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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Von Kamerun nach St. Paul de Loanda und Kapstadt. 339 
der Küste von Kap Martha bis Kap Frio starke Südwest- und Südwinde mit heftigem 
Seegang während des ganzen Jahres anführt, und die Reisen S. M. Knbt. „Hyäne“ 
in den Jahren 1891 und 1892 diese Angaben voll bestätigt haben, so wurde 
zunächst SW'/2W-Kurs aufgenommen, um auf diesem ‘die genannte Strecke in 
gröfserem Abstande von der Küste zurückzulegen. 
Nach den Angaben des „Africa Pilot“ und des „Segelhandbuches für den 
Atlantischen Ocean“ nimmt nämlich der an der Küste meist sehr frisch wehende 
Südwestwind in einem Abstande von 80 bis 100 Sm von der Küste bedeutend an 
Stärke ab, indem er gleichzeitig auf Süd dreht und dann fast unmerklich in den 
Südostpassat übergeht. 
Das Besteck am 23. Mai ergab wieder eine geringe östliche Stromver- 
setzung; es wurde deshalb noch !/2 Strich abgehalten. Auf diesem Kurse wurde 
am: 24. Mai 15° 25‘ S-Br und 10° 30‘ O-Lg erreicht. Der Wind war seit dem 
Verlassen Loandas während des Tages stets westlich, NW bis WSW, von sehr 
geringer Stärke gewesen und von häufigen Stillen unterbrochen, ging abends 
stets nach Süd herum und wehte während der Nacht mit geringer Stärke aus 
SW bis SSW. Von Dünung war kaum etwas zu merken. 
Am 24. Mai kam Südsüdwestwind von gröfserer Stärke durch, der langsam 
auf Süd drehte, bis zum 27. Mai in annähernd gleicher Stärke (5 bis 6) aus SzO 
bis SZW wehte und einen unverhältnilsmäfsig starken Seegang verursachte. Die 
Stromversetzung war stets nordwestlich 0,3 bis 1,0 Sın in der Stunde. S. M, Knbt, 
„Hyäne“ erreichte dabei mit Schratsegeln über St. B.-Bug beim Winde steuernd 
schon am 26. Mai mittags die Höhe von Kap Frio. Da an ein Gegenandampfen 
des Kanonenbootes gegen den starken Seegang nicht zu denken war und ein 
Liegen ‚über den anderen Bug nur einen Gewinn in Länge, dagegen Verlust in 
Breite herbeigeführt hätte, so wurde der Kurs beim Winde über St. B.-Bug' bei- 
behalten, um event., wenn der Wind nicht abflauen sollte, über diesem Bug 
möglichst Breite gut zu machen und mit Hülfe des Passates die Region der 
veränderlichen Winde resp. der guten Westwinde zu erreichen. 
Am 29. Mai mittags flaute indessen der Wind vollständig ab, dabei aber 
eine hohe Dünung aus südwestlicher Richtung noch bis zum 29. Mai zurück- 
lassend. Der Kurs wurde daher mit SzO direkt auf Kapstadt genommen. Der 
Wind wehte während der nächsten Tage aus SSE bis SSW mit Stärke 1, ging 
am 29. Mai nach SW herum und wehte am 30. und 31. Mai tagsüber aus West, 
während der Nacht aus SW. 
Am 1.‘Juni kam auf 28° 30‘ S-Br Nordwind durch, der mit großer Regel- 
mäfsigkeit während des Tages aus nordzuwestlicher Richtung mit geringer Stärke 
wehte, abends mit rasch zunehmender Bewölkung des Himmels nach NNE drehte, 
aus dieser Richtung während der Nacht‘ mit gröfserer Stärke blies und morgens 
wieder mit aufklarendem Himmel westlich drehend abnahm. 
Die Stromversetzung war auch vom 28, Mai ab stets nordwestlich, von 
0,8 bis auf 0,5 Sm in der Stunde herabgehend. 
Am 4. Juni 12% mittags ankerte S. M. Kunbt. „Hyäne“ in der Tafel-Bai, 
Von Kamerun bis Freetown. 
Aus dem Reisebericht S. M. Krzr. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt. BECKER, 
S. M. Kreuzer „Falke“ verliefs Kamerun am 27. Mai 2" p, ankerte während 
der Nacht bei Suellaba, setzte am 28. Mai 6"a die Fahrt nach dem Rio del Rey 
fort und traf um 1*p aufserhalb der Barre ein, woselbst S. M. Fhrz. „Nachtigal® 
verankert lag. Der Führer des Fahrzeuges diente als Lootse den Rio del 
Rey hinauf. , 
Die Betonnung des Flusses ist noch zu vervollständigen, zumal die Wasser- 
tiefen niedriger als in der Karte angegeben vorgefunden worden sind. Besonders 
nothwendig ist eine Ansegelungstonne aufserhalb der Barre und wünschenswerth 
eine Tonne auf der Barre selbst. Den Schiffsort behufs Ansteuerung des Rio
	        
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