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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Da 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1893. 
Die Rhede ist der Dünung voll ausgesetzt. Die Landstelle liegt geschützt 
hinter einem Riff, und ist ein Landen fast immer möglich. Die Stelle ist durch 
eine Bake markirt, welche mit dem Flaggenstock der Station in Eins gepeilt 
werden mufs, Die Linie führt wenige Meter von Land hart an dem Riff vorüber, 
welches bei Hochwasser nicht immer zu sehen ist, so daß nahe am Lande (bis 
ca 100 m) vermieden werden muß, die Peilungslinie nach Süden zu überschreiten. 
Wind und Wetter. Auf der Fahrt von Kamerun nach Loanda, 11.—14./1, 
wurden durchweg leichte südliche bis westliche Winde angetroffen, Das Wetter 
war klar. Von 1° N-Br bis 7° S-Br war der Himmel zeitweise bedeckt und 
fiel etwas Regen. Strom wurde bis ca 0° Breite beobachtet, derselbe setzte in 
24 Stunden 15 Sm nach SSW. 
Von Loanda nach Walfisch-Bai, 19. bis 24. Januar, wurde beobachtet: 
19. bis 20. bis 12° S-Br schwache südwestliche Winde, zeitweise Stille, 
Wetter klar, Strom SWzW%/4W 20 Sm; 20. bis 21. bis 15° 38’ S-Br schwache 
Winde aus nordwest-, west- und südwestlicher Richtung, Wetter klar, Strom NO!/2N 
14 Sm; 21. bis 22. bis 19° 15‘ S-Br_ südliche Winde, Stärke 1 bis 3, Wetter 
klar, Nebelbank am Westhorizont, Strom NWzW'/2W 18 Sm; 22. bis 23, bis 
21° 592’S-Br südliche Winde, Stärke 1 bis 3, Wetter unsichtig, mittags auf klarend, 
mäfsige Dünung aus SW, Strom wurde nicht beobachtet. Dieselben Wetterver- 
hältnisse wurden auch am 24. Januar beobachtet, 
Während des Aufenthaltes in der Kap-Cross-Bucht, 28. bis 31. Januar, 
wehten durchweg südwestliche Winde,. welche abends abflauten. Während der 
Nacht war das Wetter unsichtig, klarte jedoch regelmälfsig vormittags auf. 
Vom 31. Januar bis 3. Februar vor der Tswakhoub-Mündung wurden durch- 
weg nordwestliche Winde beobachtet, nachts Stille und leichte Nebel, vormittags 
aufklarend. Es lief Südwestdünung, welche bei Vollmond sehr zunahm, so dafs 
ein Ueberholen des Schiffes vor Anker bis zu 28° nach beiden Seiten beob- 
achtet wurde. 
In Walfisch-Bai wurden vom 7. Februar ab statt der sonst regelmäfsig 
wehenden südwestlichen Winde solche aus nordwestlicher Richtung beobachtet, 
welche Erscheinung auch die dortigen Anwohner für eine Ausnahme erklärten. 
Der Wind kam gegen Mittag auf und flaute abends ab. 
Während der Reise von Walfisch-Bai nach Kapstadt wehten beständige 
südliche Winde bis Stärke 6, dieselben nahmen gegen Sonnenuntergang an Stärke 
zu und flauten während der Nacht ab. Die Dünung aus derselben Richtung war 
verhältnifsmäfsig gering. Am 14. Februar von 32° S-Br an war Windstille. Das 
Wetter war durchweg klar, am 14. vormittags diesig. Der Strom setzte vom 
11. bis 12. Februar von 23° 30‘ bis 26° 49' S-Br NWzW'4AW 23 Sm, vom 12, 
bis 13. bis 29° 53‘ S-Br NNW 24 Sm, vom 13. bis 14. bis 33° 26' S-Br 
NWzW'AW 15 Sm. 
An der ganzen Küste von Loanda bis Kapstadt wurde starke Luftspiegelung 
beobachtet, wodurch besonders beim Ansteuern der Tafel-Bai ein Schätzen von 
Entfernungen unmöglich war. 
Von Kap Cross ist eine Vertonung von See aus in einem Abstande von 
4 Sm aufgenommen, ebenso eine solche von der Kap Cross-Bucht vom Ankerplatz 
S. M. Krzr. „Falke“ aus (siehe S. 191). 
Durch Bekanntmachung vom 3, Februar v. J. ist für die Kapkolonie seit 
dem 8. Februar eine einheitliche Zeit eingeführt worden; nach derselben fällt 
der Zeitball, begleitet von einem Schufs, vom Fort, um 1* 30” der neuen Kap- 
zeit, welche dem mittleren Greenwicher Mittag entspricht.
	        
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