Häfen und Inseln zwischen Shanghai und Wentshau.
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gebnifs war ein günstiges, und ich konnte am nächsten Tage — bei 15 Fuls englisch
Fluthhöhe — den Sheipu-Hafen bei halbem steigenden Wasser auf diesem Wege
verlassen und direkt in die San Mun-Bai gehen,
Es wurden sodann in Fortsetzung der Fahrt die anderen Theile der San
Mun-Bai einer Besichtigung unterworfen und am Abend in der nordwestlichen
Ecke derselben südlich unter der Quarry-Insel zwischen dieser und dem Fest-
lande geankert. Die hohen Berge des Festlandes und vorliegende Inseln decken
auch an dieser Stelle das Schiff vollkommen gegen Sicht von außen.
Am 2. Mai verliefs ich früh morgens 5* 52“ die San Mun-Bucht, um nach
Wentshau zu gehen. Infolge des sehrgünstigen Nordnordostwindes legte das Kanonen-
boot die 108 Sm lange Strecke von dort bis zum Ankerplatz bei der Wentshau-
Spitze im Ou-kiang oder Wentshau-Flufs bis zum Abend zurück und konnte da-
selbst noch vor Anbruch der Dunkelheit ankern. Am folgenden Tage wurde
mit steigendem Wasser um 9* 10” vormittags die letzte 18,5 Sm lange Strecke
bis Wentshau ohne Lootsen zurückgelegt und daselbst um 11* 54” vormittags
geankert.
Das Fahrwasser hat sich seit dem letzten Besuche durch S. M. Knbt.
„Iltis“ im März 1892 an mehreren Stellen, sowohl auf der äußeren Barre als
auch auf der inneren, bei Wentshau, sehr geändert, Die Einsteuerung erfolgte
durch den North Channel eine halbe Stunde nach Niedrigwasser und das Passiren
der Aufsenbarren bei White Rock nach den von S. M. Knbt. „Iltis“ in den
„Annalen der Hydrographie“ 1892, Seite 254, angegebenen und auch von dem
englischen Kanonenboot „Linnet“ später benutzten Leitmarken. Doch wurde nicht,
wie S. M. Knbt. „Iltis“ gethan hatte, mit Westnordwestkurs in die dritte Leit-
marke eingesteuert, sondern nach Vorgang des „Linnet“ mit WNW!AW., Aber
auch auf dieser Linie wurden nur sehr geringe Tiefen, einmal sogar nur 3,5 m,
vorgefunden. Das englische Kanonenboot „Firebrand“ fand ebenfalls auf dieser
Strecke so geringe Wassertiefen, dafs dasselbe eine Grundberührung befürchtete
und hier ankerte. Nach Lothungen stellte dasselbe Kanonenboot fest, dafs sich
zur Zeit im Südkanal bedeutend größere Wassertiefen — nicht unter 4 Fad. — 7,3 m
— vorfinden. ;
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de Ta
) Wentshan
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Die in den „Annalen der Hydrographie“ 1892, Seite 255, angegebene
zweite Leitmarke: „Weifses Yoss-Haus auf Hokeen im linken Einschnitt in den
Bergen, nördlich der Paps auf Great Sampwan“, Skizze 2, ist nicht mehr be-
üutzbar, weil das Yoss-Haus abgebrochen ist.