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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1893. 
Freilich giebt er zu, dafs der Aufenthaltsort des Fisches je nach der 
Jahreszeit noch von anderen Ursachen, wie von der Laichzeit, von der Ver- 
folgung durch andere Fische, von der Nahrung u. s. w. abhängig sein mulfs. 
Beobachtungen haben ergeben, dafs der Grundsatz vom Einfluls der Wasserwärme 
stets mafsgebend ist; danach scheint der Kabeljau sich in Wassertemperaturen 
von 6° bis 7° C am wohlsten zu fühlen; man findet ihn noch in 10° bis 11°, 
doch nie in wärmerem Wasser. 
Dr. Dupouy hat im Juli 1892 mit einem Negretti-Zambra’schen 
Umkehrthermometer folgende Beobachtungen auf den Neufundland-Bänken in der 
Nähe von Saint Pierre gemacht: 
Oberflächen- 
"Temperatur 
11,3° 
9,4° 
9,8° 
10,6% 
10,6° 
Wassertiefe 
auf dem 
Grunde 
der Bank 
5—15 m 
45m 
60m 
in 20m 
ohne Grund 
9m 
25m 
25m 
Grund- 
Temperatur 
9,2° 
6,0° 
4,49 
55° 
5,0° 
7,0° 
7,2° 
Fangerträge 
Sehr viele Kabeljaue (14 in ein paar Augenblicken). 
Einige wenige Kabeljaue, 
Die Fische beifsen nicht an. 
®» LI » » 
Ueberflufs an Fischen, 
Viele Fische. 
In Gegenwart der Mitglieder der Handelskammer machte später Dr. Dupouy 
Temperaturbeobachtungen an Stellen, wo die Küstenfischer täglich reichen Fang 
erbeuten, und fand auch dort überall 7° Wasserwärme. 
Auf Grund dieser Beobachtungen spricht Dr. Dupouy die Hoffnung aus, 
dafs in Zukunft der Hochseefischerei-Betrieb durch Benutzung des Thermometers 
in neue, erfolgreichere Bahnen gelenkt werden könnte. 
Von Bahia nach Trinidad und weiter nach Grenada W. I. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Gneisenau“, Kommandant Korv.-Kapt. STUBENRAUCH- 
Der Reiseordre gemäfs ging ich am 29. Dezember 1892 um 11* in See 
und zwar unter Dampf, weil in der Nacht starker Südwestwind aufgekommen 
war, welcher recht in die Bucht hineinstand und ebenso wie derjenige vom 12,, 
über welchen ich bereits berichtet und den ich für den Ausläufer eines Pampero 
hielt, eine hohe See und starken Strom verursachte. Ein von Montevideo kom- 
mender Dampfer berichtete, dafs er zwischen diesem Hafen und Rio diesen Pampero 
erhalten und dafs Letzterer ihn fast in derselben Stärke bis Bahia begleitet hätte. 
Dieses schlechte Wetter, welches mit kurzen Unterbrechungen bis zum Neumond 
dauerte, soll fast regelmäfsig Anfang Dezember einsetzen und von derselben 
Dauer sein. 
Trotzdem ich Compound einstellen liels, kam das Schiff nur langsam vor- 
wärts. Ich wählte aber doch die nördliche Passage der Antonio-Bank, weil ich 
hierbei abhalten konnte und mit Hülfe der Gaffelsegel dann genügende Fahrt 
dekam, um die nothwendige Steuerfähigkeit zu erhalten. Hierbei ist zu bemerken, 
dafs die Bojen so Kegen, wie sie in den „Nachrichten für Seefahrer“ 1890 No. 107 
angegeben sind. Jedoch wurde die Südboje der Antonio-Bank, welche dort als 
schlecht sichtbar bezeichnet wird, von S. M. S. „Gneisenau“ auf weite Entfernung 
gesichtet. Die Nordboje liegt beim Durchlaufen des nördlichen Kanals so weit 
im Lande, dafs die Passage aufserordentlich eng und unsicher aussieht, besonders 
bei starkem auflandigen Winde, da sich die See sowohl an der Bank als auch 
am Festlande stark bricht und der hierdurch verursachte Schaum einen Theil 
der Rinne mit bedeckt. Die Boje liegt aber richtig, und dies war vorher von 
dem Navigationsoffizier festgestellt.
	        
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