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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Die Untersuchung der magnetischen Verhältnisse auf Teneriffa, 333 
tungen hatte sich für den Logarithmus der Konstanten (C) eine monatliche Ab- 
nahme von 0,00025 ergeben; leitet man damit den Werth der Konstanten für 
die Zeit der Beobachtung auf Teneriffa ab und setzt denselben in die Formel 
mit dem resp. Ablenkungswinkel ein, so würde man der Reihe nach erhalten 
für Agua Garcia H — 0,2744, Las Mercedes H — 0,2903, Bajamar H — 0,2682, 
Santa Cruz H =— 0,2513, Laguna H = 0,2596 und für Orotava H =— 0,2593. Ver- 
gleicht man diese Werthe mit den oben mitgetheilten für die Gegend von 
Teneriffa, so erscheint es bei der dargelegten Sachlage zweckmäßig, sich mit 
der Ableitung von Relativwerthen zu begnügen, wobei die Differenzen mit Orotava, 
der anscheinend am wenigsten lokal beeinflufsten Station, da an zwei Stellen 
daselbst beobachtet und nahezu für beide gleiche Werthe erhalten wurden, abge- 
leitet werden sollen.!) Für Orotava mag es immerhin einige Berechtigung haben, 
der Erleichterung des Vergleiches wegen, den aus den Karten abgeleiteten Werth 
für 1891 der Horizontal-Komponente einzuführen. 
Bezüglich der Ableitung der Werthe der Inklination sind folgende Be- 
merkungen vorauszuschicken: 
Es wurde auf die Bestimmung der Inklination seitens des Herrn 
Dr. v. Rebeur-Paschwitz eine grofßse Sorgfalt verwendet; auch wurden bei 
vertikaler Stellung der Inklinationsnadel (90° vom magnetischen Meridian ent- 
fernt) sowohl Ablenkungen als Schwingungsdauer beobachtet, wie dies aus der 
Tabelle auf Seite 332 zu ersehen ist. Es hat aber den Anschein, als wenn 
Nadel I im Laufe der Reise Schaden genommen hätte und dadurch eine Kolli- 
mation in der Nadel hervorgebracht wurde, deren Betrag nachträglich hätte fest- 
gestellt werden müssen, wenn man eine strenge Zurückführung der erhaltenen 
Werthe auf eine Normalstation hätte ausführen wollen. Aus dem, was oben 
gesagt wurde, folgt, dafs darauf verzichtet werden mulste. Es bleibt bei dieser 
Sachlage daher nichts übrig, als auch in diesem Falle die Differenzen mit 
den angenommenen normalen Werthen abzuleiten und deren Wesen etwas näher 
zu beleuchten. 
In der nun folgenden‘ Tabelle wollen wir die Differenzen der einzelnen 
magnetischen Elemente, wie sich dieselben, abgeleitet nach den vorstehenden Be- 
merkungen, ergeben, darstellen. 
Differenzen der magnetischen Elemente der einzelnen Stationen mit den angenommenen 
Normalwerthen, 
Station 
Agua Garcia 
Las Mercedes 
Bajamar 
Santa Cruz 
Laguna 
Orotava 
Deklination 
Orotavar-| Karten— 
Reobacht. | Beobacht 
+12° 57° 
+ 2° 17 
+ 2° 31 
— 1°15‘ 
+ 0° 14' 
+ 0° 00’ 
+A11° 54‘ 
+ 1° 19 
4 1°33 
— 2°13 
— 0° 44' 
— 0° 58! 
Inklination 
Oro Karten-— 
Beobacht. | Beobacht. 
— 0,72° 
+ 1,00° 
— 0,19° 
— 0,55° 
— 0,22° 
—+ 0,00° 
+ 1,70° 
-+ 3,30° 
+ 2,10° 
+ 1,70° 
+2,1° 
++, 99 
Horiz.- 
Intensität 
Orotava-— 
Benhaecht. 
0.6.8. 
— 0,0138 
— 0,0295 
— 0,0079 
—+ 0,0088 
+ 0,0008 
+ 0,0000 
Es erhellt aus diesen Differenzen, daß in Agua Garcia die lokalen 
Störungen durchweg am erheblichsten sind; bei der Deklination erreichen sie den 
hohen Betrag von 12° und darüber, um welchen Betrag die westliche Deklination 
zu klein ist. Die Nadel ist daher nach Osten abgelenkt. Gegen Orotava ist 
die Inklination daselbst etwas zu grofßs, gegen die Karten etwa um 1°%4° zu klein, 
Die‘ Horizontal-Intensität ist um KErhebliches gröfser, als die normalen Werthe. 
Es erscheint zur Beleuchtung des Charakters der magnetischen Störungen 
von Werth, die Vertikal-Komponente und die Total-Intensität für die einzelnen 
Stationen zu berechnen. Es wurde hierbei in ähnlicher Weise verfahren, wie bei 
1) Aber auch in Orotava sind schon früher auf kurze Entfernungen nicht unerhebliche 
Differenzen in den magnetischen Elementen beobachtet worden.
	        
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