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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

292 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1893. 
Zahlen nur die während der zwölf Dekaden von 1892 November 10. bis 1893 
April 19. erhaltenen Gänge verwendet. 
Während der ersten beiden Dekaden der Prüfungszeit (1892 November 10. 
bis 30.) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30° C erwärmt; während der 
beiden letzten Dekaden (1893 März 30. bis April 19.) wurde die Temperatur 
langsam von 30° C bis auf Zimmertemperatur vermindert. Unter Fortfall dieser 
äufsersten, hier nicht weiter berücksichtigten Dekaden ergab ‚sich das folgende 
vollständig symmetrische Temperaturschema: 
Dekade: 1 2.3. 4 5 6 7 8 9 10 11 12 
Temperatur C: 30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30° 
Der Winter war der Prüfung bei den niedrigen Temperaturen im Allge- 
meinen. günstig, es ‚konnten daher .Letztere fast nahezu erreicht werden, die 
niedrigste überhaupt beobachtete mittlere Tagestemperatur betrug 4,7°, die 
höchste 30,5°. Auch die Schwankungen innerhalb der einzelnen Dekaden blieben 
nur unerheblich, so dafs bei den 5°-Dekaden die beabsichtigten Mitteltemperaturen 
ebenfalls annähernd genau hergestellt werden konnten. 
Die aus den Vergleichungen mit den Normaluhren resultirenden Gänge 
der einzelnen Chronometer wurden zu zehntägigen Gangsummen vereinigt und 
die hieraus abgeleiteten mittleren täglichen Gänge in die Kolumne V der folgenden 
Tabelle eingetragen. 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden zwei Thermochronometer 
(nicht kompensirte Chronometer) verglichen, und es sind die mittleren täglichen 
Gänge derselben am Fuße der Tabelle angegeben. Unter den Rubriken, welche 
diese in Sekunden ausgedrückten Werthe enthalten, folgen alsdann die aus den 
täglichen Ablesungen der meteorologischen Instrumente gebildeten Mitteltempe- 
raturen sowie die Extreme der während der betreffenden Dekade beobachteten 
mittleren Tagestemperaturen. In der letzten Reihe sind die Mittelwerthe der 
an den Koppe’schen Haarhygrometern abgelesenen relativen Feuchtigkeitsgrade 
im Innern des neuen Prüfungsapparates, welche sich sehr konstant zeigten und 
nur innerhalb der engen Grenzen von 42 bis 48° 0 schwankten, angegeben. 
In Gemäfsheit der hohen Verfügungen des Herrn Chefs der Admiralität 
vom 12. Juli 1889 und vom 3. März 1890, sowie dem Konkurrenz-Ausschreiben 
der Direktion der Seewarte entsprechend, sollte nach beendeter Prüfung für die 
Beurtheilung der Güte der Chronometer das folgende Verfahren in Anwendung 
gebracht werden: sämmtliche Chronometer, soweit sich dieselben überhaupt als 
brauchbar für die nautische Praxis erweisen, werden in vier Klassen eingeordnet, 
welche durch folgende Prädikate bezeichnet werden: 
Klasse 
„Vorzüglich“ 
‚Sehr gut“ 
„Gut“ 
„Genügend‘“ 
Für die einzelnen Klassen werden die folgenden Maximalwerthe der die 
Fehler der Chronometer zum Ausdrucke bringenden Koefficienten A, B und C 
festgestellt; 
Klasse 1 2 3 & 
A+2B+C 2,59 5,0° 6,5° 10,0° 
B 0,75° 1,2° 1,6° 2,5° 
C 0,075° 0,105 0.12° 0,25. 
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den während der ein- 
zelnen Dekaden der symmetrisch vorgenommenen Temperaturprüfung erhaltenen 
mittleren täglichen Gängen. Zur Bestimmung der Größe A sind die beiden zu 
gleichen Temperatur-Dekaden gehörigen täglichen Gänge paarweise zu einem 
Mittelwerthe zusammenzufassen (siehe Kolumne VI). Es ist dann die gröfste 
vorkommende Differenz der so gefundenen Mittelwerthe gleich A. zu setzen. 
Bezeichnet ferner B‘ die gröfste Differenz der täglichen Gänge von zwei auf 
einander folgenden Dekaden, 7 die Differenz der Temperatur dieser beiden Zeit-
	        
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