Wislicenus: Die Forschungsreise des französischen Kriegsschiffes „Manche“, 187
Im Patrixfjord sah die „Manche“ ein Schiff, das die Kessel, die 'Chran-
behälter und die Kohlenvorräthe an Bord hatte. .
Merkwürdigerweise betheiligen sich die Dänen selbst nur in ganz geringem
Maße am Fischfang in den isländischen Gewässern. AKinige Schoner unter
länischer Flagge verfrachten die getrockneten Fische nach Spanien.
4. Französische Fischerei im Norden und im Süden von Irland.
Auf dem Gebiete im WNW von den Orkney-Inseln bis ostwärts vom Kap
St. Abbs, in 70 bis 80 Sm Abstand von der Küste wurde 1892 von den Franzosen
mit 42 Fahrzeugen der Kabeljaufang betrieben. Die Abfahrt von der fran-
zösischen Küste fand Mitte April statt; das erste Fahrzeug kehrte am 14, Juli
mit 123 Tonnen Stockfisch, wovon die Tonne mit 85 Fres: bezahlt wurde, wieder
zurück, die anderen folgten bis Ende September nach. Da der Ertrag schlecht
war, wagte keines der Fahrzeuge, zum zweiten Male auf den Kabeljaufang aus-
zulaufen. Die meisten änderten ihre Ausrüstung, um Heringe und Kohlfische
(Colin) zu fangen. Der Gesammtertrag belief sich auf 4516 Tonnen Stockfisch,
1403 Tonnen Hering und 1109 Tonnen Kohlfisch.
Der mittlere Verkaufspreis betrug 76,5 Fres., 12,5 Fres. und 28,5 Fres. für die
Tonne der obengenannten Fischarten. Der Gewinnantheil jedes Fischers erreichte
nur die Höhe von 231 Fres., gegen 411 Fres. des vorigen Jahres,
Besseren Erfolg hatte der Makrelenfang aufzuweisen. Er wurde von
79 Fahrzeugen betrieben, deren Gehalt 6096 Tonnen betrug und die mit
1558 Fischern bemannt waren. Diese fischten während der Monate März und
April in SSW von Cork bis nordwestwärts von den Scilly-Inseln; im Mai und
Juni befanden sie sich auf dem Gebiete in WNW bis SW von den Scilly-Inseln
und zwar 45 bis 50 Sm Abstand von ihnen. Die Makrelen erschienen in diesem
Jahre (1892) später als sonst; das erste Fahrzeug kam am 12. April mit
16000 eingesalzenen Makrelen, die das Hundert zu 90 Fres, verkauft wurden,
nach Fecamp zurück.
Der Preis der Fische schwankte sehr, je nach dem Angebot; im All-
gemeinen wurden die frischen, auf Eis gelegten, etwa doppelt so hoch bezahlt,
wie die eingesalzenen.
Ein Bild über den Betrieb der Makrelenfischerei giebt folgende Uebersicht:
Boulogne
Heimathshafen —
x St. Valery-
| Fecamp | en-Canx
Julien
Anzahl der Fahrzeuge
Davon machten nur je eine Reise
» je zwei Reisen
” » drei Reisen
Bu » „: vier Reisen
Bemannung
Tonnengehalt der Fahrzeuge Mak
der eingesalzenen Makrelen
Krisagözahl { der rischen Makrelen (auf Eis)
Tonnen Rogen
Erzielter Verkaufspreis: Francs
Reingewinn: Francs
Äntheil jedes Fischers: Franes
27
71
A
1.133
4211
3 007 500
1 042 900
1032
1 049 602
632 687
2809
7
?
i9
425
1 802
| 345 400
203 814
452
367 002
162 812
RB
23
83
48 000
3 000
21
12 800
5713
180
5. Ueber den Nutzen der Messung der Wasserwärme für den Kabeljaufang.
Hierüber hat Dr. Dupouy bei den Inseln Saint Pierre und Miquelon
interessante Versuche angestellt. Er glaubt die Frage, woher es kommt, dafs
der Ertrag des Fischfanges.an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Tiefen
so verschiedenartig ausfällt, mit Hülfe folgenden Grundsatzes lösen zu können:
„Der Kabeljau hält sich, wie alle anderen Fische, meist dort im Wasser
auf, wo die Wasserwärme seinem Leben und seinem Gedeihen am günstigsten ist.“