Witterungs-Verhältnisse im Samoa-Archipel und in Auckland. 273
ohne Erfolg fortgesetzt, wurde dieselbe danach als vergeblich aufgegeben.
Aufser dem Verlust der beiden Buganker mit je 30 Faden Kette hat „Alliance“
den gröfsten Theil der Kupferhaut an der Steuerbordseite eingebüfßst und eine
noch nicht festgestellte Havarie an der Schraube erlitten.!)
2, Wetter in Auckland, Neuseeland.
Das Wetter war bis zum 23. Februar bei hohem Barometerstande klar und
warm. An diesem Tage trat Regenwetter ein, und gegen 5%" nachmittags begann
es mit kräftigen Böen aus SE, verbunden mit starken Regengüssen, zu wehen,
Gegen 11* abends erreichten dieselben die Stärke 9, Gleichzeitig begann das
Barometer zu fallen und hatte seinen tiefsten Stand mit 745 mm um 4* morgens
den 24. Die einlaufende Fluth wurde durch den heftigen SE zu bedeutender
Höhe gestaut und richtete stellenweise grofsen Schaden an den Landungsbrücken
an. Etwa 30 kleinere und gröfsere Yachten und Boote kamen ins Treiben,
wurden vollgeschlagen, sanken oder wurden auf Strand gesetzt. Der Postdampfer
von Sydney erlitt durch den Sturm eine Verzögerung von zwei Tagen, während
welcher Zeit er beidrehen mußte. Während der Nacht und dem folgenden Tage
drehte der Wind durch Ost und Nord auf West, das Barometer stieg wieder
langsam, und am 24. um 9* vormittags trat Stille ein. In den letzten Tagen des
Februar war das Wetter veränderlich.
Der März begann mit schönem, klarem Wetter bei hohem Barometerstande
von 768 mm. Am 9. wurde von Wellington eine atmösphärische Störung
depeschirt, und bereits am 10, trat ein stetiges Fallen des Barometers ein. Heftige
Böen aus NE setzten ein, begleitet von aufsergewöhnlich starken Niederschlägen.
Während der Nacht fiel das Barometer bei eintretender vorübergehender Stille bis
auf 741 mm. Um 4* begann der Wind mit heftigen Böen aus SW zu wehen bei
steigendem Barometer. Dieser aufserordentlich heftige und stofsweise wehende
Wind (Stärke 9) richtete wiederum nicht unbedeutenden Schaden an den Landungs-
brücken und an verschiedenen Fahrzeugen im Hafen an. Gegen Abend des 11,
war das Wetter wieder völlig ruhig.
Synoptische Wetterkarten ergeben, dafs beide Stürme ihren Ursprung in
den tropischen Breiten hatten und der Scheitel der Sturmbahn an der Ostküste
Australiens liegt, wo die Verheerungen auch am stärksten aufgetreten sind.
Der Verlauf der Sturmbahn schliefst sich eng an die früheren Erfahrungen im
südlichen Stillen Ocean an.
1) Dem im Besitz der Seewarte befindlichen meteorologischen Tagebuch des Herrn Dr. Funk
zu Apia entnehmen wir folgende Beobachtungen:
Tag 5. Dezember 6. Dezember
SEEN a Veh, na
Stunde 78 2p 9p 78 2p 9Pp 2p 2p 2p
Luftdruck 758,7 757,4 758,9 758,3 757,3 758,6 757,3 756,5 756,3
Lufttemperatur 23,5 27,8 24,4 24,0 24,22 23,8 24,6 27,0 27,1
Wind SW1 S1ı WSW1 W1 NW4 NE5 SW2 NNW3 WSW2
Bewölkung u, Regen 3 So 100 108 108 10 108 10 9
Regenmenge 7a—7a 54,0 77,6 76,3 76 1,7
N —— zT
Bemerkungen von 7p an ®e gegen 1a starke Regenböe
NB. Am 7. bedeckt mit @, klart gegen 3p etwas auf.
8.
Unruhiges Wetter mit niedrigem Luftdruck hatte Apia wiederum vom 10. bis 14, Dezember.
Das Barometer schwankte zwischen 753,6 und 756,4; am 13., wo es am niedrigsten stand, herrschte
frischer NNE mit Schauern, nachdem es am 10. mit Gewitter und am 12. mit Böen sehr viel
Regen gegeben hätte; um 3 30 p am letzteren Tage fand eine schwere Böe aus NNW statt. 7
In diesen Tagen war Kapt. Knuth mit dem Kutter „Atafu“ in Matautu, an der Nordspitze
der Insel Savaii; am 1%. herrschte hier stürmischer Nordwestwind (7—8) mit dichtem Regen, das
Barometer (verglichenes Aneroid) ging um 4Bp auf 753,6 hinunter und stieg darauf wieder, erst
langsam, dann schnell, am 14. morgens bis auf 762,2 mm. D. Red,
Ann, d, Hydr. etc., 1893, Heft VIL