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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

308 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898. 
kleinere von etwa Schiffsgröfse oder weniger, Steuerten vor dem Winde nach 
NO und NNO; kein Eis mehr gesehen.“ 
März 14. bis 17. Die von Lyttelton in Queenstown angekommene Bark 
„Aldergrove‘“ passirte am 14. März auf 51° 2‘S-Br und 50° 10’W-Lg mehrere Kis- 
berge und am folgenden Tage von Tagwerden bis Mittag auf 50° 36‘ S-Br ımd 
48° 8‘ W-Lg nicht weniger als 99, sowie eine grofse Menge kleinerer KEisstücke. 
Am 16. März, auf 49° 10‘ S-Br und 46° 36‘ W-Lg schrapten während eines starken 
Sturmes beständig Kisstücke an dem Schiffe entlang, und in der folgenden 
Nacht hatte das Schiff sehr grofse Mühe, sich vom Eise frei zu halten. Am Tage 
darauf kam man vom Kise frei. Einige Kisberge waren 3 bis 4 Sm lang und 
etwa 60 ın hoch und hatten alle möglichen Gestalten. 
März 15. und 16. Kapt, F. Wedermann vom Schiffe „Senator Petersen“ 
berichtet an die „Hamburgische Börsen-Halle‘‘, dafs er auf seiner Reise von 
Australien nach Dublin vom 15, bis 16, März auf ungefähr 50° S-Br und 50° W-Lg 
während schweren Sturmes auf eine Distanz von 1580 Sm zwischen Eisbergen hin- 
durchsegelte, von denen die größere Zahl 90 bis 120 m hoch war. 
März 25. auf 50° 25‘ S-Br und 51° 2‘ W-Lg Eisberge. Bark „Schiller“, 
März 27. und 28. zwischen 31° S-Br und 51° W-Lg und 48° 8.Br und 
46° W-Lg Eisberge. Schiff „Carnedd Llewellyn“. 
März 30. auf 50° S-Br und 52° W-Lg 3 KEisberge. Am nächsten Tage, 
auf 49° S-Br und 52° W-Lg segelte das Schiff 3 Stunden zwischen zahlreichen 
Kisbergen, bevor es frei kam. Schiff „Glane‘, von Pisagua in Garston. 
April ?. Die Bark „Aethelberth“, von Lyttelton in Liverpool angekom- 
men, war auf 51° S-Br und 50° W-Lg mit einer Eisinsel in Kollision, wobei der 
Besanbaum sowie die Gaffel zerbrachen und der Besanmast einen Sprung erhielt. 
Auch die Hacke des Ruders stiefßs unter Wasser gegen das Eis, ohne indefs zu 
zerbrechen. 
Schiff „Placilla“ von Iquique nach Hamburg: 
April 7. morgens Sturm aus SSW mit schweren Böen. Um 7*a auf 
48° 33‘ S-Br und 51° 48‘ W-Lg passirten zwei Hisberge nahe bei. Von 8a bis 
Mittag sahen 12 Eisberge an B. B. (westlich vom Kurse), darunter zwei 
sehr grofse von etwa 30 bis 45m Höhe. Mittags Schiffsort 47° 43‘ S-Br und 
o1° 6‘ W-Lg. Wind etwas flauer und westlicher. Nachmittags passirten zwei 
Eisberge nahe bei an B. B. und sahen bei Dunkelwerden von oben noch 
fünf mehr an derselben Seite. An B.B. kein Eis mehr sichtbar. Um 6*p 
auf 46° 45‘ S-Br und 50° 11‘ W-Lg ein 60 m hoher Eisberg nahe bei, kein Stücken- 
eis. Weiterhin wurde kein Eis mehr gesehen. Temperatur um 4? a der Luft 5,8°, 
des Wassers 9,3°; um 8'a Luft 6,3°, Wasser 9,9°; mittags Luft 6,0°, Wasser 
10,1°; 4"p Luft 7,1°, Wasser 11,5°; 8"p Luft 7,0°, Wasser 11,6°.“ Der Kapitän 
R. Hilgendorf bemerkt noch: „In der westlichen Stellung, in der wir uns 
befanden, hätte ich kein Eis erwartet, und es war ein Glück, dafs wir 
klares Wetter hatten. Die Temperatur des Wassers änderte sich in der Nähe 
des Eises nicht. Nach dieser Erfahrung halte ich es nicht für rathsam, sich bei 
dickem Wetter auf das Thermometer zu verlassen. Bei der gleichmälsig zuneh- 
menden Wassertemperatur, welche wir beobachteten, würde ich bei nehligem 
Wetter absolut kein Eis in der Nähe vermuthet hahen.“ 
Stiller Ocean, 
1892, August 8. um 9" a auf 58° 12‘S-Br und 74° 6‘ W-Lg ein kleiner Eis- 
berg von 6 m Höhe und 15 m Durchmesser, Um Mittag auf 58° 18‘ S-Br und 
(4° 31‘ W-Lg ein großer Berg, nach Messung 97 m hoch und 0,4 Sm lang von 
einer Ecke zur nächsten. Derselbe trieb für die Schiffahrt sehr gefährlich. Bark 
„Plus“, Kapt. F. Kähler, von Ship Island, Mississipi, nach Guayaquil. 
August 9. um Mittag, auf 58° 32’ S-Br und 74° 44‘ W-Lg *ichteten einen 
sehr grofßen Eisberg N vom Schiffe, etwa 8 Sm entfernt. Bark „Freya“, von 
Paranagua nach Valparaiso. Wahrscheinlich derselbe wie der von „Plus“ 
gemeldete. 
September 19. um 4*a, auf 50° 5‘S-Br und 179° 35‘ W-Lg passirten in 
Lee von einem grofsen Eisberge. Geiten Grofs- und Bagiensegel auf. Auf 
der Morgenwache 5 grofse Berge und ein kleiner sowie mehrere Eisschollen auf
	        
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