Notizen.
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Notizen.
1. Georg Hartmann: . Der Einfluß des Treibeises auf die Boden-
gestalt der Polargebiete. Inaugural-Dissertation. Leipzig 1891...
Der Verfasser hat das in der Literatur zerstreute Material über diesen
Gegenstand zusammengestellt und nach systematischen Gesichtspunkten geordnet.
Die Titel der Abschnitte. geben über die behandelten Fragen eine Uebersicht,
weshalb wir sie hier mittheilen, um so mehr, als der Schrift selbst eine Inhalts-
übersicht nicht beigegeben ist.
| Einleitung: I. Die durch. das Treibeis hervorgerufenen Zerstörungs-
erscheinungen: 1. Das Treibeis als Eisfufs und Grundeis, 8. 6; 2. die erodirende
Thätigkeit - treibenden Eises und die dadurch hervorgerufenen: Zerstörungs-
erscheinungen, S. 10; a) Zerstörungserscheinungen, hervorgerufen durch geworfene
oder geschleuderte KEismassen, S. 13; b) schleifende und polirende Thätigkeit
des Treibeises, Schrammenbildung, S. 14; c) aufwühlende Thätigkeit des Treib-
eises, S. 22; d) Erosionserscheinungen bei der Entstehung von Eisbergen, Zer-
störungserscheinungen bei dem Eisgange der nordischen Ströme, S. 26; e) andere
Zerstörungen, Schlufsbemerkungen, S. 29. — II. Die durch das Treibeis hervor-
gerufenen Neubildungen: 1. schützende Wirkung des Eisfulses, eigenthümliche
Küstenbildungen desselben, Vereisung, S. 32; 2. Strandwallbildung, Aufschich-
tungen, in die Höhe Pressen von Meeresboden- und Küstenmaterial, Entstehung von
Inseln, Sandbänken, Untiefen, S. 36; 3. Lagunen- und Terrassenbildung, Theorie
der Strandlinien, S. 46. — III. Die Transportthätigkeit des Treibeises: 1. das
Beladen des Treibeises: a) bei seiner Erosionsthätigkeit und durch Einfrieren
von Gegenständen, S. 61; b) durch Winde, S. 64; c) durch geröllführende Flüsse
and Ströme, S. 66; d) durch herabrollendes Trümmergestein an stark geböschten
Küsten, S. 69; e) durch Vulkane; 2. über den Transportvorgang selbst, S. 72;
3. die Neubildungen als Resultat der Transportthätigkeit des 'Treibeises;
a) erratisches Gestein, S. 79; b) Entstehung von Untiefen, Bänken, Inseln, 5. 83;
e) Nivellirung des Meeresbodens, S. 87; 4. das Treibeis als Pfianzenverbreiter
und als Transportmittel für animalische Organismen, indirekte Wirkungen des
Treibeises bei seiner Transportthätigkeit, S. 95. — IV. Andere mechanische
Wirkungen des Treibeises: 1. Einflußs auf die Dünung, Tidenbewegung und
Winde, S. 105; 2. Aussüßung des Meeres, Aenderung des specifischen Gewichts
des Meerwassers und des Meeresniveaus, S. 108; 3. indirekte Wirkungen. des
Treibeises, Einflufs auf die Meeresströmungen und das organische Leben im
Meere, S. 112.
Wie man sieht, hat der Verfasser möglichste Vollständigkeit angestrebt
und sein Programm über das hinaus erweitert, . was man dem Titel nach erwarten
konnte. In bequemer Weise nebeneinander findet man hier viele classische Zeug-
nisse von Polarreisenden über die grofsartigen Phänomene der Eistrift, daneben
freilich auch manche minder mafsgebende aus zweiter Hand, die aber die Ver-
wendbarkeit der Schrift mindestens nicht verringern.
Die gewaltige Größe der Kräfte, um die es sich dabei handelt, möge
durch die Worte keines Geringeren als John Ross geschildert sein, welche der
Verfasser auf Seite 11 anführt: „Wer keinen nördlichen Ocean im Winter ge-
sehen hat, wer, mufßs ich vielmehr sagen, ihn nicht in einem Wintersturm gesehen
hat, bei dem macht das Wort Eis nur die Erinnerung an das rege, was er auf
dem Landsee oder Kanal sah, kann ihm aber keine Vorstellung von dem :geben,
was ein Schiffer in .den Nordpolargegenden zu sehen und zu fühlen bestimmt ist.
Jedoch er mag sich vorstellen, dafs Eis ein Stein sei, ‚ein schwimmender Felsen
im Strom, ein Vorgebirge, eine Insel,’ wenn es festsitzt und nicht minder solid,
als wäre es ein Land von Granit. Dann mag er sich womöglich denken,. dafßs
diese krystallenen Berge von einer schnellen Fluth durch eine enge Stralse
gejagt und wie Berge in Bewegung gesetzt werden,‘ mit Donnergebrüll
zusammentreffen, wie einer von den .Klippen des anderen grofse Stücke abstöfst
oder sie sich gegenseitig zertrümmern,. bis sie endlich ihr Gleichgewicht verlieren
und :sich kopfüber stürzen, daß das Meer in Wogen darüber emporgehoben wird
und :sich zu Wirbel bildet.“
Ueber die Resultate der Eispressungen, ‘welche ungeheure KEisblöcke
10 bis 20 und mehr Meter hoch ‚auf die Küste hinaufpressen, findet man eine