Gorontalo und Batui auf Celebes.
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stehen. Dieses Riff kann den Segelschiffen gefährlich werden, namentlich weil
es nicht in der meist gebräuchlichen holländischen Specialkarte verzeichnet ist.
Beim Ein- und Aussegeln hat man in der Enge möglichst die Mitte zu halten.
Den besten Ankerplatz findet man an der Nordseite der Bai, 1'/ Kabllg. vom
Ufer, auf einer Wassertiefe von 37 m (20 Fad.), woselbst, wie anfangs‘ bemerkt,
auch „Neptun“ lag. Von hier aus peilt das zweite weiße Haus NzO; weiter
westwärts fällt der Grund steiler ab.
Siau oder Siao. Am 2. Februar 8 Uhr abends verliefsen wir Taruna
und traten die Weiterreise nach Siau in derselben Inselgruppe an. Auf dieser
Fahrt wechselten leichte östliche Briesen und Windstillen mit einander ab. Wir
wählten den Weg östlich der zwischen Sangir und Siau liegenden Inseln, wobei
die kleine Insel Baboendeke am folgenden Mittage in einem Abstande von 2 Sm
passirt wurde. Zugleich wurde festgestellt, dafs die in der Br. Adm.-Karte
No. 2575 nordwestlich von Siau verzeichnete Insel Makiliere (Maquiliere) nicht
vorhanden ist.') Am selben Nachmittage ankerten wir um 5 Uhr auf der Rhede
von Siau, an der Ostseite der Insel. Von diesem Ankerplatz peilt ein kleiner
weifser Thurm am Lande N 14° W, Die Wassertiefe auf demselben — 1'/2 Kabllg.
vom Ufer — beträgt 55m (30 Fad.). Ausgesteckt hatten wir 91 m (50 Fad.)
Kette. Es ist durchaus erforderlich, das Schiff beim Ankern so rasch als möglich
mittelst einer guten Trosse am Lande zu befestigen, weil es sonst leicht passiren
kann, dafs der Anker nicht in den steil abfallenden Korallenboden eingreift
and das Schiff wieder auf tiefes Wasser zurücktreibt. Die Unterlassung dieser
Mafsregel verursachte uns eine schwere Arbeit. Da sich ein 50 m breites Stein-
rif am Ufer entlang zieht, so thut man am besten, um das Schiff in der
anempfohlenen Weise zu befestigen, einen Warpanker mit 55 m (30 Fad.) Land-
festkette, auf welche das Kabeltau gesteckt wird, auf die Innenkante des Riffes
zu bringen,
Während unserer Anwesenheit an diesem Platz hatten wir gröfstentheils
stürmisches Wetter mit Winden von ENE bis NE, sehr unruhiger See von Ost
und OSO: und zeitweise steife Böen und Regenschauer. Von Anfang Mai
bis Ende Dezember, eine Zeit, in der gutes Wetter und westliche Winde in
dieser Gegend vorherrschen und die See auf der Rhede von Siau ruhig ist, liegt
das Schiff daselbst, wenn es eine gute Befestigung am Lande (auf dem Riffe)
bat, sicher und ohne Gefahr. In der übrigen Zeit des Jahres — Anfang Januar
bis Mitte April — wenn häufig starke Nordost- bis Ostwinde wehen, die einen
hohen Seegang erzeugen, kann dagegen die Lage eines Schiffes auf dieser Rhede
höchst gefährlich werden. Uns gelang es nur mit der gröfsten Anstrengung,
einen Wurfanker mit Landfeste und Kabeltau durch die Brandung auf das Riff
zu bringen. Bricht diese Befestigung während eines starken nordöstlichen Windes,
so ist das Schiff unrettbar verloren, denn es wird, selbst mit beiden Bugankern
aus, vom Ankergrunde ab und gegen die Felsen an der Westseite der Bai, wo-
selbst kein Ankergrund vorhanden ist, treiben. ;
Von Siau nach Gorontalo. Am 9. Februar war „Neptun“ nach Ein-
oahme von 150 Pikul Kopra wieder segelfertig. Bei gutem Wetter und umlaufenden
Winden lichteten wir um 6 Uhr morgens den Buganker, und als um Mittag nord-
westlicher Wind durchkam, nahmen wir auch den Warpanker nebst Landfeste
und Kabeltau an Bord, setzten Segel und begaben uns auf die Reise nach
Gorontalo. Am 12, Februar befanden wir uns nach nahezu beendeter Fahrt um
4 Uhr nachmittags bei starkem nordwestlichen Winde vor dem KEingange des
Hafens, allein der starke Gegenstrom verhinderte unser Einkreuzen in denselben.
Auch am folgenden Tage war es wegen des steifen nordwestlichen, dicht unter
der Küste unbeständigen Windes und Gegenstromes unmöglich, den Hafen zu
erreichen. Am Morgen des 14. Februar hielten wir bei steifen, zeitweise
stürmischen nördlichen Winden dicht vor der Mündung des Flusses. Um 11 Uhr
vormittags erreichten wir Ankergrund nahe dem Feuerthurm und brachten einen
Warpanker ans Land; allein das Schiff trieb mit beiden Ankern wieder nach
See. Nachdem die Anker gelichtet waren, begannen wir wieder zu kreuzen und
waren so glücklich, um 5 Uhr nachmittags, den Feuerthurm NO'/N - peilend,
30m von den Fischerpfählen entfernt, auf einer Wassertiefe von 64 m (35 Fad.)
3 Siehe „Nachrichten für Seefahrer“ 1886. No. 1311.