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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1893, 
Von Sydney nach Apla. 
Aus dem Reisebericht S. M. Krzr. „Sperber“, Kommandant Korv.-Kapt. FISCHER. 
8. M. Kreuzer „Sperber“ verliefßs den Hafen von Sydney am 6. April d, J. 
nachmittags, um nach Apia zu gehen. Der Kurs führte zwischen dem KElizabeth- 
Riff und der Lord Howe-Insel, nördlich von der Insel Norfolk mitten durch die 
Passage zwischen den Tonga- und Fiji-Inseln. Der Wind wehte anfangs mit 
wechselnder Stärke (1—5) aus fast allen Richtungen der nördlichen Kompals- 
rose. Auf 30° S-Br und ca 161° O-Lg drehte der Wind südlich und ging all- 
mählich auf SE, wobei er zeitweise bis zur Stärke 6 zunahm. Kr blieb jedoch 
hier nicht stetig, sondern wehte ca zwei Tage hindurch aus ostnordöstlicher 
Richtung, um dann von ca 24° S-Br ab definitiv SE, Windstärke 4—6 zu bleiben. 
Nördlich von den Tonga-Inseln flaute er bis auf Windstärke 2 ab, ging anfangs 
auf Ost und in der Nähe der Samoa-Gruppe auf ENE. 
Die Stromverhältnisse stimmten wieder wenig mit den in den Stromkarten 
angegebenen überein. Am ersten Tage nach dem Verlassen von Sydney wurde 
ein südwestlicher Strom — ca 0,6 Sm pro Stunde — beobachtet, am folgenden 
dagegen ein nordwestlicher — ca 0,75 Sm pro Stunde. — Zwischen dem 
Elizabetb-Riff und der Lord Howe-Insel lief ein schwacher südöstlicher Strom, 
während von da ab bis zu den Fiji-Inseln stets ein nordwestlicher Strom an- 
getroffen wurde, dessen Richtung zwischen N 8,5° W und N 73° W und dessen 
Stärke zwischen 0,5 und 1 Sm pro Stunde schwankte. In der Passage zwischen 
Fiji und Tonga wurde zuerst ein S 77° W_— ca 0,25 Sm pro Stunde — setzender 
Strom und am nächsten Tage ein N 87° W — ca !/» Sm stündlich — setzender 
Strom beobachtet, 
Der Barometerstand war normal. Bis zum Wendekreis schwankte er 
zwischen 771,4 und 762,8, von da zwischen 763,0 und 768,8. 
Die Lufttemperatur bis zum Kintritt des Kreuzers in die Tropen betrug 
etwa durchschnittlich 22,5° C, dann aber nahm in den letzten Tagen der Reise 
die Temperatur langsam zu und erreichte bei 28,3° C ihr Maximum. In dem- 
gelben Maße wie die Lufttemperatur, wurde auch eine Temperaturzunahme des 
Wassers an der Meeresoberfläche wahrgenommen, so dafs hier keine bedeutenderen 
Differenzen gegen die Lufttemperatur gefunden wurden. 
Aus dem Reisebericht des Kapt. C. Grünewald, Führer des 
deutschen Dreimastschoners „Coquette‘‘, 
i. Anwendung von Oel zur Beruhigung der Wellen. 
Am 14. Juni 1889 hatte der auf einer Reise von Hamburg nach Delagoa- 
Bai begriffene Dreimastschoner „Coquette‘“ in ungefähr 40° S-Br zwischen 13° 
and 15° W-Lg einen schweren, von heftigen Böen begleiteten Westnordweststurm 
zu bestehen, der eine hohe wilde See hervorrief. Das Schiff lenzte anfangs 
unter vollem, später unter gerefftem Obermarssegel, Untermarssegel und voller 
Fock. „Als gegen 10 Uhr vormittags“, bemerkt der Kapitän, „die See eine 
so ungeheuerliche Höhe annahm, dafs sie Alles vom Deck hinweg zu schlagen 
drohte und sowohl über das Heck als über die Seiten lief, liefßs ich vorn an 
jedem Krahnbalken einen Oelsack aushängen. Die aus Segeltuch angefertigten 
Säcke hatten die Form einer bauchigen Flasche, welche sich am Halse stark 
verengte, waren mit einer dicken Segelnadel vielfach durchlöchert und wurden 
zum Gebrauch mit Werg und Leinöl aufgefüllt. Die Wirkung, welche das Oel 
auf die See ausübte, war geradezu überraschend und wunderbar. Die schwersten 
Brecher fielen etwa eine halbe Schiffslänge und noch weiter hinter dem Schiffe
	        
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