accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Reise von Kapstadt bis Kamerun, 
279 
einer sehr leichten Landbriese oder Stille Platz machte. Vom 9. zum 10. April 
wehte der Seewind ohne Unterbrechung, theilweise mit Stärke 7 bis 8. Das 
Wetter war während der ganzen Zeit diesig bei klarem Himmel. 
Es wurde unter Führung eines dort lebenden portugiesischen Fischers mit 
dem Dampfkutter die Westseite abgefahren. Die Grenze des flachen Wassers 
(1 bis 2m) zieht sich nicht an der ganzen Küste in einem Abstande von 1a Sm 
entlang, sondern tritt in den Buchten, an denen die Fischer-Ansiedelungen liegen, 
bedeutend zurück. Es wurde sogar bei der südlichsten Ansiedelung noch 10 m 
von Land eine Tiefe von 12m gefunden. Ueberall, wo gelothet wurde, waren 
wenige Meter von der sich deutlich markirenden Grenze des flachen Wassers 
noch über 10 m vorhanden. 
Am 13. April 2* p wurde dieser Ort wieder verlassen und am nächsten 
Tage 11*a im Hafen von Mossamedes geankert. ; 
Auf der Noronha-Spitze im Hafen von Mossamedes befindet sich kein Feuer, 
ist auch nicht beabsichtigt. 
Am 18. April 7° 45” a wurde von Mossamedes nach Loanda in See 
gegangen und am 20. April 4"p daselbst geankert, . 
Der Kreuzer verließ Loanda am 25. April 5* 45" a und traf am 29. April 
5° p vor Kamerun ein. 
Die Barre von Kamerun hat sich zum Guten geändert; die tiefste Stelle 
liegt südlich der früheren Passagestelle. Die augenblickliche Rinne hat an der 
schlechtesten Stelle 4 m Wasser bei Niedrigwasser; beim Passiren während Hoch- 
wassers wurde nicht unter 6m gelothet. 
Von Tientsin nach Tshifu—Tshimulpo—Shanghai. 
Aus dem Reisebericht S. M. Knbt. „Iltis“, Kommandant Kapt.-Lieut. Graf BAUDISSIN. 
1. Von Tshifu nach Tshimulpo. S. M. Knbt. „Iltis“ setzte am 
9. März 5* 32”p die Reise von Tshifu nach Tshimulpo fort. Am 11. März 6*a 
erreichte es die Mündung des Seoul-Flusses. Das Navigiren flußsaufwärts durch 
den Flying Fish Channel geschah nach den Anweisungen, welche in den 
„Annalen der Hydrographie“ von 1886, Seite 208 gegeben sind, ohne jede 
Schwierigkeit, Diese Segelanweisung ist gut und ausreichend für Schiffe aller 
Gröfsen, welche auf die Rhede von Tshimulpo gelangen wollen. An einigen 
Stellen im Fluß wurden bei gestoppter Maschine Lothungen vorgenommen; die- 
selben ließen auf die Richtigkeit der in der Britischen Admiralitäts-Karte 
No. 1258 angegebenen Tiefen schliefsen. Um 2" 55” p ankerte das Kanonen- 
boot auf Tshimulpo-Rhede südöstlich von Roze-Insel. 
2. Stromverhältnisse auf Tshimulpo-Rhede. Während des Auf- 
enthaltes auf der Rhede wurde festgestellt, dafs der Ebbestrom durchschnittlich 
51% Stunden und der Fluthstrom 7 Stunden lief. Der Unterschied zwischen Hoch- 
und Niedrigwasser betrug vier Tage vor Neumond im Durchschnitt 3,7 m und 
erreichte einen Tag nach Neumond (19. März) einen höchsten Unterschied 
von 10,3 m. Der Ebbestrom hatte zur Zeit des Neumondes eine Stärke von 
3,4 Sm und der Fluthstrom eine solche von 2,05 Sm erreicht. Zur Zeit des 
niedrigsten. Wasserstandes (etwa von zwei Tage vor bis zwei Tage nach Neumond) 
war das Landen mit Schiffsbooten bei der Stadt nicht möglich. 
3. Von Tshimulpo nach Shanghai. Am 30. März um 8 11”a ver- 
ließ S. M, Knbt. „Iltis‘“ flußsabwärts steuernd die Rhede von Tshimulpo und 
zwar durch den East Channel. Die Navigirung durch diesen ist einfacher und 
erfordert dort weniger Kursänderungen als durch den Flying Fish Channel und 
wurde nach der vorhandenen Karte ohne Schwierigkeit ausgeführt. — Nachdem 
Clifford-Insel passirt war, wurde Kurs auf die Insel Mackau abgesetzt. 
Am 21. März um 8° 55" a ankerte das Kanonenboot dortselbst im 
St. Johns-Hafen, Derselbe wurde, soweit es die Umstände gestatteten, ausgelothet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.