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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1893,
Die unterseeische Schildwache (das in dieser Zeitschrift 1892, Seite 279,
beschriebene Warnungsloth), mit der die „Manche“ ausgerüstet war, hat das
Dasein von Untiefen in 6 Sm Abstand von dieser Küste entdeckt und angekündigt.
Nordwärts steuernd, fand man in der That 23 m, Felsgrund, in 77° 58‘ N-Br und
13° 21‘ O-Lg. Diese Bank scheint sehr ausgedehnt und mit dem Tiande verbunden
zu sein. Sie bildet wahrscheinlich mit den kleinen Bänken, die das Prince Charles-
Vorland südwärts verlängern, eine Art von Barre vor dem Eingange zum His-
Fjord. Diese Annahme wird durch die Wärmemessungen in den "Tiefen bestärkt;
man findet nämlich 0° Wärme in Tiefen von 25 bis 30 m im ganzen Eis-Fjord,
was man im Bel-Sund nicht beobachtet. Hieraus darf man schliefsen, dafs etwa
in dieser Tiefe sich dem Eindringen des warmen oceanischen Wassers in die
Bucht ein Hindernifs entgegenstellt. Auf diese Eigenthümlichkeit ist es wohl
auch zurückzuführen, dafs der Eis-Fjord, wie schon sein Name anzeigen soll, oft
yanz. mit Eis angefüllt ist.
Der Eis-Fjord.
Der Kis-Fjord ist ein tiefer Einschnitt, der fast 50 Sm ins Innere hinein-
reicht. Der Eingang hat nur 6 Sm Breite; auf 300 m Tiefe wurde hier noch
kein Grund gefunden. 8 Sm innerhalb vom Eingang zeigt das Loth 310m
Tiefen, die allmählich weiter landeinwärts abnahmen.
Die „Todtenohren“ (Deadımnan’s Ears) nennt man das massige Gebirge von
etwa 800 m Höhe, das die Nordspitze des Einganges bildet. An seinem Fuße
ist die Küste sehr niedrig und erstreckt sich 5 Sm seewärts.
Die Nordküste des Eis-Fjord bis zum Kap Boheman ist mit gefährlichen
Untiefen besetzt, Der einzige bekannte Ankerplatz ist hier die kleine Bucht
Safe Haven, die am Fuße der Nordspitze liegt. Zwischen dieser Bucht und dem
Kap Boheman liegen sieben Gletscher, die von einem inneren Eismeer stammen,
aus dem viele Spitzen und Berge sich erheben.
Die Südküste ist freier von Gefahren, man sieht dort keinen bis zum Meer
reichenden Gletscher. Diese Küste hat drei Einbuchtungen: Green Harbour, Coal
Bay und die Advent-Bucht.
Green Harbour liegt nur 4 Sm von der Einfahrt entfernt. Die „Manche“
hat dort vergebens einen Ankerplatz gesucht; bis auf 300 m Abstand von der
Westküste fand sie Tiefen von 60m. Ganz innen in der Bucht liegt eine Klippen-
platte beinahe in der Wasserlinie. Bei der Insel an der Westspitze liegt eine
Klippenbauk, die sich 1 Sm weit ausdehnt.
Man vermeide, sich der Küste zwischen Green Harbour und Coal Bay
zu nähern.
Advent-Bucht. Die Advent-Bucht ist etwa 3 Sm tief, Es ist schwer,
in ihr einen Ankerplatz mit weniger als 50 m Tiefe zu finden.
Die Advent-Spitze ist sehr niedrig und liegt fast in der Wasserlinie. Man
sieht die Spitze und die Einbuchtung, die sie bildet, erst, wenn man südwärts
von der Spitze ist. Die Spitze ist frei von Gefahren und fällt im Osten steil
ins Wasser ab. Man findet Tiefen von 50 bis 60 m in 40 m Abstand vom Strande.
Ankerplatz bei der Advent-Spitze. Das Gebiet mit geringeren
Tiefen als 50 m — in der kleinen, südwärts von der Advent-Spitze gelegenen Bucht
— ist nur 300 m breit. Der beste Ankerplatz für ein grofses Fahrzeug zeigt die
Deckpeilung eines am Strande gebauten Steinhaufens mit einem 200 m land-
einwärts davon stehenden Kreuz aus Holz an. Man darf auf dieser Richtlinie ein-
laufen, deren rw. Azimuth N 79° W ist, bis die Advent-Spitze um etwa eine Segels-
breite in die Nordspitze der Bucht hineingerückt erscheint. Die „Manche“ fand
an diesem Ort Tiefen von 40 bis 50m, mit vorzüglichem Haltegrund, aus
schwarzem Schlick bestehend. Kleinere Fahrzeuge können sich dem Lande noch
etwas nähern. Der Ankerplatz ist gegen alle Winde völlig geschützt. Die Süd-
küste der Bucht wird von einem Abhang von 25 bis 30 m Höhe gebildet, vor dem
sich eine Sandbank mit verschiedenen Klippen ausdehnt, die in ihrem südwärts
von der Advent-Spitze liegenden Theile bis auf 500 m vom Strande absteht:
dort sind bei Niedrigwasser Tiefen von 0,5 bis 3 m.
Gezeiten: Die Hafenzeit in der Advent-Bucht scheint ungefähr 0* 45"
zu sein: der Fluthwechsel ist 1,9 m.