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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1893, 
mich über die Verhältnisse daselbst zu unterrichten, und fand unter Anderem fol- 
gende Bemerkung: „Although the natives say that the Boca San Pedro is practi- 
cable for boats, yet the French Surveyors arrived at an opposite conclusion, and 
‘hat Boca Chica was the only one adviseable.“ Dies war nur eine armselige 
Auskunft; doch wir segelten auf gut Glück von Mazatlan ab und gelangten am 
29. Januar 1892 zum Eingang der David-Bai. Hier begegnete uns der Küsten- 
dampfer „Elvira“, dessen Kapitän, Namens Saunders, uns zurief, dafs er in 
einigen Tagen von Puntarenas zurückkehren und die „Theodore“ einschleppen 
werde. Wir segelten darauf weiter und ankerten um 1 Uhr nachts aufserhalb 
der Barre des Rio David auf einer Wassertiefe von 175m — 9 Fad. —, wie 
sich bei Tagwerden herausstellte, ungefähr 1 Sm von der Brandung entfernt, die 
Südostspitze von San Pedro (die westlichste der Inseln, welche das Delta des 
Rio David bilden) in mw. Nord. Soweit wir von oben sehen konnten, war 
nichts am Strande zu entdecken, was einer menschlichen Niederlassung ähnlich 
schien, und unsere Lootsenflagge wehte den ganzen Tag vergeblich vom Top. 
Am nächsten Morgen fuhren wir in unserm Boot in nordwestlicher Richtung ent- 
lang der Brandung bis in die Nähe des Strandes von San Pedro, konnten aber 
keinen Eingang finden. Beim Zurückrudern sahen wir ostwärts vom Schiffe ein 
Kanoe auf dasselbe zukommen. Die Insassen waren drei Indianer und ein 
Weißer, der sich unter Uebergabe einer Abschrift unserer Charterpartie als den 
Lieferanten der einzunehmenden Gelbholzladung vorstellte. Derselbe theilte mir 
mit, dafs ein gutes Fahrwasser mit einer Tiefe von 7,3 m — 24 Fufs — in den 
Fluß hieinführt, Nachdem wir an den beiden folgenden Tagen einen Theil 
ınseres Ballastes gelöscht hatten, gingen wir am 2. Februar um 8 Uhr morgens 
im Schlepptau eines Dampfers ankerauf. Wir fuhren etwa 1 Sm ostwärts bis 
zum Eingange des Fahrwassers und bogen langsam nordwärts um die Brandung 
berum in dasselbe hinein. Das Fahrwasser wendet sich an der iunern Seite der 
Bänke nach West, so dafs man einsegelnd die Südostspitze von San Pedro 3 bis 
4 Striche an St. B. hat. Eine kurze Strecke weiter nimmt die innere Seite der 
Aufsenbank eine nördliche Richtung an. Wir steuerten auf nordöstlichem Kurse 
in einem geringen Abstande der Küste von San Pedro entlang und dann, nach 
Nord aufbiegend, in unmittelbarer Nähe um die Südostspitze der Insel herum 
in den Flufs hinein. Eine Seemeile weiter aufwärts ankerten wir auf einer 
Wassertiefe von 9m — 5 Fad. 
Von unserem äufsern Ankerplatz nahm die Wassertiefe auf dem von uns 
befahrenen Wege allmählich von 16,5 m — 9 Fad. — bis auf 6,7 m — 22 Fuß — 
ostwärts der ersten Brandung ab. Diese geringste Wassertiefe behielten wir 
während der Zeit von drei bis vier Lothwürfen; dann nahm dieselbe wieder zu 
and hielt sich auf durchschnittlich 9,2m — 5 Fad. — bis zu unserm Anker- 
platze im Flusse, Nur unter der Südostspitze der Insel San Pedro fand sich 
eine gröfsere Tiefe von 13m — 7 Fad. Auf der Barre war sehr wenig Dünung 
vorhanden, und das Fahrwasser ist nach meiner Meinung in der guten Jahreszeit 
ein durchaus sicheres. Sonderbarerweise wird es bis jetzt nur von den beiden 
Dampfern benutzt, nicht aber von den hiesigen Küstenfahrern, welche selbst bei 
einer Bestimmung nach Puntarenas den großen Umweg durch die Boca Chica 
nehmen. Wenn ersteres Fahrwasser, die Boca San Pedro, ordentlich ausgelothet 
und betonnt wäre, so wülste ich keinen Grund, weshalb Schiffe mit einem Tief- 
gange bis zu 4,9m — 16 Fuß — bei der beständigen Seebriese nicht einsegeln 
sollten. Das Inseegehen unter Segeln würde schon eher Schwierigkeiten mit 
sich führen, aber im Winterhalbjahr, wenn des öftern kräftige Nordwinde hier 
auftreten, würde man auch für diesen Zweck nicht allzu lange auf eine gute Ge- 
legenheit zu warten haben. 
Ciudad de David, die Hauptstadt der Provinz Chiriqui, liegt etwa 10 Sm 
von der See an dem westlichen Flußsarme. Für die Einwohner war die Ankunft 
der „Theodore“ ein grofses Ereignifs, denn bisher war noch kein gröfseres Seeschiff 
den Rio David oder Chiriqui, wie der Flufs eigentlich heifst, eingelaufen. Nur 
Küstenfahrer, Segler von 50 und zwei kleine Dampfer von 200 Reg. T. hatten 
den jungfräulichen Strom befahren. Als daher „Theodore“, eine Bark von 
680 Reg. T., mit der deutschen Flagge stolz von der Gaffel wehend, auf ihrem 
Ankerplatz lag, kamen jeden Tag Indianer von nah und fern, zu Pferd oder in 
Kanoes, um sich dieses Wunder in der Nähe zu besehen. Aber auch von Pe-
	        
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