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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1893. 
Luft 12,2°, Wasser 7,3°. Nachmittags klare Luft, Wind westlicher; segelten 
fortwährend zwischen kolossalen HEisbergen, passirten abends mehrere kleine 
Kisschollen und bis Mitternacht noch drei kleine Eisberge. Februar 25. bis 
4’/at a klare Luft, abflauender, nordwestlich holender Wind; passirten zwei hohe 
Eisberge. Später wieder dick von Nebel, Wind NW3-—4. Um 7'/?a, als es 
abklarte, erblickten wir in etwa 3 Sm Abstand ein Eisfeld, welches sich von NW 
nach SO erstreckte, soweit wir sehen konnten, und zwischen NW und W eben- 
falls ein grofses Kisfeld; halsten südwestwärts; gleich darauf wieder dick von 
Nebel, passirten mehrere Eisschollen in unmittelbarer Nähe. Mittags auf 49° 20 
S-Br und 42° 52‘ W-Lg; Luft 10,5°, Wasser 7,2°, Wind NW4. Von 12" bis 3p 
Jlichter Nebel, dann etwas sichtiger; passirten bis 8* p mehrere grofßse und kleine 
Eisberge, Nachts diek von Nebel und Regen; sahen einen grofsen Eisberg in 
Lee von uns; Blitzen im Süden. Februar 26. um Mitternacht halsten nordwärts; 
Wind WzS 4, dick von Regen; passirten um 3*a zwei Eisberge. Morgens holt 
der Wind auf SW, steuerten nordwestlich, um aus dem Eise herauszukommen, 
and passirten noch drei grofse Berge. Vormittags kein Eis mehr gesehen, Wetter 
schön und sichtig. Mittags auf 48° 42‘S-Br und 44° 38' W-Lg; Luft 10,7°, 
Wasser um 4*a %,3°, um Mittag 11,6°.“ 
Februar 25. bis 27. Die Bark „Westbury“ berichtet: „Am 25. Februar 
hatten mäfsigen westlichen Wind mit Nebel. Um 8*a passirten westlich von 
einem Eisberge; um 3* p, auf 51° 47‘ S-Br und 48° W-Lg sichteten Eis im Norden, 
ungefähr 6 Sm entfernt. Um 4!/2* p, nachdem der Nebel sich verzogen hatte, 
3ahen wir vor uns eine ungeheure KEisinsel, welche sich nach SSO erstreckte; 
wir steuerten bis 8"p südwärts zurück und drehten dann bei. Am 26. um 4a 
hielten wir wieder ab und steuerten bis 6*a etwa 15 Sm weiter nach SSO, wo- 
rauf wir den Kurs auf OzS veränderten. Im Norden war Alles festes Eis mit 
steiler, 120 m hoher Kante und keine Oeffnung darin zu sehen. Um 10*8a kam 
auch in SO eine grofse Zahl von Eisbergen in Sicht. Um 11*a erblickten wir 
in der Eismauer im Norden eine schmale Oeffuung und jenseits derselben an- 
scheinend offenes Wasser. Wir segelten darauf zu, mufsten aber noch 7 Stunden 
lang durch schmale Kanäle zwischen Eisbergen und Schollen hindurch steuern, 
ehe wir hinaus gelangten. Am 27, Februar sahen wir auf 44° 40'S (?)*) und 
44° W-Lg noch 14 Berge. 
Februar 26. zwischen 50° 23‘ S-Br, 49° 50‘ W-Lg und 50° S-Br, 49° 40 
W-Lg eine grofse Menge Eisberge, darunter einer von 2! Sm Länge und 75 m 
Höhe. Einmal gleichzeitig 23 Berge von Deck aus in Sicht, zwischen denen 
viele kleine Eisstücke trieben. Meerwasser hellgrün; Temperatur desselben 3° 
bis 7°, die der Luft 7° bis 9°. Schiff „Kilbrannan“, von Iquique in Crookhaven. 
Februar 26. und 27. Das Schiff „Ethel“, von Hobart auf der Themse an- 
gekommen, traf am 26. Februar auf 51° S-Br und 49° W-Lg einige sehr grofse 
Eisberge und nachmittags eine Eisbarriere, die sich 40 bis 50 Sm, soweit von 
der Marsraa zu sehen war, ausdehnte. Das Schiff mufste bei Dunkelwerden bei- 
drehen. Auch am nächsten Tage waren noch zahlreiche Eisberge in Sicht, dar- 
unter einige von mehreren Seemeilen Länge und 150 bis 180 m Höhe. 
März 2. auf 50° 30‘ S.Br und 50° 30‘ W-Lg eine Menge großer Eisberge 
und Kisstücke. Schiff „Northbrook“, von Auckland in London. 
März ?. Das von Tacoma in Plymouth angekommene Schiff „Timandra“ 
passirte auf 50° 29’ S-Br und 49° W-Lg mehrere Eisberge von 90 bis 120 m Höhe 
und etwa einer Seemeile Länge. In der Folgezeit befand sich das Schiff acht 
Tage lang in der Nähe von Eisbergen und verlor durch Kollision mit denselben 
den Aufsenklüverbaum. 
März 2. Die Bark „Pestalozzi“, Kapt. Jensen, von Iquique nach Ham- 
burg, gerieth in der Nacht vom 1. zum 2. März auf 50° 35’ S-Br und 49° 53‘ W-Lg, 
während sie mit frischem NNW-Winde nordostwärts steuerte, in ein grofses Feld 
dicht treibender Eisberge, weshalb gewendet wurde. Als man am nächsten Mor- 
gen bei Tagesgrauen den Kurs wieder aufnahm, stiels man auf eine feste, etwa 
30 m hohe KEismauer, aus der sich kolossale, 90 bis 120 m hohe Berge er- 
1) Das Vordringen des Eises der diesjährigen Trift bis in so niedrige Breite wird durch 
keine andere Beobachtung bestätigt. Die Angabe erscheint auch insofern unwahrscheinlich, als das 
Schiff diese Breite am 27. noch nicht wohl erreicht haben konnte.
	        
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