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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Ann. d. Hydr. ete., XXI. Jahrg. (1893), Heft VL. 
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Bericht der deutschen Seewarte über das Ergebnifs der 
magnetischen Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete 
während des Jahres 1892. 
In dem Heft V dieser Annalen, Jahrgang 1892, Seite 153 bis 162, wurden 
die Gründe angegeben, aus welchen in Zukunft die Resultate der magnetischen 
Beobachtungen im deutschen Küstengebiete nicht mehr in dem Jahresberichte der 
Seewarte, sondern in diesen Annalen veröffentlicht werden sollen. Indem auf 
das dort Gesagte verwiesen wird, wird hier Veranlassung genommen, über die 
bisherige Reduktion der Beobachtungen einige Vorbemerkungen vorauszuschicken, 
da der Zeitpunkt gekommen erscheint, in dieser Reduktion eine Veränderung 
eintreten zu lassen. Es gilt dies nur für das dem Seemanne wichtigste magnetische 
Element, die Deklination, auch Variation des Kompasses genannt. Letztere 
Bezeichnung sollte immer mehr in diesem Sinne aus nautischen Werken ver- 
schwinden, weil, wie wir gleich sehen werden, die Bezeichnung in der Wissen- 
schaft des Erdmagnetismus noch in ganz anderem Sinne vorkommt und eine 
erhebliche Rolle spielt. Deklination, Mifsweisung und Abweichung sind allgemein 
verständliche Ausdrücke und haben sich auch bereits in deutschen Werken fast 
allgemein eingebürgert; wir werden uns’ an die Bezeichnung „magnetische De- 
klination“, wie seit Jahren, so auch fernerhin halten. 
Wie zu Oefterem in den Veröffentlichungen der Seewarte darauf hingewiesen 
wurde, bildet bei magnetischen Aufnahmen, d. bh. Bestimmung des Werthes der 
magnetischen Elemente an einer Anzahl Orte in einem bestimmten Gebiete, die 
Reduktion oder Zurückführung der erhaltenen Resultate auf einen Normalstand 
und eine gegebene Epoche ein wichtiges, aber auch nicht in allen Fällen leicht durch- 
zuführendes Erfordernifs: Es sind zu diesem Zwecke-Aufzeichnungen an Normal- 
instrumenten und Variometern (Instrumenten zur Bestimmung der Variationen der 
erdmagnetischen Elemente) nothwendig, und da diese nur in einer festen, wohl- 
eingerichteten Warte aufgestellt sich befinden, so sind solche Aufzeichnungen 
nicht immer sofort zu beschaffen. Beispielsweise war -vor 18 oder 20 Jahren 
in Deutschland nur ein Observatorium, das in Bogenhausen bei München gelegene, 
in systematischer Arbeit thätig, während das in Göttingen und einige Zeit in 
Berlin bei der Sternwarte befindliche zwar die Untersuchungen von Zeit zu Zeit 
fortführten, aber keine systematischen und ununterbrochenen Beobachtungsreihen zur 
Verfügung stellen konnten, mittels welcher eine Reduktion auf Normalstände und 
auf eine bestimmte Epoche hätte ausgeführt. werden können. Als der Unter- 
zeichnete in den Jahren 1872 und 1873 die Bestimmung der erdmagnetischen Elemente 
im deutschen Küstengebiete aufnahm, machte sich der Mangel einer magnetischen 
Warte schwer fühlbar, und mußten die im Felde ausgeführten Beobachtungen, um 
eine Reduktion auf Normalwerthe und eine Epoche nicht ganz zu entbehren, auf 
die Instrumente der Sternwarte in Bogenhausen zurückgeführt werden, Die in 
den Hydrographischen Mittheilungen I. Jahrgang (1873) auf Seite 5 bis 7 und 
wieder auf Seite 282 bis 286 veröffentlichten Ergebnisse sind in dieser Weise 
behandelt und mittels der Ablesungen der Variationsbeobachtungen in München 
auf. die Mittel der respektiven Beobachtungsmonate zurückgeführt worden. Allein 
da es. bekannt ist, dafßs-die Bewegungen (Variationen) der magnetischen Elemente 
an Orten, die verschieden in Beziehung auf die Centren der magnetischen Thätigkeit 
auf der Erdoberfläche liegen, verschieden sind, so konnte diese Reduktionsweise 
nur annähernd ein richtiges Ergebnils liefern. Zwar wurde durch fortgesetzte 
Beobachtungen bei der Königl. Sternwarte in Berlin im gewissen Sinne ein Normal- 
punkt (derselbe, den auch A. Erman während einer Reihe von Jahren benutzte) 
festgelegt; allein einmal waren in diesem Punkte Variations-Instrumente nicht 
regelmäßig in Thätigkeit, und sodann wurde derselbe, an und für sich nicht ganz 
einwurfsfrei, nach und nach wegen baulicher Veränderungen unhaltbar und war 
sonach für den bezeichneten Zweck nicht mehr länger zu benutzen.
	        
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