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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Bericht über Häfen und Fahrten im Bismarck-Archipel. 
AL 
Bericht über Häfen und Fahrten im Bismarck-Archipel. 
Neu entdecktes Riff in der Steffen-Stralse. 
Von Kapt. CHR. BRAUE, Führer der Elsflether Brigg „Marie“, 
Von den Samoa-Inseln kommend und nach Mioko, Neu-Lauenburg, bestimmt; 
gelangten wir am 7. Oktober 1892 vor den St. Georgs-Kanal und peilten um 
12 Uhr mittags Kap St. George NO und Kap Orford W'AN a. K. Wir segelten 
dann bei schaurigem Wetter und mallendem Winde, unterbrochen von Stillen, 
bis zum 8. Oktober nachmittags 3* 30”, als wir Birara-Spitze Sz0!40 in ungefähr 
2 Sm Abstand peilten. Im St. Georgs-Kanal war der Strom mit einer Stärke 
von 1 bis 1,5 Knoten entgegen, nur am letzten Nachmittag, als wir uns der 
Küste von Gazelle-Halbinsel bis auf 4 Sm genähert hatten, verspürten wir einen 
schwachen, längs der Küste nach Norden mitlaufenden Strom. Der Wind war 
zur Zeit SSW, Stärke 4 bis 5, Bei Birara-Spitze passirten wir eine Stromkabbelung, 
welche sich von der Spitze in einem Bogen nach NO und Nord erstreckte. 
Da wir in Herbertshöhe einzuklariren hatten, nahmen wir unseren Kurs 
in einem Abstande von 2 bis 2,5 Sm längs der Nordküste der Gazelle-Halbinsel. 
Der Wind war inzwischen abgeflaut und hatte sich südöstlich gezogen. Das 
Wasser war ganz ruhig, die Grenze des Riffes war nur an der Farbe des Wassers 
zu erkennen; Strömung wurde nicht bemerkt. Abends 5* 30” erblickten wir 
Herbertshöhe, segelten dann aber noch eine Stunde weiter, worauf wir in einer 
Entfernung von 1,5 Sm von Herbertshöhe beidrehten. Wir hatten schon vorher 
Raketen abgefeuert und sonstige Signale gegeben, um die Zollvisite herbei- 
zurufen, mulsten jedoch, da der Zollbeamte nicht am Orte anwesend war, bis 
zum nächsten Morgen auf dieselbe warten. Inzwischen lagen wir in der Nähe 
von Herbertshöhe beigedreht. Mit Tagwerden am 9. Oktober suchten wir wieder 
an das Land heranzukommen; um 7 Uhr morgens drehten wir nördlich vom 
Gerichtsgebäude in 1 Sm Entfernung bei und heifsten Signale zum Klariren. 
Gegen 8 Uhr kam denn auch ein Boot mit dem Zollbeamten und dem Stations- 
verwalter von Herbertshöhe, welch Letzterer, ebenso wie unser Agent in Mioko, 
uns schon am vorhergehenden Abend besucht hatten, an Bord; um 8* 30” waren 
die Einklarirungsgeschäfte erledigt, und wir konnten weiter nach Mioko segeln. 
Der Wind war zur Zeit östlich, leichte Briese, so dal wir kreuzen 
mufsten. Zwischen Lesson-Spitze, Schulze-Huk, Süd-Tochter und Credner-Inseln 
trieb Alles voll von Fischkörben der Eingeborenen. Es sind dies grofse, birnen- 
förmige Körbe aus Bambusstreifen von 3 m Länge und im unteren Theil von 
reichlich 2 m Durchmesser. Unten ist eine kleine und oben eine größere Oeffnung. 
Beide sind durch Bambusstreifen mit einander verbunden, welche an den Enden 
befestigt sind, in der Mitte aber leicht auseinandergehen, so dafs die Fische, 
welche sich in der durch sie gebildeten Röhre befinden, leicht seitwärts in den 
Korb gelangen können. Unten im Korbe liegt ein schwerer Stein, der das 
Ganze unter Wasser hält, die obere grofse Oeffnung befindet sich eben unter 
der Wasseroberfläche. Die Körbe sind an zusammengelaschten Bambusstangen 
von 4,5 m Länge befestigt, einige sind auch mit einem Stein am Grunde. ver- 
ankert, Strom kann zur Zeit nicht dagewesen sein, sonst würde derselbe jene 
Fischkörbe unbedingt fortgeführt haben. 
Um 2 Uhr nachmittags befanden wir uns in der Nähe der Credner-Inseln. 
Der Wind war bei uns noch immer Ost, jedoch kam ein heftiges Regenschauer 
von Norden heraufgezogen. Wo die beiden Winde sich trafen, hatte sich eine 
große Wasserhose gebildet; dieselbe zog in ungefähr einer Kabellänge Ent- 
fernung an uns vorüber; wir konnten sehr gut beobachten, wie das Wasser, 
welches an der Meeresoberfläche aufgewirbelt wurde, als Dunst oder Regen in 
Spiralen nach oben sauste. Gegen 4 Uhr erreichten wir die Höhe von Birara- 
Spitze, außerhalb welcher wieder eine, aber jetzt starke Strömung nach NNO 
angetroffen wurde. Eine heftige Stromkabbelung erstreckte sich von der genannten 
Spitze bis nach Mioko. Da der Wind zugleich südlich holte, gelangten wir 
schon gegen 6 Uhr vor die Levinson-Passage. Hier wurde es jedoch ganz stil]
	        
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