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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Von Kamerun bis Freetown. 
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Karte befindlichen Vertonung nicht ausgemacht werden. Für das Anlaufen der 
Rhede von Kap Palmas ist das am Strande liegende Wrack des Dampfers 
„Yoruba“ eine gute Marke. Hinter dem Wrack befindet sich eine kleine Gruppe 
von Kokospalmen; die gröfste Palme mit dem Fockmast des Wracks in Eins 
gehalten, führt auf den Ankerplatz. Oestlich aus dieser Linie herauszugehen ist 
nicht rathsam wegen der Nähe der Felsen, von denen Outer Rock nur bei hoher 
Dünung, Yoruba Rock überhaupt nicht bemerkbar ist. Die Palme über dem 
Vorsteven des Wracks gehalten, führt noch gut frei von dem Congo Rock, 
dessen Vorhandensein überhaupt nicht erwiesen ist. Eine Boje lay nicht an der 
Stelle, wo der Congo Rock vermuthet wird. 
Am 22. Juni 4”p wurde die Rhede von Kap Palmas verlassen und am 
23. 4 30” p auf der Rhede von Gran Bassa geankert. Die Boje, welche die 
Untiefe vor der Rhede bezeichnet, lag richtig. 
Am 24. Juni 5" p wurde in See gegangen und am 25, Juni 9a auf 
Monrovia-Rhede geankert, am 26. Juni 7" a letztere verlassen und um 12 mittags 
auf der Rhede von Kap Mount geankert. Am 27. Juni 4”a wurde die Rhede 
von Kap Mount verlassen und, nachdem Monrovia nochmals angelaufen war, um 
den deutschen Konsul abzusetzen, die Fahrt nach Sierra Leone fortgesetzt, wo- 
selbst am 29. Juni 9a geankert wurde. 
Das Weiter war vom 22. Juni ab unverändert trübe mit starken Regen- 
fällen. Wind aus SW bis West in Böen bis Stärke 7 wachsend. Der Strom setzte 
südöstlich in Stärke von 1 Sm pro Stunde südlich von Monrovia, weiter nördlich 
Ya Sm pro Stunde. 
Die Wassertiefen im Sierra Leone-Flufs von Kap Sierra Leone bis King 
Toms Point wurden durchweg ca 2 Fad. (3!/2 m) geringer gefunden, als sie in der 
Karte angegeben sind. 
Von Shanghai nach Nagasaki und von da nach Kobe. 
Aus dem Reisebericht S, M. Knbt. „Iltis“, Kommandant Korv.-Kapt. Graf v. BAUDISSIN. 
Am 8. April um 4" p verließ S. M, Knbt. „Iltis“ den Hafen von Shanghai. 
Nach dem Passiren des Ose Saki-Leuchtfeuers (auf der Insel Goto) in 
einem Abstande von 13,5 Sm steuerte das Kanonenboot auf die Kaba Sima-Bai 
zu, in welcher dasselbe am 11. April um 7° 16” a ankerte. Diese Bucht wurde 
am 11. und 12. April als Ankerplatz benutzt, um von dort aus die gefechts- 
mäfsige Schießübung abzuhalten, und erwies sich als solcher brauchbar, Nach 
Beendigung der Schiefsübung am 12. April um 4*p wurde in den Hafen von 
Nagasaki gesteuert und um 6* 9” p in demselben geankert. 
Ueber Strom- und Windverhältnisse in Nagasaki ist Besonderes nicht 
hervorzuheben, jedoch bedarf es vielleicht der Erwähnung, dafs in einer Nacht 
bei Südwestwind, Stärke 5—8, bereits drei im Hafen liegende Kriegsschiffe 
beträchtliche Strecken vertrieben. 
Am 29. April um 6% 3” a verliefßs S. M. Knbt. „Iltis“ mit einem Lootsen 
für die Imoands-See den Hafen von Nagasaki, bestimmte auf der Rhede die 
Deviation der Kompasse und setzte darauf die Reise durch die Hirado-Strafse 
fort, welche gegen 3* p passirt war. Nach dem Passiren derselben fand S. M. Knbt. 
„Iltis“ eine hohe Dünung aus NO vor, welche im Verein mit südlich setzendem 
Strom das Vorwärtskommen des Kanonenbootes aufserordentlich erschwerte; 
besonders gegen Abend, nach dem Passiren der Oogawa-Sima- und Hirase-Inseln 
waren Seegang und Strom so stark, dals die Maschine zeitweise mit aller Kraft 
arbeiten mufste, um von den zu passirenden Inseln und Felsengruppen frei zu 
kommen. 
Es mufs nach der hierbei gemachten Erfahrung empfohlen werden, bei 
nördlichen Winden und entsprechendem Seegang sowie entgegenlaufendem Strom 
ein Durchfahren der Hirado-Strafse, sowie ähnlicher Passagen in den Inseln dieses 
Theiles der Japanischen See von Süd nach Nord möglichst‘ zu vermeiden und 
lieber in geschützter Stelle zu ankern, bis günstigere Verhältnisse eingetreten sind.
	        
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