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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

330 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1893. 
yebenen Anleitung ‚ausgeführt, und bedarf es deshalb an dieser Stelle einer ein- 
gehenden Darlegung darüber nicht. Einige Bemerkungen über die astronomischen 
Beobachtungen und Besonderheiten des benutzten Instrumentes sollen hier nach 
Dr. v. Rebeur-Paschwitz’ Ausführungen erwähnt werden, Er sagt darüber: 
„Die astronomischen Beobachtungen sind durchweg mit Hülfe des Universal- 
Instrumentes von Pistor und Martins in der Regel im direkten Anschlufs an 
die magnetischen erhalten worden. Die bei den Beobachtungen benutzte Taschen- 
uhr hat einen aufserordentlich regelmäfsigen Gang und ist für kürzere Intervalle 
so zuverlässig wie ein Chronometer. 
Die Ablesungen an der Deklinationsnadel I waren durchweg, besonders bei 
starkem Wind, unsicher, wegen der starken Inklination der Nadel. Die Umstände 
verboten natürlich einen Versuch, diesem Uebelstande abzuhelfen. Trotzdem sind 
die Deklinationsbeobachtungen stets auch mit dieser Nadel ausgeführt worden. 
Für die Einstellung des Kreises bei den Inklinationsbeobachtungen habe 
ich durchweg, mit Ausnahme der Beobachtungsserie 2, die durch die mittlere Ein- 
stellung der Deklinationsnadeln gegebene Lage bezw. die um 90° davon ent- 
lernte angenommen, da die Ermittelung derselben in der gewöhnlichen Weise — 
durch Einspielenlassen der Nadel auf den Strich 90° — zu unzuverlässig und 
zeitraubend war, KEventuell würden hiernach die Resultate ciner Verbesserung 
bedürfen. Die Ablesungen der beiden Nonien des Horizontalkreises habe ich bereits 
in eine zusammengezogen. Das Gleiche ist bei den Mirenablesungen für entgegen- 
gesetzte Lagen des Fernrohres geschehen. 
Zu den Schwingungsbeobachtungen wurde eine Taschenuhr, nach mittlerer 
Zeit gehend, benutzt, deren Stand bei jeder Beobachtung bestimmt wurde. Die 
astronomische Bestimmung des Azimuts geschah, wie oben schon bemerkt, in der 
Regel in unmittelbarem Anschlufs an die magnetischen Beobachtungen durch 
Beobachtungen der Sonne mittels des Universal-Instruments und Uebertragung 
auf das Deviations-Magnetometer. 
Die Meereshöhe von Punkt 1 ist mir nicht hekannt, sie dürfte aus der 
Karte Teneriffas von v. Fritsch, Hartung und Reifs,!) die sich nicht in 
meinem Besitz befindet, zu entnehmen sein und wird etwa 800m betragen. Die 
geringe Deklination der Nadel an diesem Punkte ist durch genaue Kontrole 
verbürgt. 
Die geographische Lage von Laguna ist wie folgt angenommen: 
N-Br 428° 29,8’; W-Lg v. Greenw. 1° 5" 05 
Die Lage der übrigen Beobachtungspunkte ist aus der beigefügten Kartenskizze?) 
(s. Seite 331) zu entnehmen.“ 
Veber die Lage und sonstige Einzelheiten der Stationen, au welchen 
Beobachtungen ausgeführt wurden, werden in dem Bericht des Herrn Dr. v. Rebeur- 
Paschwitz die folgenden Anhalte gegeben. 
Station 1: Agua Garcia, nahe der berühmten Quelle im KErika-Walde 
oberhalb Tacoronte gelegen, an der Stelle, wo der Fußweg von letzterem Orte 
in den Wald eintritt. Das Instrument wurde links vom Wege am ersten Baum 
aufgestellt: die Beobachtungen wurden am 26. Juli 1890 ausgeführt. 
Station 2: Las Mercedes, im Walde am Wege nach Taganana, an der 
Stelle gelegen, wo der Weg aus dem Walde auf die kahle Höhe tritt. Die Inklinations- 
beobachtungen wurden am Waldsaum rechts, die Deklinations- und astronomischen 
Beobachtungen auf der durch einen weißen Pfahl bezeichneten, nahe gelegenen 
Höhe ausgeführt; Meereshöhe ca 800 m, Zeit der Beobachtung 30. Juli 1890 
Station 3: Meeresküste zwischen Tejina und Bajamar. Das Instrument 
stand auf einer kleinen gepflasterten Terrasse, den Ueberresten eines alten 
Kastells, über einer an dieser Stelle am Meeresspiegel zu Tage tretenden Süfs- 
wasserquelle; Höhe über dem Meeresspiegel 10m, Zeit der Beobachtung der 
4. August 1590. Als Mire dient der Steilrand der gegen SW in das Meer her- 
vorragenden Klippen. 
7) Tenerife, geologisch-topographisch dargestellt, ein Beitrag zur Kenntnifs vulkanischer 
Gebirge. Winterthur 1867. Nach Leopold v. Buch 825 m unterer Waldsaum (S. 14). 
2) Dis hier gegebene Kartenskizze ist Dr. Bolle’s Aufsatz in der „Zeitschrift der Gesellschaft 
für Erdkunde in Berlin“, neue Folge, X. Bad. (1861), S. 1 £., entlehnt.
	        
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