesem
Zweck wurde ein fachkundiges Ingenieurbüro damit
beauftragt, eine Markterkundung durchzuführen, um
alle für das betroffene Areal geeigneten Verfahren
der Kampfmittelerkundung und -räumung zu identifizieren
und das geeignetste Verfahren vorzuschlagen.
Nachfolgend sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden,
um eine Fortführung der Munitionsräumung ab
Herbst 2016 vornehmen zu können. Sofern mehrere
Verfahren geeignet sein sollten, werden zunächst
mehrere Kleinaufträge für eine praktische Erprobung
vor Ort in Betracht gezogen.
Im Rahmen der noch laufenden Kampfmitteluntersuchungen
für die Kabeltrasse zur Anbindung des
Offshore-Windparks „Nordergründe“ 2 wurden im Berichtszeitraum
eine 7,5 cm Sprenggranate und eine
8,8 cm Sprenggranate geborgen und der fachgerechten
Vernichtung zugeführt. Eine deutsche 30,5cm
Sprenggranate wurde am 08.10.2015 geborgen und
nach einer Verlagerung auf die Mellumplate über
Wasser gesprengt. Auch hierbei wurden entsprechende
Maßnahmen zum Schutz der Tier- und Umwelt
ergriffen. Die Sondierungs- und Räummaßnahmen an
der Kabeltrasse „Nordergründe“ werden voraussichtlich
noch bis zum Sommer 2016 andauern.
1.2.1.5 Wilhelmshaven, Jade-Fahrwasser
Im Jade-Fahrwasser und in Hafenanlagen bei Wilhelmshaven
stellte der Kampfmittelbeseitigungsdienst
Niedersachsen im Jahr 2015 verschiedene
Kampfmittel sicher, meist nach Meldung durch die
Wasserschutzpolizei. Neben Spreng- und Panzergranaten
im Kaliber 10,5 cm, 15,5 cm und 20 cm fiel im
Berichtsjahr eine englische Wurfgranate mit einem
Durchmesser von 76,2 mm auf.
2 http;//www.strassenbau.niedersachsen.de/download/58652/Uebersichtsplaene_Kabeltrasse.pdf