Ann. d. Hydr. ete., XXI. Jahrg. (1893), Heft VI.
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Studien über Nebelsignale.
Zweite Mittheilung.
Von Prof, Dr. H. MOHN in Christiania,
Die im Oktober 1890 ausgeführten Untersuchungen über die Nebelsignale
an der Leuchtfeuerstation Färder, deren Ergebnisse in diesen Annalen für März
und April 1892 mitgetheilt sind, wurden in sichtigem, klarem Wetter gemacht.
In meiner Abhandlung habe ich (S. 121) geäufsert; „Die Abnahme der Tempe-
ratur mit der Höhe bei Nebel ist bei Färder noch nicht durch Beobachtungen
bekannt, läfst sich aber ohne Schwierigkeit finden, und ich hoffe, im Laufe des
Jahres solche Bestimmungen bei verschiedenen Temperaturen zu erhalten.“ Diese
Hoffnung ist jetzt so weit in Erfüllung gegangen, dafs es mir möglich geworden
ist, die folgenden Aufschlüsse über die physikalischen Bedingungen für die Fort-
pflanzung der Schallsignale bei Färder zu geben, ;
Im Februar 1892 : machte ich dem Direktor Rye den Vorschlag, eine
{ängere Reihe gleichzeitiger Psychrometer-Beobachtungen an der meteorologischen
Station auf Färder und auf der Thurmgalerie anstellen zu lassen: und zwar zu
solchen Zeiten, wenn die Nebelsignale gegeben wurden. Dieser Vorschlag
wurde‘ bereitwilligst angenommen‘ und ins Werk gesetzt. Die Beobachtungen
wurden vom März 1892, mit einer Unterbrechung im Sommer, bis‘ Februar 1893
ausgeführt, nach den von mir gegebenen Instruktionen, mit denselben Instrumenten,
welche im Oktober 1890 benutzt wurden und von denselben Beobachtern wie
damals. Die benutzten Thermometer waren am Meteorologischen Institute und
auf Färder von mir mit dem Normalthermometer verglichen worden und aufser-
dem ihr gegenseitiger Stand auf Färder vom Beobachter der Station in den
Monaten März, April und November 1892, Januar und April 1893 im Wasserbad
und in der Thermometerbeschirmung beobachtet worden. Da die Korrektionen
unseres Normalthermometers auf das Luftthermometer jetzt bekannt sind (sie sind
äußerst gering für die bezüglichen Temperaturen), bin ich im Stande gewesen,
die beobachteten Temperaturen auf das Luftthermometer zu reduciren,
Der Niveauunterschied zwischen den Thermometern auf der Thurmgalerie
und auf der Station wurde zu 31,4 m gefunden.
Die Thermometer waren in Fünftelgrade getheilt und wurden auf Zehntel-
grade abgelesen.
Das feuchte Thermometer wurde in beiden Niveaus abgelesen, damit man
sehen konnte, ob die relative Feuchtigkeit von 100 pCt, merklich verschieden
wäre.‘ Die Beobachtungen erweisen, dafs die Luft in allen Fällen so nahe mit
Wasserdampf gesättigt war, dafs ich für die Berechnung des Dunstdruckes einfach
die Tafel für die Maximalspannung der Wasserdämpfe bei der stattfindenden
Temperatur benutzen konnte.
Im Laufe des Sommers 1892 wurde der ganze Nebelsignalapparat auf
Färder umgebaut und die. Nebeltrompete, welche früher 28,5 m über dem Meere
stand, wurde in der Höhe von 15,6 m angebracht. ;
Die Tabelle auf Seite 250 enthält die Beobachtungen der Temperatur und
die daraus berechneten Hörweiten der Signale. In den. einzelnen Rubriken stehen:
Jahr, Monat und Tag.
Uhrzeit,
Der Zustand der Luft, Art des Niederschlags. SR = Seerauch.
Richtung und Stärke (0—6) des Windes.
Die Temperatur der Luft in 13m Höhe über dem Meere.
Dieselbe in 45 m Höhe.
‚ Junstdruck in 13 m Höhe.
‚ Derselbe in 45 m Höhe.
9. Die Temperaturänderung (von 13 bis 45 m Höhe) per 31,4 m.
10. Die Aenderung des Dunstdrucks für dieselbe Stufe.