Häfen und Inseln zwischen Shanghai und Wentshau.
385
Nachdem die Nordostseite von Maontze querab. in Richtung WNW war, wurde
ostwärts in den Hafen hineingesteuert und in den folgenden Peilungen: Nord-
spitze Maontze: W!/sN, Nordspitze Lokea OzN, Crag auf Taou-hwa SSW!AW in
8 m bei Niedrigwasser und zähem Schlickgrunde geankert. Die geringste Wasser-
tiefe in der Südwesteinfahrt betrug 4 m. Es empfiehlt sich, diese Südwesteinfahrt
zu wählen, da man von hier aus den Hafen besser übersehen kann, während ‘die
an sich schon sehr. enge Osteinfahrt häufig durch verankerte Dschunkenflotten
versperrt ist. Die Gezeiten treten durch beide KEinfahrten in den Hafen. Das
Schiff liegt meistens quer zur Ost—Westrichtung des Hafens, ein Anker mit
50 m Kette ist bei dem guten Ankergrunde ausreichend. Im Hafen lagen viele
Fischerfahrzeuge, die meistens an dem Nordufer liegen. Es ist rathsam, sich
vorher Kenntnis über die Verhältnisse der Osteinfahrt und der Passage durch
die zahlreichen Dschunken zu verschaffen, ehe man den Hafen durch die Ost-
einfahrt verlassen will.
Als Zufluchtshafen beim Taifun könnte Tshinkeamun nur dann benutzt
werden, wenn man es rechtzeitig erreicht. Bei dickem Wetter und starkem
Winde würden selbst für ein kleines Fahrzeug wie die Kanonenboote, beide Ein-
fahrten zu schwierig sein, da die Gefahr, auf Grund zu kommen, sehr nahe liegt.
5. Südostdurchfahrt zwischen Tshusan und Kin ho-Insel. ‘Die in
den „Annalen der Hydrographie“ für 1892, Seite 421, enthaltenen Angaben über
diese Passage wurden zutreffend gefunden. Es wurden ‘drei Linien ausgelothet,
deren westlichste die von S. M. Knbt. „Iltis“ im Jahre 1892 benutzte war. Das
meiste Wasser fand sich aber auf der Linie Liwan’Insel unter dem Westabhang
von Bell-Insel gerade frei von der Südosthuk von Tshusan, efr. Vertonung No. 7.
Bei Niedrigwasser und Mondsalter = 9 Tage betrug die geringste Wassertiefe
4m. Auf dieser Linie ist der höchste Gipfel von Putu, Lookout hill, mit einem
kleinen weißen Gebäude auf der Spitze, recht voraus. Nach den Lothungen
ergab sich, dafs mehr nach Tshusan Island zu, auf der in der Segelanweisung
angegebenen Linie Cliff Island in Linie mit Gebäude auf Wang head über 1m
weniger Wasser zu finden ist. Die flachste Stelle der neuen obengenannten Linie
ist in der Linie Lokea-Feuerthurm in Eins mit der Südspitze von Putu, gerade
auf der in Karte Tit. XI No. 61 angegebenen 2 Fad.-Linie. Die Bake gegen-
über der Südostspitze von Tshusan ist niedrig, viereckig und weiß getüncht,
ofr. Vertonung No. &. Das Gebäude auf Wang head erscheint als niedriger
Knopf und steht auf der Mitte des inselartigen Hügels, :
6. Ankerplatz von Putu. Der Ankerplatz südwestlich von Putu in
den Peilungen: Südwesthuk Putu NzW!/2W, Südosthuk SOz0O7/s0: hat 26m
Wassertiefe und gut haltbaren Schlickgrund. Die 10 m-Linie ist ca 200 m davon
entfernt und nimmt nach der Schlammbank dem Strande zu rasch ab. Die Fluth
3etzt. nach NW, die Ebbe nach SO ca 3 Sm. Es ist nicht nöthig, das Schiff zu
vermooren. An der Südseite der Insel, 0,5 Sm östlich von diesem Ankerplatze,
ist der gewöhnliche Anlegeplatz mit quailartigem Steindamm. Dicht dabei steht
ein niedriges, hölzernes, thurmartiges Leuchtfeuer-Gebäude. ;
7. Durchfahrt zwishen Tshukea und Pih-sha. In dieser Durchfahrt
setzte der Ebbstrom nach Süden. Beim Passiren des Felsens SzW, 1 Sm von
Pelikan-Insel, wurden an dessen Südostspitze, 0,1 Sm davon entfernt, mehrere in
der Wasserlinie liegende Felsen bemerkt, welche nicht in der Karte Tit. XI
No. 61 verzeichnet waren. Das Schiff passirte in 0,3 Sm Abstand davon, und
eine Verwechselung mit dem laut „Nachrichten für Seefahrer“ für 1891, No. 1865, an-
gegebenen Felsen ist gänzlich ausgeschlossen, da die Brandung auf diesem Letzteren
gut sichtbar war. Die Darstellung der Nordostseite von Nord Tshukea zwischen
Tshukea Peak und Sin-tshing-Insel auf derselben Karte ist sehr irreführend, indem
dieser Theil bergig und nicht flach ist. Die vorspringenden Huken erscheinen
vielmehr inselartig. Bei unsichtigem Wetter hält man sich daher vortheilhafter
unter den Inseln Pih-sha und Lakeah und kann hier die Tiefenangaben benutzen;
die :auf der Westseite fehlen.
. 8 Ansteuerung des Ankerplatzes nordwestlich von Conway-
Insel. Bei der Ansteuerung des Ankerplatzes nordwestlich von Conway-Insel wurde
festgestellt, dafs die in Karte Tit, XI No. 61 NW*/N 1,8 Sm vom Gipfel der
Conway-Insel und 0zS 2,7 Sm vom Kap Luhwang angegebene kleine unbenannte
Insel nicht vorhanden war. Die Gezeitenströmung unter Conway-Insel ist gering.
Ann. d. Hyäar. etc.. 1893. Heft X.