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Full text: 34, 1911

Die geographische Verbreitung der monatlichen Bni-ometersehwankungen. 
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So stellen sich auch die größeren Schwankungen auf derSüdhemisphäre pol wärt« eher ein als auf 
der Nordhemisphärc. Auch betreffs der Größe der Schwankung gebührt tuteli der Theorie der Süd- 
hemisphäro der Vorrang, wenngleich empirisch diese Tatsache noch mehr zu erhärten wäre. Auch die 
höheren Beträge der Zirkumpolarregion der Südhemisphäre im hemisphärischen Winter wie namentlich 
im hemispärisehen Sommer sind diesem Umstande zuzuschreiben. Die Tatsache, daß die antarktische See 
recht oft von stürmischen Winden heimgesucht wird, ist ja zur Genüge bekannt. Die gemeinsame 
Wirkung der Reibung und der ablenkenden Kraft verursacht auch, wie Koppen 1 ) gezeigt hat, daß in den 
Tropen die Kontinente, in höheren Breiten die Meere die Gebiete der größeren Schwankungen des 
Barometers sind. In den Tropen, wo über den Festländern infolge der geringeren ablenkcnden Kraft nur 
die Reibung ins Gewicht fällt, erzeugt diese größere Rrnckschwankungen, in höheren Breiten dagegen hebt 
sie über den Festländern die ablenkende Kraft zum Teil auf und verursacht gegenüber den Meeren 
geringere Oszillationen. 
Fassen wir nach dieser allgemeinen Übersicht der Hemisphären die Kontinente näher ins Auge, um 
den Verlauf der isobarometrischen Linien näher zu ergründen, so mögen die Festländer der nördlichen 
Halbkugel zunächst besprochen werden. 
Gehen wir von dem Kontinent der westlichen Halbkugel aus, so haben wir als bemerkenswert die 
Gegensätzlichkeit der West- und Ostküste hervorgehoben. Im Süden bieten der Golf von Mexiko samt 
seinen Küsten ein Gebiet größter Barometcisehwankungen gegenüber dem Innern und der pazifischen Küste. 
Es fällt nicht schwer, die Nortes, d. h. die Nordwinde aus Nordamerika, mit diesen großen 
Schwankungen in Verbindung zu bringen. Dadurch, daß dieser Kontinent sich nach Süden zu dem 
schmalen mittelanierikanischen Landstege verschmälert, werden die Bedingungen zu einem stürmischen 
Luftaustausche geschaffen. Wir erhalten im Winter, wo die Nortes vorwiegen, im mexikanischen Golfe 
ein warmes tropisches Wasserbecken mit darüber stark aufgelockerten Luftinassen, welche mit den kalten 
des amerikanischen Festlandes stark kontrastieren. Die Folge sind starke Nordwinde mit westlicher 
Komponente. Hann 2 ) schreibt über diese Winde: „Die Ostküste und der ganze Golf von Mexiko unter 
liegen im Winter nicht selten heftigen Nordstürmen, den sog. Nortes, welche das Meer heftig aufregen, 
Kälte weit hinab in niedrige Breiten bringen, gelegentlich auch heftige Regen an den Küsten. Da im 
Winter über dem warmen Golf von Mexiko ein relativ niedriger Luftdruck herrscht, so ist das Vorherrschen 
der Nordwinde an der Ostküste Mexikos zu dieser Jahreszeit begreiflich. Das Hochland von Mexiko 
beschränkt sie wohl auf die östlichsten Teile Mexikos. Nach Süden hin dringen die Nortes aber weit gegen 
den Äquator vor.“ Woeikof 3 ) bringt die Nortes ebenfalls in Zusammenhang mit den relativ hohen 
Barometerschwankungen. In der in der Einleitung von ihm zitierten Arbeit bemerkt er folgendes: „A Cuba, 
dans le Yucatan, à la còte E. du Mexique (Vera-Cruz) et même jusqu'au Sud de l'Isthme de Tehuantcpec la 
variabilité doit être grande, car ces pays sont soumis à des vents très violents du N. (Nortes) dans la 
saison Invernalo. Il n'y a pas de cloute que les Nortes sont causés par l'interférence de cyclones dans le 
Nord des tropiques et de pressions très liantes dans le Sud des Etats-Unis.“ 
Im Gegensatz hierzu zeichnen sich die pazifischen Küsten Mittelamerikas und Mexikos durch äußerst 
geringe Druckschwankungen aus. Auf S. 9 habe ich Stationen der pazifischen und der atlantischen Küste 
einander gegenübergestellt, wodurch der Kontrast unmittelbar ersichtlich wird. Es ist zu vermuten, daß 
die andinen Ketten hier als Wetterscheiden wirken und die dichten Wälder der atlantischen Ebenen die 
Stärke der Stürme brechen, so daß an der pazifischen Küste wenig Wind und glatte Sec Regel ist. 
Störungen im Luftdruck können in der Golfgegend auch durch die westindischen Orkane verursacht 
werden. So sank in der Stadt Gal veston in Texas das Barometer gelegentlich eines westindischen Dreh 
sturmes im August 1900 bis auf 723 mm hinab. Derartig tiefe Barometerstände gehören jedoch zu den 
Seltenheiten. In Mittel sinkt bei Orkanen mittlerer Intensität nach Fischer 4 ) das Barometer nicht unter 
den Wert von 730—740 mm. Diese westindischen Orkane, die der Hauptsache nach in den Monaten 
August, September und Oktober Auftreten, sind im allgemeinen äußerst selten und kommen daher als 
') Koppen, W., Annalen dev Hydrographie ISS2, S. 284. 
-) Hann, J„ Handbuch der Klimatologie Bd. 11. S. :S20. 
3 ) Woeikof, n. a. O. S. 10. 
4 ) Fischer, A., Die Hurricanes oder Drehstürme W Ostindiens. Dissertation. Bonn 1907, S. 19.
	        
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