Dinklage: Rasche Reisen deutscher Segler,
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Fahrt rund Kap Horn, die dem Herkommen gemäfs von 50° S-Br auf der einen,
nach 50° S-Br auf der anderen Seite des Kap Horn gerechnet wird und auf dem
gewöhnlich eingehaltenen Wege eine Länge von ungefähr 1250 Sm hat, nahm
die ebenfalls nur kurze Zeit von 13 Tagen in Anspruch. Die Bark ging durch
die Straße Le Maire, segelte dann mit Nordwest- und Westwinden vollweg nach
SW und Süd bis 58° S-Br und 69° W-Lg und von dort mit veränderlichen, meist
leichten Winden, die von tiefem Barometerstand begleitet waren, westwärts nach
57° S-Br und 76° W-Lg. Hier setzte ein strammer Südwestwind ein, der die
Bark wieder nordwärts brachte; doch folgte in 53° S-Br nochmals wieder Gegen-
wind aus NNW. Kapt. Kessal steuerte mit demselhen, um rascher eine Wind-
änderung herbeizuführen, mit guter Fahrt nach Westen bis 84° W-Lg, wo das
stürmisch gewordene Wetter und das schnell wieder tief gefallene Barometer
das nahe bevorstehende Umlaufen des Windes anzeigten, und konnte nun, nach-
dem der Wind umgesprungen war, vollweg nach niederen Breiten halten. Die
frische Briese aus West und später SW ging schon in 36° S-Br in den Passat über,
so dafs „Parnass“ ganz mit günstiger Gelegenheit, die nur zuletzt etwas zu
schwach war, an ihren Bestimmungsort gelangte. Am 23. Januar 1892, nach
nur 16tägiger Fahrt von 50° S-Br, ankerte „Parnass“ in Callao. Reisedauer ab
Lizard 78, ab Hamburg 82 Tage. |
Die nächstfolgende Reise der „Placilla“ nach Valparaiso ist eine so aufser-
ordentlich rasche, wie sie in den Annalen der Segelschiffahrt wohl noch nie
berichtet. worden ist, und es erscheint deshalb angezeigt, zur genaueren Beschreibung
derselben das von dem Kapt. R. Hilgendorf selbst geführte Journal hier aus-
zugsweise wiederzugeben. Das Schiff, für die Firma F. Laeisz in Hamburg auf
der Werft des Herrn F. Tecklenborg in Geestemünde aus Stahl erbaut, ist
als viermastige Bark getakelt und mit seinen 2780 R. T. Raumgehalt das zweit-
größte Schiff der deutschen Seglerflotte. Es machte mit dieser seine erste Reise
und trat dieselbe ab Geestemünde am 26. Februar 1892 an.
Schiff „Placilla‘“, Kapt. R. Hilgendorf, von Geestemünde nach Valparaiso.
Datum
1892
März
Mittagsort
W
Gutgemachte
N-Br.| W-Lg}
Kurse
+
5
Wind
nn
>
1499 12'| 7° 207
45° 35'/12° 28‘ S 44° W |302) NE 5—E 8
42° 29'/16° 251 S 43° W 253| ENE 7—5
40° 20’/20° 061 S 52° W {2111 SE 4—8 unc
S 4—5
35° a2'|20° „| S 3° W 299 NW 7—10
Oo
ß
30° 05.1200 46
S 8309W (3188 WNW 10—7
26° 39:22° 05“
23° 32//24° O0’.
19° 46'/26° 16‘
15° 10‘/27° 14
11° 18‘/26° 45°
8° 03‘126° 35°
4° 41'/25° 35“
3° 025° 59%
1° 53[27° 28°
S 19° W
5 25° W
S 29° W
311° W
* 7°O
3°0
17° O
3 2°W
552° W
218| NW 6—N 4
206| NNZ 4—5
259] NEZE 5—6
282| NEzZE 6—5
234|NE 5 u. ENE
1951 NE 4
>11' ENE 5—3
107 südöstl. 1—5
36 SE u. S 1-—
a
X
16
Bemerkungen
Passirte Lizard zwischen 4h und 5% a, 5 Tage von Geestemünde.,
Zunehmender, böiger Wind mit Regen; ziemlich ruhige See.
Abnehmend und unbeständig. Trocken Wetter; sehr ruhige See,
Südlich holend und zunehmend; seit 6lp dick von Regen.
Barometer fallend, frühmorgens flau und unbeständig, später
wieder frischer.
Um 3hp Wind umlaufend nach NW und schnell zum Sturm
zunehmend mit schweren Böen und Regen. Mufsten mehr-
mals abhalten, weil die Segel aus den Lieken flogen.
Stürmisch mit heftigen Regenböen, später abnehmend; hohe
See, zeitweilig 141/2 Knoten Fahrt.
Erst böig mit Staubregen, später schönes Wetter.
Schönes Wetter. Hohe Dünung von NNW.
Frische veränderliche Passatbriese, Luft diesig.
Steif bis frisch. Luft sehr diesig.
Gegen Ende leicht. Sehr diesig.
Briese gegen Ende zunehmend. Diesige Luft,
Nachts etwas Regen. Blitzen in SW. Dünung aus SSO.
Mallung. Gewitterböen mit heftigem Regen.
Flau und unbeständig, Regenschauer.
4) Die Angaben in dieser und den beiden folgenden Spalten beziehen sich auf das dem
nebenstehenden Mittage vorhergehende Etmal. Die Distanzen sind nicht die geloggten Wege, sondern
die berechneten Entfernungen von einem Mittagsort zum anderen.
Ann, d, Hydr, etec., 1893, Heft VI.