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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Guayaquil und Manta; Ecuador; Flores, Azoren, 
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nächsten Tage waren unserem Vorhaben ungünstig. Am frühen Morgen‘ des 
2, November steuerten wir mit kleinen Segeln an der Südküste der Insel Flores 
entlang, um mit Tagwerden gegenüber der etwa in der Mitte der Ostküste be- 
legenen Stadt Santa Cruz zu sein. Unsere anfängliche Absicht, die. Insel 
San Miguel anzulaufen, gaben wir auf, um keine Zeit mehr zu verlieren. Da die 
Insel Flores nur höchst selten von Schiffen angelaufen wird, und daher auch, 
namentlich unter den deutschen Seeleuten, über dieselbe wenig bekannt sein 
dürfte, so werden einige Bemerkungen über die Verhältnisse daselbst will- 
kommen sein. 
Der einzige Platz, wo man erwarten kann, auf der Insel Flores Proviant 
zu bekommen, ist die Stadt Santa Cruz. Wenn auf einem ansegelnden Schiffe 
die Lootsenflagge geheifst wird, so kommt der Lootse, in dessen Beglei- 
tung sich gewöhnlich der Konsul des ‚betreffenden Staates befindet, schon weit 
auf See hinaus an Bord. Zieht man es vor, nicht zu ankern, so läfst man das 
Schiff unter der Aufsicht des Lootsen ab- und anliegen, was besonders mit Winden 
von Süd durch West nach Nord mit keinerlei Schwierigkeiten verknüpft ist. 
Handelt es sich um einen kurzen Aufenthalt von 4 bis 5 Stunden, so ist dies viel 
vortheilhafter, als zu ankern, da letzteres auf einer bedeutenden Wassertiefe 
von 37m — 20 Fad. — zu geschehen hat. Die Unkosten eines Schiffes sind 
außerordentlich gering, denn sie bestehen lediglich in einer Zahlungsleistung für 
den Besuch des Arztes, der erfolgen mufß, bevor der Verkehr mit dem Lande 
freigegeben wird. Als eine weitere Bedingung hierfür ist ein reiner Gesund- 
heitspaßs vom Abgangshafen erforderlich. Aufser gesalzenem Fleisch und Speck 
kann man an Proviant alles bekommen, was man wünscht. Ist Bedarf von 
Ersterem vorhanden, so hat man einen lebenden Ochsen zu kaufen, läfst denselben 
am Lande schlachten und das Fleisch einsalzen. Das Trinkwasser ist ganz vor- 
züglich und kostet weiter nichts, als was man an Leichter- und Arbeitslohn für 
das Anbordbringen desselben zu zahlen hat. 
Für die Abfertigung eines Schiffes sind gewöhnlich drei bis vier Stunden 
nothwendig. Wir trafen es ziemlich ungünstig, da gleichzeitig mit uns das alle 
zwei Monate hier anlaufende Packetschiff von Nordamerika anwesend war, 
welches die Boote sowie die Zeit des Konsuls zum gröfsten Theil für sich in 
Anspruch nahm. Aus diesem Grunde dauerte unser Aufenthalt bei Santa Cruz 
71/2 Stunden, nämlich von 9 Uhr vormittags bis 4'/a Uhr nachmittags. ; 
An der Ostseite von Flores setzt die Fluth nach NO, die Ebbe nach SO. 
Die Insel ist in ihrer nächsten Nähe von tiefem Wasser umgeben; die für die 
Schiffahrt vorhandenen Hindernisse sind mit Ausnahme der 4!/2 Faden-Stelle süd- 
westlich der Spitze Lagens über Wasser sichtbar. 
Man sollte bestrebt sein, so rasch wie irgend möglich fertig zu werden, 
denn das schlechte Wetter läfst bei den Azoren gewöhnlich nicht lange auf sich 
warten. Es sind Fälle bekannt, in denen Schiffe von der Insel wegtrieben und 
ihren Lootsen auf Fayal absetzen oder selbst bis England mitnehmen mulsten, 
Steinkohlen kann man in Flores nicht bekommen, sondern nur Brennholz, 
and dieses ist sehr theuer. 
Hafen von Cienfuegos, Südküste von Cuba, 
Der Güte des Herrn Kapt. L. Sonderhoff von der H. A. P. A.-G. ver- 
danken wir folgenden Bericht: 
Cienfuegos oder Port Xagua, an der Nordostseite der Xagua-Bai liegend, 
ist nach Havana und San Jago del Cuba der wichtigste und gröfste Hafenplatz 
von Cuba: Die Bai von Xagua, ein 2'/2 Sm breites und 9 Sm langes, rings von 
Land eingeschlossenes, herrliches Wasserbecken, erstreckt sich von SO nach NW 
und bildet einen sicheren, von allen Winden geschützten Hafen für Schiffe jeder 
Größe. Der Ankergrund besteht aus Schlamm und ist gut haltend. Das An- 
laufen des Hafens bietet keinerlei Schwierigkeiten. Beim Feuerthurm von Punta 
Ann. d. Hydr. ete., 1893, Heft YIIL
	        
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