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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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die Wassertiefe bald auf 188 Met. zu und kamen weitere Anzeichen flachen 
Wassers nicht mehr vor. 
Wir hatten bisher von der Nordspitze Neu-Hannovers bis zum 7. Breiten- 
parallel den Südost-Passat stets flau und öfter ein oder zwei Striche östlich 
oder südlich springend gefunden, mit Ausnahme auf uuseror Fahrt von Blanche- 
Bay nach Carteret - Hafen, wo ein steifer Südost hohe See in dem Georgs- 
Kanal erregte. Starke SSO-Dünung, welche wir nach dem Verlassen der letzten 
Bai antrafen und welche das Schiff verhinderte, trotz leidlich frischer Briese 
mehr als 1 bis 2 Knoten zu laufen, liess darauf schliessen, dass der Passat 
weiter südlich viel kräftiger sein müsse. Dieser kräftigere Wind setzte auch 
mit bölgem, regnerischem Wetter schon am 1. September auf 9° Süd-Br. ein, 
zeitweilig zu einem Sturme von Stärke 6—8 zunehmend. Da er allmälig ganz 
südlich ging, lag ich östlich nach den Solomons-Inseln herüber, um womöglich 
noch eine derselben und zwar entweder New-Georgia oder Guadalcanar anzu- 
laufen und das inzwischen verbrauchte Holz wieder aufzufüllen. 
Obgleich ich am 4, resp. 8. September nur wenige Meilen von den Inseln 
entfernt war, kamen sie wegen des ganz dicken Wetters und in der Regel 
strömenden Regens nicht in Sicht. Näher heran zu gehen, konnte ich bei dem 
herrschenden Sturme und der Unsichtigkeit der Atmosphäre nicht riskiren, 
weshalb ich von hier ab mehr über Steuerbord lag, um südlich zu kommen. 
Der Strom, welcher nach den Stromkarten längs der Südwestseite der 
Solomons-Inseln südöstlich setzen und der uns — wie ich hoffte — zum Vorwärts- 
kommen dienen sollte, existirt nicht. Indess fand ich hier zuweilen wenigstens 
den Strom nicht direct resp. nur schwach gegenan. 
Seit dem Verlassen des Georgs-Kanals waren wir, obgleich nicht sehr 
viel gedampft wurde, in Folge der frischeren Winde doch etwas besser vor- 
wärts gekommen, als vorher. Der später einsetzende stürmische Wind erwies 
sich für das Vorwärtskommen indess gerade nicht vortheilhaft, da trotz Segel- 
press die Abtrift zu gross war. Das Durchschnittsetmal ergab für die Richtung 
unseres zu nehmenden Kurses sich zu ca. 30 Seem., und dieses zu Grunde 
gelegt, hätte das Schiff vom 8. September ab bis Auckland, wenn in directer 
Tour über die Hebriden dorthin gekreuzt wurde, noch ca. 60 Tage gekreuzt, 
hätte den Platz also circa einen Monat später erreicht, als es sollte, 
Wenn dagegen die mehr südliche Tour unter Anlaufen eines australischen 
Hafens, in welchem Kohlen genommen werden konnten, eingeschlagen wurde, 
so war noch eine Möglichkeit, die Zeit einzuhalten, da man darauf rechnen 
konnte, Port Curtis in 10 bis 12 Tagen und mit Hülfe der dort einzunehmenden 
Kohlen und des zum Theil nicht ungünstigen Windes und Stromes Auckland 
Anfang October zu erreichen. 
Es entstand dadurch überdies noch der Vortheil, dass die eingenommenen 
Kohlen mich — wenn die Zeit nicht zu knapp wurde — in den Stand setzten, 
in der wichtigen Stromgegend zwischen Australien und Neu-Seeoland Reihen- 
bemperaturen zu nehmen, während auf der anderen Tour dies ferner nicht mehr 
möglich gewesen wäre. 
Ich lag daher vom 8. September ab über Steuerbord nach Süd hinunter, 
dabei gut vorwärts kommend. Gegen Erwarten und ganz gegen die Angabe 
der Windkarten und nautischen Hilfsbücher, für uns aber günstig, setzte am 
13. September früh südwestlicher Wind ein, der bis zum 16. andauerte und 
dann nach Südost ging und stürmisch wurde. 
Auch den Strom fand ich hier, d. h. nordwestlich des Bampton- Riffs 
anders, wie er nach den Stromkarten sein soll, nämlich stark nach Nord 
setzend, Auf diesem wie auf anderen passirten Riffen waren verschiedentlich 
Wracks oder Theile von solchen sichtbar. 
In Folge flauer Winde, welche jetzt bei sehr schönem Wetter und an- 
genehmer Temperatur eintraten, erreichten wir den Eingang zu Curtis-Hafon 
erst am 21. September Nachts, wobei das letzte Holz verbraucht wurde. Von 
dem am folgenden Morgen an Bord gekommenen Lootsen erfuhr ich, dass leider 
in Port Curtis weder Kohlen noch Holz zu haben seien, ebensowenig in der 
nicht weit entfernten, am Fitzroy - Flusse gelegenen grösseren Handelsstadt 
Rockhampton. Es ist dies bei der hier ziemlich lebhaft betriebenen Dampf- 
schifffahrt und, da Australien reich au Kohlen ist, geradezu unbegreiflich,
	        
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