Von Kamerun bis Freetown.
341
Karte befindlichen Vertonung nicht ausgemacht werden. Für das Anlaufen der
Rhede von Kap Palmas ist das am Strande liegende Wrack des Dampfers
„Yoruba“ eine gute Marke. Hinter dem Wrack befindet sich eine kleine Gruppe
von Kokospalmen; die gröfste Palme mit dem Fockmast des Wracks in Eins
gehalten, führt auf den Ankerplatz. Oestlich aus dieser Linie herauszugehen ist
nicht rathsam wegen der Nähe der Felsen, von denen Outer Rock nur bei hoher
Dünung, Yoruba Rock überhaupt nicht bemerkbar ist. Die Palme über dem
Vorsteven des Wracks gehalten, führt noch gut frei von dem Congo Rock,
dessen Vorhandensein überhaupt nicht erwiesen ist. Eine Boje lay nicht an der
Stelle, wo der Congo Rock vermuthet wird.
Am 22. Juni 4”p wurde die Rhede von Kap Palmas verlassen und am
23. 4 30” p auf der Rhede von Gran Bassa geankert. Die Boje, welche die
Untiefe vor der Rhede bezeichnet, lag richtig.
Am 24. Juni 5" p wurde in See gegangen und am 25, Juni 9a auf
Monrovia-Rhede geankert, am 26. Juni 7" a letztere verlassen und um 12 mittags
auf der Rhede von Kap Mount geankert. Am 27. Juni 4”a wurde die Rhede
von Kap Mount verlassen und, nachdem Monrovia nochmals angelaufen war, um
den deutschen Konsul abzusetzen, die Fahrt nach Sierra Leone fortgesetzt, wo-
selbst am 29. Juni 9a geankert wurde.
Das Weiter war vom 22. Juni ab unverändert trübe mit starken Regen-
fällen. Wind aus SW bis West in Böen bis Stärke 7 wachsend. Der Strom setzte
südöstlich in Stärke von 1 Sm pro Stunde südlich von Monrovia, weiter nördlich
Ya Sm pro Stunde.
Die Wassertiefen im Sierra Leone-Flufs von Kap Sierra Leone bis King
Toms Point wurden durchweg ca 2 Fad. (3!/2 m) geringer gefunden, als sie in der
Karte angegeben sind.
Von Shanghai nach Nagasaki und von da nach Kobe.
Aus dem Reisebericht S, M. Knbt. „Iltis“, Kommandant Korv.-Kapt. Graf v. BAUDISSIN.
Am 8. April um 4" p verließ S. M, Knbt. „Iltis“ den Hafen von Shanghai.
Nach dem Passiren des Ose Saki-Leuchtfeuers (auf der Insel Goto) in
einem Abstande von 13,5 Sm steuerte das Kanonenboot auf die Kaba Sima-Bai
zu, in welcher dasselbe am 11. April um 7° 16” a ankerte. Diese Bucht wurde
am 11. und 12. April als Ankerplatz benutzt, um von dort aus die gefechts-
mäfsige Schießübung abzuhalten, und erwies sich als solcher brauchbar, Nach
Beendigung der Schiefsübung am 12. April um 4*p wurde in den Hafen von
Nagasaki gesteuert und um 6* 9” p in demselben geankert.
Ueber Strom- und Windverhältnisse in Nagasaki ist Besonderes nicht
hervorzuheben, jedoch bedarf es vielleicht der Erwähnung, dafs in einer Nacht
bei Südwestwind, Stärke 5—8, bereits drei im Hafen liegende Kriegsschiffe
beträchtliche Strecken vertrieben.
Am 29. April um 6% 3” a verliefßs S. M. Knbt. „Iltis“ mit einem Lootsen
für die Imoands-See den Hafen von Nagasaki, bestimmte auf der Rhede die
Deviation der Kompasse und setzte darauf die Reise durch die Hirado-Strafse
fort, welche gegen 3* p passirt war. Nach dem Passiren derselben fand S. M. Knbt.
„Iltis“ eine hohe Dünung aus NO vor, welche im Verein mit südlich setzendem
Strom das Vorwärtskommen des Kanonenbootes aufserordentlich erschwerte;
besonders gegen Abend, nach dem Passiren der Oogawa-Sima- und Hirase-Inseln
waren Seegang und Strom so stark, dals die Maschine zeitweise mit aller Kraft
arbeiten mufste, um von den zu passirenden Inseln und Felsengruppen frei zu
kommen.
Es mufs nach der hierbei gemachten Erfahrung empfohlen werden, bei
nördlichen Winden und entsprechendem Seegang sowie entgegenlaufendem Strom
ein Durchfahren der Hirado-Strafse, sowie ähnlicher Passagen in den Inseln dieses
Theiles der Japanischen See von Süd nach Nord möglichst‘ zu vermeiden und
lieber in geschützter Stelle zu ankern, bis günstigere Verhältnisse eingetreten sind.