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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1893,
Gyps Huk heißt die ganz niedrige Landspitze, die die Sassen-Bucht von
der Klaas Billen-Bucht trennt. Ihr Name, ebenso wie der der Südspitze der
Bucht zeigt die Beschaffenheit des Gesteins an.
Gänse-Inseln. Diese mäfsig hohen Inseln liegen westwärts von Gyps
Huk. Es sind drei Inselchen, von denen nur eine von Bedeutung ist.
Die Klaas Billen-Bucht ist ein tiefer Fjord, der sich zwischen Gyps
Huk und dem Kap Thordsen öffnet und nach NNO läuft. Seine Küsten fallen
steil ab ins Wasser, Im Innern der Bucht sieht man den Nordenskjöld-Gletscher.
Skans-Bucht. Nordwestwärts von Gyps Huk, an der Nordküste der
Klaas Billen-Bucht, liegt eine kleine, 1 Sm tiefe und %4 Sm breite Einbuchtung,
die die Skans-Bucht genannt wird. Hier ist der beste Ankerplatz vom ganzen
Eis-Fjord; man findet Tiefen, die von 40 m auf 18 m allmählich abnehmen.
Grund: Schlick.
Mont Chäteau-Fort. Die Skans-Bucht liegt am Fuße eines auffälligen
Hügels, dessen zackiger Abhang den Hügel einem Kastell ähnlich macht. Die
Westseite ist eine ganz unzugängliche Böschung, die steil zum Strande abfällt.
Diese Kante dient vielen Vögeln als Zuflucht; hinter ihr erheben sich drei Hügel.
Der mittelste Hügel ist der höchste, er hat etwa 465 m Höhe.
Pointe Fleur-de-Lys. Die Masse des Chäteau-Fort endet bei der Spitze
Fleur-de-Lys, die vom Grafen de Bardi benannt ist, der 1891 die Skans-Bucht
an Bord seiner Yacht „Fleur-de-Lys“ besuchte. Die Spitze besteht aus mehreren
auffälligen Blöcken von weißem Kalkstein; südwärts von ihr dehnt sich eine
Kiesbank etwa 300m südwärts aus, mit Tiefen von 3 m bei Niedrigwasser.
In NW von der Spitze Fleur-de-Lys bildet eine Anhäufung von Kiesel-
steinen den Strand; sie endet plötzlich etwa la Sm vor der Einfahrt.
Die runde Huk. Die Westküste der Skans-Bucht ist rein und besteht
aus einem kleinen, steil nach dem Wasser zu abfallenden Sandstrand, der sich
allmählich abrundet und so die Südspitze der Bucht bildet. Das Land erhebt
sich in sanftem Abhange von der „runden Huk“ bis zu den Tafelländern des
Innern, die 600 m hoch sind. In etwa 125 m Höhe findet man auf diesem Ab-
hange eine Lage von Muschelkalk.
Die Mitte der Skans-Bucht wird von einem grofsen sumpfigen Thale ein-
genommen, das von vielen Wasserläufen durchfurcht ist. Bei Ebbe trocken-
fallende, mit Sand vermischte Schlickbänke nähern sich bis zur Mitte eines
schmalen natürlichen Dammes von Kieselsteinen, der in der Nord—Südrichtung
300 m Länge hat und die Westküste verlängert.
Ankerplatz. Man kann überall auf vorzüglichem Schlickgrund ankern,
wenn man sich in der Mitte der Bucht hält; man kann dazu in die Bucht hinein-
laufen, bis das Loth etwa 30 m angiebt. Ein kleines Fahrzeug kann auch auf
Tiefen von 20 bis 15m ankern. Innerhalb der 15 m-Grenze trifft man plötzlich
auf die Bänke, die dem Flufßsgebiet vorgelagert sind.
Der Ankerplatz in der Skans-Bucht ist gegen alle Winde geschützt; der
Seegaug, der im Eis-Fjord zuweilen auftritt, dringt nie innerhalb vom Kap
Thordsen vor.
Die Gezeiten sind sehr regelmäfsig. Die Hafenzeit ist ungefähr 1* 28";
der Fluthwechsel beträgt bei besonders hohen Springfluthen 1,96 m.
Magnetische Beobachtungen. Die magnetischen Beobachtungen wurden
1892 von der „Manche“ auf dem kleinen Kiesstrand gemacht, der am Fuße
des Chäteau-Fort, etwa 500 m von der Spitze Fleur-de-Lys, liegt. Die geographische
Lage dieses Punktes ist: 78° 31’ N-Br, 16° 4 O-Lg. Die Milsweisung wurde
für 1892 zu 12° West gefunden; die jährliche Abnahme beträgt 15‘.
Station beim Kap Thordsen. Die Häuser der schwedischen Forscher
aus dem Jahre 1882 bis 1883 liegen 8 km von der Skans-Bucht entfernt, von
der sie durch einen massigen Berg getrennt sind.
Die Station, die schon mehrere Jahre vorher eingerichtet worden war
und unter dem Namen Store house oder Storello bekannt ist, liegt auf einer
verhältnifsmäfsig fruchtbaren Hochebene, zu der man durch einen nicht sehr
tiefen, aber sehr steilen Hohlweg gelangt. Mit Hülfe einer kleinen Eisenbahn
nach Decauville’schem System mulste das ganze Material durch den Hohlweg
hinaufgeschafft werden. Am Rande des Hohlweges ist ein Vorrathshaus und ein
Lager von Material aller Art. Die Station liegt 600 m westwärts davon: sie