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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1893.
Von Apia nach den Marshall-Inseln, Neu-Guinea, den Admiralitäts-
und Salomon-Inseln und nach Sydney.
Aus dem Reisebericht S. M. Krzr, „Sperber“, Kommandant Korv.-Kapt. FISCHER.
Reise von Apia nach Jaluit.) Am 1. November 1892 morgens ver-
liefs S. M. Krzr. „Sperber“ Apia, um eine Reise durch die Schutzgebiete anzu-
treten. Zunächst sollte jedoch die Insel Nukufetau der Ellice-Gruppe angelaufen
werden, Das Wetter war anfangs gut, wurde dann aber trübe und regnerisch,
Wind anfangs SE, ging auf ca 11° S-Br auf Nord und schwankte dann zwischen
NE und NW in der Stärke 1 bis 5. Die Stromversetzungen in westlicher
Richtung betrugen in 24 Stunden ca 17 bis 19 Sm.
Am 5. November vormittags kam die Insel Nukulailai und am nächsten
Tage die Insel Nukufetau, die besucht werden sollte, in Sicht. Die "Tiefen in
der Einfahrt zur Lagune der letzteren Insel entsprachen den in den Segel-
anweisungen angegebenen; die geringste gelothete Tiefe betrug 9'/2 m. In der
Lagune selbst liegen viele Steine, weshalb das Befahren derselben schwierig und
eine Unterstützung seitens Ortskundiger sehr erwünscht ist. Jedenfalls mufs
unter allen Umständen eine günstige Beleuchtung des Wassers abgewartet werden.
Noch an demselben Tage wurde die Lagune verlassen und an der West-
seite der Gilbert-Gruppe vorbei Kurs auf Jaluit gesetzt. Bis zu 4° S-Br wurde
kein Strom angetroffen, dagegen wurde zwischen 1'/2° bis 4° S-Br 21 Sm und
von 1'%° S-Br bis 1%4° N-Br 34 Sm Strom in westlicher Richtung beobachtet.
Am 12. November morgens kam die Insel Jaluit in Sicht, und wurde vor-
mittags in der dortigen Lagune geankert.
Das Wetter war während der ganzen Zeit gut. Bis zu 4° S-Br wurden
leichte nordwestliche Winde angetroffen, dann traten Stillen ein, und setzte auf
2° S-Br wiederum leichter Nordostwind ein, der kurz vor Jaluit auf SE drehte.
Reise durch die Marshall-Gruppe. Am 16. November 1892 verliefs
S. M. Krzr. „Sperber“ Jaluit, und wurde zuerst Kurs auf Maloelab genommen.
Wind war ENE, Stärke 6 bis 7, böig, ziemlich hohe See, die beide abends ab-
nahmen. Am 17. morgens kam Maloelab in Sicht, und wurde in der dortigen
Lagune vor der Insel Torua in der Peilung:
Nordwestspitze der Insel in N!/20 und
Südostspitze der Insel in SOzO
in 15 m Wassertiefe geankert.
In den letzten 24 Stunden wurde eine Stromversetzung von 26 Sm in der
Richtung NzO konstatirt.
Die in der Karte Tit. XI No. 409 angegebene Form der Lagune von
Maloelab entspricht nicht ganz der Wirklichkeit. Die Ausdehnung in südsüdwest-
licher Richtung von Torua aus beträgt annähernd 12 bis 13 Sm, ist mithin
gröfser als in der qu. Karte angegeben. Ferner liegt die Südpassage der Lagune
ca 5 Sm westlicher als in der Karte angegeben und ist schon von Weitem durch
eine in der Lagune vor der Einfahrt liegende sandige Insel kenntlich, die von
beiden Seiten passirt werden kann.
Am Mittage des 18, November wurde Maloelab verlassen und Kurs auf
die Insel Majeru gesetzt, die am 19. November morgens in Sicht kam. Kine
Stromversetzung wurde nicht beobachtet. S. M. Krızr. „Sperber“ ging durch die
Passage bei Calalin und dampfte zunächst nach der Westseite der Lagune, wo
in der Peilung:
Insel Croy Ostspitze in OzN
nordwestlichste Insel in N!AW
auf 45 m Wassertiefe geankert wurde. Um 2 Uhr nachmittags wurde dieser
1) Da die auf Seite 159 unter No. YI und VIIE erwähnten officiellen Verzeichnisse der
geographischen Namen aus den deutschen Schutzgebieten noch nicht veröffentlicht sind, und die
Schreibweise gerade in den Marshall-Inseln durch das Zusammenwirken von Deutschen (Kotzebue,
Chamisso, Krusenstern, Hernsheim) und Engländern (Marshall, Gilbert etc.) besonders
verwickelt ist, so ist hier die Orthographie des Manuskriptes unverändert wiedergegeba.
DD, Red.