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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Notizen. 
Z43 
Notizen. 
1. Georg Hartmann: . Der Einfluß des Treibeises auf die Boden- 
gestalt der Polargebiete. Inaugural-Dissertation. Leipzig 1891... 
Der Verfasser hat das in der Literatur zerstreute Material über diesen 
Gegenstand zusammengestellt und nach systematischen Gesichtspunkten geordnet. 
Die Titel der Abschnitte. geben über die behandelten Fragen eine Uebersicht, 
weshalb wir sie hier mittheilen, um so mehr, als der Schrift selbst eine Inhalts- 
übersicht nicht beigegeben ist. 
| Einleitung: I. Die durch. das Treibeis hervorgerufenen Zerstörungs- 
erscheinungen: 1. Das Treibeis als Eisfufs und Grundeis, 8. 6; 2. die erodirende 
Thätigkeit - treibenden Eises und die dadurch hervorgerufenen: Zerstörungs- 
erscheinungen, S. 10; a) Zerstörungserscheinungen, hervorgerufen durch geworfene 
oder geschleuderte KEismassen, S. 13; b) schleifende und polirende Thätigkeit 
des Treibeises, Schrammenbildung, S. 14; c) aufwühlende Thätigkeit des Treib- 
eises, S. 22; d) Erosionserscheinungen bei der Entstehung von Eisbergen, Zer- 
störungserscheinungen bei dem Eisgange der nordischen Ströme, S. 26; e) andere 
Zerstörungen, Schlufsbemerkungen, S. 29. — II. Die durch das Treibeis hervor- 
gerufenen Neubildungen: 1. schützende Wirkung des Eisfulses, eigenthümliche 
Küstenbildungen desselben, Vereisung, S. 32; 2. Strandwallbildung, Aufschich- 
tungen, in die Höhe Pressen von Meeresboden- und Küstenmaterial, Entstehung von 
Inseln, Sandbänken, Untiefen, S. 36; 3. Lagunen- und Terrassenbildung, Theorie 
der Strandlinien, S. 46. — III. Die Transportthätigkeit des Treibeises: 1. das 
Beladen des Treibeises: a) bei seiner Erosionsthätigkeit und durch Einfrieren 
von Gegenständen, S. 61; b) durch Winde, S. 64; c) durch geröllführende Flüsse 
and Ströme, S. 66; d) durch herabrollendes Trümmergestein an stark geböschten 
Küsten, S. 69; e) durch Vulkane; 2. über den Transportvorgang selbst, S. 72; 
3. die Neubildungen als Resultat der Transportthätigkeit des 'Treibeises; 
a) erratisches Gestein, S. 79; b) Entstehung von Untiefen, Bänken, Inseln, 5. 83; 
e) Nivellirung des Meeresbodens, S. 87; 4. das Treibeis als Pfianzenverbreiter 
und als Transportmittel für animalische Organismen, indirekte Wirkungen des 
Treibeises bei seiner Transportthätigkeit, S. 95. — IV. Andere mechanische 
Wirkungen des Treibeises: 1. Einflußs auf die Dünung, Tidenbewegung und 
Winde, S. 105; 2. Aussüßung des Meeres, Aenderung des specifischen Gewichts 
des Meerwassers und des Meeresniveaus, S. 108; 3. indirekte Wirkungen. des 
Treibeises, Einflufs auf die Meeresströmungen und das organische Leben im 
Meere, S. 112. 
Wie man sieht, hat der Verfasser möglichste Vollständigkeit angestrebt 
und sein Programm über das hinaus erweitert, . was man dem Titel nach erwarten 
konnte. In bequemer Weise nebeneinander findet man hier viele classische Zeug- 
nisse von Polarreisenden über die grofsartigen Phänomene der Eistrift, daneben 
freilich auch manche minder mafsgebende aus zweiter Hand, die aber die Ver- 
wendbarkeit der Schrift mindestens nicht verringern. 
Die gewaltige Größe der Kräfte, um die es sich dabei handelt, möge 
durch die Worte keines Geringeren als John Ross geschildert sein, welche der 
Verfasser auf Seite 11 anführt: „Wer keinen nördlichen Ocean im Winter ge- 
sehen hat, wer, mufßs ich vielmehr sagen, ihn nicht in einem Wintersturm gesehen 
hat, bei dem macht das Wort Eis nur die Erinnerung an das rege, was er auf 
dem Landsee oder Kanal sah, kann ihm aber keine Vorstellung von dem :geben, 
was ein Schiffer in .den Nordpolargegenden zu sehen und zu fühlen bestimmt ist. 
Jedoch er mag sich vorstellen, dafs Eis ein Stein sei, ‚ein schwimmender Felsen 
im Strom, ein Vorgebirge, eine Insel,’ wenn es festsitzt und nicht minder solid, 
als wäre es ein Land von Granit. Dann mag er sich womöglich denken,. dafßs 
diese krystallenen Berge von einer schnellen Fluth durch eine enge Stralse 
gejagt und wie Berge in Bewegung gesetzt werden,‘ mit Donnergebrüll 
zusammentreffen, wie einer von den .Klippen des anderen grofse Stücke abstöfst 
oder sie sich gegenseitig zertrümmern,. bis sie endlich ihr Gleichgewicht verlieren 
und :sich kopfüber stürzen, daß das Meer in Wogen darüber emporgehoben wird 
und :sich zu Wirbel bildet.“ 
Ueber die Resultate der Eispressungen, ‘welche ungeheure KEisblöcke 
10 bis 20 und mehr Meter hoch ‚auf die Küste hinaufpressen, findet man eine
	        
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