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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1893.
Die nachfolgende Tabelle enthält die Differenzen der Werthe für den
täglichen Gang der magnetischen Deklination in Kew für 1858 bis 1862 und
Wilhelmshaven für die Epoche 1883 bis 1888.
Differenzen des täglichen Ganges der magnetischen Deklination
von Kew () 1858/62 und Wilhelmshaven (W) 1883/88.
Differenz KW. .
Stunde
5
pp
|
+0,32
+0,32
+0,08
—0,27
—0,32
—0,72
—1,09
— 1,37
—1,42
—1,32
—0,64
+0,01
+0,45
40,62
40,79
+0,66
+0,62
+0,53
40,49
+0,42
+0,53
40,47
+0,54
+0,40
u
u
Mittel |
0,535
40,543
Die mittlere Differenz für den Tag ist + 0,0042‘.
Mit Bezug auf den soeben hervorgehobenen gestörten Charakter der bisher
zur Reduktion auf Tagesmittel benutzten täglichen Kurve für Kew wird es von
Interesse sein, die Epoche 1883 bis 1888 etwas näher zu betrachten. Für diesen
Zweck dürfte es sich empfehlen, eine Untersuchung auf Grundlage einer nicht
allzu entfernt von Wilhelmshaven erhaltenen Beobachtungsreihe zur Ableitung von
Werthen, welche mit den im Kaiserlichen Observatorium berechneten ver-
glichen werden können, auszuführen; dazu scheinen sich die Beobachtungen an
dem magnetischen Observatorium, das bis in die Mitte der siebziger Jahre bei
der Sternwarte in Berlin bestand, besonders zu eignen.
Herr Prof. Tietjen hat für die Jahresmittel der täglichen Amplitude der
Variation der Deklination mittels der in den Jahren 1839 bis 1870 ausgeführten
Beobachtungen für Berlin die folgende Formel abgeleitet:*)
V=90 +2,05’ sin (136° 4'-+- 32° t)
+ 0,38‘ sin (230° 45' + 64° 4),
wobei t in Jahren seit 1839,5 gezählt wird und V die Amplitude für die Mitte
eines Jahres giebt. -
Es ergiebt sich für Berlin und für die Epoche 1858 bis 1862 als Mittel-
werth 10,50‘, dagegen für die Epoche 1883 bis 1888 (extrapolirt) 8,89’, für
Wilhelmshaven 8,82 (nach „Ann. d. Hydr. u. Mar. Met.“ 1893, Heft I, Seite 3).
Da in Berlin die Differenz der beiden Epochen 1,61‘ beträgt, so wird man nicht
weit fehl gehen, wenn man für Wilhelmshaven die mittlere Amplitude für die
Epoche 1858 bis 1862 zu 10,43‘ annimmt. Dabei mufs übrigens hervorgehoben
werden, dafs die beiden Epochen einen verschiedenen Charakter haben und im
Einzelnen nur schwer zu vergleichen sind. Die Epoche der Kew-Periode trägt
entschieden das Gepräge einer Maximal-Periode in der 11'/s jährigen Periode
und zeigt ein Ansteigen bis zum Jahre 1860 und dann ein Absteigen, während
die Wilhelmshaven-Periode stetig absteigend ist — vom Maximum in 1882,8 an.)
Hierdurch wird auch die Frage, wie die Epoche 1858 bis 1862 in der Periode
der Sonnenflecken-Häufigkeit liegt, berührt. Aus der Gleichung von Tietjen
ergeben sich die folgenden Wendejahre: Maxima 1849,0, 1860,24, 1871,50,
1882,75 und die Minima 1844,36, 1855,61, 1866,86 und 1889,36 mit den mittleren
Extremwerthen der Amplitude der täglichen Variation beziehungsweise von 11,35‘
und 7,08’.
1) Bericht der Königl. Sternwarte zu Berlin für die Jahre 1868 bis 1871, erstattet von dem
Direktor Prof. Dr. Förster, Berlin 1872, Seite 47.
2 Nach der Berliner Kurve war das Maximum 1882.75.