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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1893.
Länge 18’ östlicher war, als sie nach dem Chronometer sein sollte, ‚was meine
oben ausgesprochene Vermuthung bestätigte.
Am 22. September, in 35° 10‘ S-Br und 20° 52‘ O-Lg, hatten wir noch
wieder einen WSW-Sturm, dieses Mal aber von nur geringer Stärke, zu bestehen.
Nachdem derselbe zwei Wachen gedauert und ich schon auf einen Südwind ge-
hofft hatte, holte der mäfßiger gewordene Wind auf WNW und frischte von
Neuem zum Sturm auf. Da wir mit diesem stürmischen Winde das Kap der
Guten Hoffnung nicht freisegeln konnten, so legten wir das Schiff am Mittag des
27. September auf 35° 45‘ S-Br und 18° 22‘ O-Lg auf St. B.-Halsen, Um 8 Uhr
abends sprang der Wind in einer Böe auf SW, mit dem wir dann endlich einen
nördlichen Kurs verfolgen und unsere Reise fördern konnten. Ich mufs gestehen,
dafs ich auf meinen früheren Reisen nie eine so schlechte Gelegenheit für die
Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung gefunden habe wie dieses Mal.
Der südwestliche Wind lief schnell südlicher und brachte uns nach
25° 51‘ S-Br und 2° 44' O-Lg, wo der Wind wieder veränderlich wurde, ein
Zustand, der sich für fünf Tage behauptete, bis am 11. Oktober in 21° 54’ S-Br
und 0° 57 W-Lg der Südostpassat durchkam. Am 15, Oktober passirten wir
30 Sın westlich von St. Helena und setzten dann unseren Kurs auf Ascension,
um, wenn möglich, dort zu signalisiren und den Stand unseres Chronometers zu
bestimmen. Letzteres gelang mir auch, aber aus dem ersteren wurde nichts,
weil wir die Insel in der Nacht passirten.
Am 28. Oktober kreuzten wir den Aequator in 22° 17' W-Lg, nach einer
90 tägigen Reise von Rockingham. Bis 6° N-Br in 24° 50‘ W-Lg hatten wir eine
leichte bis frische Briese aus SSE, bei klarem schönen Wetter, darauf meistens
nordöstliche bis ostnordöstliche Winde und Gewitter bis 8° N-Br in 25° 26‘ W-Lg,
woselbst am 4. November der schnell auffrischende Nordostpassat durchkam.
Am 16. November erreichte derselbe in 29° 15‘ N-Br und 35° 7‘ W-Lg sein Ende,
worauf wir einen Tag südlichen Wind hatten, mit dem wir rw. Nord steuerten
und am 17, November nach 30° 26‘ N-Br und 35° 6‘ W-Lg gelangten. Am
Nachmittage dieses Tages lief der Wind nach einem Regenschauer aus SW auf
N und nahm bald zu einer frischen Briese zu, mit der wir anfangs ostwärts
weglagen. Am nächsten Tage, als der Wind stürmisch wurde, legten wir jedoch
das Schiff über den andern Bug nach Westen. Der nördliche Wind, der am 19.
die Stärke eines vollen Sturmes erlangte, dann aber langsam wieder bis zu einer
mälsigen Briese von NNE abnahm, dauerte bis zum 22. November, an welchem
Tage in 31° 40‘ N-Br und 36° 40‘ W-Lg südwestliche und westliche Winde durch-
kamen, die bis zum 28. November anhielten. Als wir uns am Mittag des letzt-
genannten Tages in 39° 53’ N-Br und 31° 33‘ W-Lg, etwa 15 Sm nordwestlich von
Corvo befanden, trat Mallung ein, welche einen Tag anhielt. Mit dem darauf
wieder durchdringenden SW-Wind, der am 2. Dezember, bei einem niedrigsten
Barometerstande von 742,6 mm (red.) in 44° 36‘ N-Br und 24° 24‘ W-Lg als Sturm
von der Stärke 9—10 auftrat, konnte ein guter Fortschritt gemacht werden,
Ein Umspringen des Windes, infolge des Vorübergangs des Luftdruckminimums,
kam nicht vor, vielmehr begann das Barometer bei abnehmender Briese zu steigen.
Am 6. Dezember nachmittags krimpte der Wind jedoch bei regnerischem Wetter
und fallendem Barometer von SW auf SSE und SE, Stärke 2-—5, und um 8 Uhr
abends, als der Schiffsort 49° 7’N-Br und 12° 2' W-Lg war, wehte es bereits
wieder stürmisch, bei einem von 760,4 auf 752,9 mm (red.) heruntergegangenen
Barometerstande. Um 12 Uhr nachts erlangte der Luftdruck bei SSW 10 mit
746,8 mm (red.) seinen geringsten Betrag. Bei steigendem Barometer holte der
Wind jetzt unter heftigen Böen westlich, begleitet von einer hohen See. Am
Mittag des 7. Dezember war der Schiffsort 49° 26‘ N-Br und 7° 54‘ W-Lg. Nach-
mittags nahm die Stärke des Windes rasch ab; um 4* p war derselbe NW 7, als
gleichzeitig der Luftdruck 756,1 mm (red.) betrug.
Um 12 Uhr nachts peilten wir das Feuer von Lizard mw. NNO 20 Sm
entfernt. Am Mittag des 8. Dezember wurde Prawle Point bei leichtem Winde
passirt, der jedoch gegen 4 Uhr nachmittags bei fallendem Barometer und zu-
nehmender Stärke zurückkrimpte und um 12 Uhr nachts als voller Sturm aus
SSW wehte. Um 9 Uhr morgens den 9. Dezember, als das Schiff sich zwischen
St. Catharines Point und Beachy Head befand, holte der Wind bei dem niedrigsten
beobachteten Barometerstande von 746,6 mm (red.) wieder auf West. Um 7!/2 Uhr