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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

22 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1893. 
Gewitter und mehrere starke Regenböüen. Am Mittag darauf ging der bis dahin 
nordwestliche Wind nach West um und blieb so, bis er zum 23. nach WNW 
umging und mehr und mehr abflaute; am 23. grofser Hof um die Sonne. Am 
24. ganz flauer westlicher Wind, zunehmende südliche Dünung, grofser Hof um 
den Mond. Am 25, ganz still; erst am 28. kam in 10° S-Br und 90° O-Lg der 
Wind aus SE in Stärke 1 bis 2 auf, welcher an den nächsten Tagen allmählich 
auffrischte. 
Dieser Gruppe von Schiffen auf der Nordseite des Wirbels gegenüber 
sind die Angaben des einzigen Schiffes, welches von der Südseite dem Wirbel- 
zentrum nahe kam, des auf der Reise von Port Adelaide nach Madras befind- 
lichen „Speculant“ (S) von besonderem Interesse. Der ziemlich beständige 
und lebhafte Wind aus SE, welchen dieses Schiff an den vorhergehenden Tagen 
gehabt hatte, ging am 20. nördlicher und wurde sehr veränderlich. Am 21. 
mittags herrscht bei diesiger Luft frische Briese, und ziehen Cumulus-Wolken 
in schneller Fahrt aus Ost. Nachmittags thürmen sich merkwürdig aussehende 
Wolken im Ost auf, darauf schnell aufeinander folgende frische Regenböen, die 
gegen Mitternacht steif werden. 
Am 22. 4a böig mit anhaltendem leichtem Regen. Bis 5 Uhr böig mit 
anhaltendem Regen, darauf bis 7'/2 Uhr trocken und gleichmäfsige Briese; dann 
eine sehr steife Böe mit Regen; dick mit anhaltendem Regen; etwas nach 11 Uhr 
wird es bedeutend flauer und der Regen heftiger; gegen 12 Uhr holt der Wind 
nach SE und frischt wieder auf; Wolken jagen mit sehr schneller Fahrt aus 
0SO; schlecht aussehende und drohende Luft. Zunehmender Wind und See, 
die sehr wild von Ost bis Süd durcheinander läuft. Dicke schwere Wolken- 
massen jagen niedrig aus SSO; im Osten sieht es besonders schmierig und 
drohend aus. 3'/ hp hat der Wind bis zur Stärke 10 zugenommen und weht 
in Stölßen. Aus SSO laufen häufig hohe Brechseen. Um 4" p niedrigster Baro- 
meterstand, 749,8 mm. „Wir befanden uns an der rechten Seite eines muthmals- 
lich weit entfernten Orkans; drehten gegen 4 Uhr mit B.B.-Halsen bei, um 
vom Centrum abzuliegen.“ Von SW bis NW hat der Himmel bis über das Zenit 
hinaus eine merkwürdige rothbraune Farbe; die Wolken hängen äußerst niedrig 
und drohen niederzubrechen, sie jagen bald aus Ost, bald folgen wieder schwere 
Massen aus Süd. Blitzen im Ost; abwechselnd schwerer Regen, dann wieder 
trocken; die See läuft wild durcheinander, die höchste aus SO. Gegen 7"p 
nimmt der Wind etwas an Stärke ab, jedoch noch heftige Stöfse. Von 8 bis 
12 Uhr nehmen Wind und See allmählich ab; letztere läuft noch sehr wild durch- 
einander; bedeckte schaurige Luft; Wolken jagen mit schneller Fahrt aus SSW. 
Am 23. März um 4"a weht der Wind noch in Stöfsen, dazwischen ziem- 
lich flau; bis 3 Uhr trocken, dann mehrere Regenschauer, die mit schneller 
Fahrt von Süd nach Nord ziehen. Mit Tagwerden wird der Himmel klarer 
and der Wind flau. Die See läuft durcheinander aus Süd, SO und Ost. Vor- 
mittags trübe, diesige Luft, zuweilen rollen hohe Seen aus Süd daher. Nach- 
mittags zunehmende See aus SSO; abends geht der Wind allmählich nach Süd 
am, doch ziehen die Cirruswolken aus SW; grofser Ring um den Mond. In den 
nächsten Tagen Wind sehr veränderlich, zuerst SE, dann NE, später NW, bis 
er am 27. wieder aus östlicher Richtung, wenn auch anfangs nur flau, durchkam. 
5. Wirbelsturm im Dezember 1883 bei 90° 0-Lg. 
In diesen Wirbelsturm, welcher im Bahnenatlas von Meldrum (Met. 
Council, Official No. 90, London 1891) fehlt, geriethen die deutschen Reisschiffe 
„George“, Kapt. Schwarting, „Urania“, Kapt. Früchtenicht und „Alice 
Rickmers“, Kapt. Reents auf der Ausreise. Er ist in dieser Hinsicht ein 
interessantes Gegenstück zum Sturm No. 9 (s. unten). Eine nähere Darlegung 
des Verlaufes dieses Sturmes, mit ausführlichen Auszügen aus den Beobachtungs- 
journalen, ist bereits in den „Ann. d. Hydrogr. u. Mar, Met.“, 1885, S. 283 bis 287 
gegeben, Wir können uns daher hier mit einer kurzen Besprechung an der Hand 
des kleinen Kurskärtchens (Fig. 5) begnügen. Wir sehen aus diesem, dafs 
„George“ (G) und „Urania“ (U) ihren Kurs haben verfolgen können, während
	        
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