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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

176 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1893.

Anspruch nahm. Auch die Umsegelung des Kaps ging rasch von Statten.
Kapt. Krause ging schon in 31° S-Br in Sicht des Landes und hatte hier den
Vortheil eines steifen Nordostwindes und einer günstigen Strömung. An der
Ecke bei Kap Recife setzte, wie so oft der Fall, westlicher Gegenwind ein, doch
war dieser nur leicht und von kurzer Dauer; am 1. Dezember kam wieder Südostwind
 durch, der, bald auffrischend, das Schiff rasch in den Atlantischen Ocean
and, hier in den ebenfalls ziemlich frisch wehenden Passat übergehend, am
21. Dezember nach der Linie brachte. „,Euterpe‘ legte /die Strecke von 40° O-Lg
im Indischen nach 30° S-Br im Atlantischen Öcean in 11 und die von 30° S-Br
nach 0° Breite in 17 Tagen zurück. Kapt. Krause passirte die Linie, der
Jahreszeit angemessen, in 25° W-Lg und gelangte infolge dessen ohne Aufenthalt
durch Windstille vom Südost- in den Nordostpassat. Mit dem Letzteren machte
das Schiff, bei dem Winde segelnd, vom 24. bis zum 30. Dezember zwischen 7°
and 28° N-Br wieder eine Reihe schöner Etmale von 220, 227, 227, 230, 218
und 185 Sm. Auf dem letzten Wegesabschnitte erlitt die Reise noch eine längere
Verzögerung, erst durch Windstille und Mallung, später durch Stürme aus Ost
und Nordost, die das Schiff zum Beiliegen nöthigten. Doch konnte dies die
Reise nicht mehr verderben; am 16. Januar 1892, nach 26tägiger Fahrt von der
Linie, gelangte „Euterpe‘“ in den Kanal. Ihre ganze Reise von Kalkutta —
92 Tage — ist nur einen Tag länger als die bis dahin kürzeste der „Luna“,
Kapt. R. Hinrichsen, im März 1887 von Rangun.
Die beiden Reisen der hölzernen Schiffe „Papa“ und „Columbus“ von der
Sunda-Strafse nach dem Kanal übertreffen wieder Alles, was in dieser Fahrt von
Mitarbeitern der Seewarte vorher geleistet worden ist.
Die Hamburger Bark „Papa“, Kapt. FF. W. Thöm, am 3. April 1892 von
Hongkong für Havre in See gegangen, verliels die Strafse am 25. April und
iraf gleich aufßserhalb derselben einen sehr frischen Passat, mit dem sie in sechs
Tagen nach 81° O-Lg gelangte, die 1427 Sm lange Strecke also mit einer Durchschnittsfahrt
 von 10 Knoten zurücklegte. Weiterhin war der Wind leichter und
veränderlicher und flaute für einige Wachen sogar bis zur Stille ab, obschon
Kapt. Thöm, wie richtig, um den Passat nicht zu früh zu verlieren, sich gut
nördlich hielt. Auch die Umsegelung des Kaps ging, durch zu flaue und konträre
Winde verzögert, wenig rasch von Statten. „Papa“ erreichte 40° O-Lg nach 22
und den Parallel von 30° S-Br im Westen des Kaps nach weiteren 18 Tagen,
Eine sehr gute Fahrt machte dagegen die nicht grofse, auch nicht mehr ganz
neue, aber immer noch rasch segelnde Bark durch den Südatlantischen Ocean, wo
sie einen ungewöhnlich frischen und beständigen Passat antraf, mit dem sie, den
Wind bald etwas von B.B., bald etwas von St. B. haltend, die 2830 Sm lange
Strecke von 30° S-Br und 15° O-Lg nach 0° Breite und 23° W-Lg in nur
{3 Tagen und 18 Stunden ablief (die mittlere Dauer ist 20,9 Tage). Die hier
von „Papa“ eingehaltene Durchschnittsfahrt ergiebt sich zu 8,6 Knoten, Im
Nordatlantischen Ocean verlief die Reise, wie es die Jahreszeit — Sommer —
erwarten ließ, wieder weniger gut. Erst zwischen Südost- und Nordostpassat,
dann jenseits der Nordgrenze von des Letzteren Gebiet gab es eine Reihe von
Tagen mit sehr flauen Winden; doch kam das leicht segelnde hölzerne Schiff nie
ganz aus der Fahrt, wie es bel solcher Gelegenheit wohl einem grolsen eisernen
Schiffe mit unreinem Boden ergangen wäre, und von den Azoren ab ging es mit
steifem Nordwestwinde wieder rascher voran, Am 15, Juli, dem 81. Tage der
Reise ab Sunda-Strafse, erreichte „Papa“ die Höhe von Lizard. Zu der Fahrt
von der Linie nach dem Kanal hatte die Bark 27 Tage gebraucht.
Eine ganz ausgezeichnete Segelfahrt durch den Indischen Ocean machte
das 1429 R. T. grofse Bremer Vollschiff „Columbus“, Kapt. Fr. Stöver, welches,
auf der Reise von Hongkong nach Hamburg begriffen, am 3. Oktober 1892 aus
der Sunda-Straßse kam. Kapt. Stöver nahm ebenfalls eine ziemlich nördliche
Route, die ihn ungefähr 70 Sm südlich von Kap St. Marie auf Madagaskar führte,
und fand hier fast ganz bis zur Küste von Afrika einen ununterbrochenen, nur
auf der letzten Strecke zeitweilig nach£NE neigenden und fastiimmer frisch bis
steif wehenden Südostpassat. In raschem, beständigem Lauf gelangte „Columbus“
in der sehr kurzen Zeit von 18 Tagen nach dem Meridian von 40° O-Lg und
zwei Tage später nach 31° S-Br und 34° O-Lg, wo der günstige Wind sein Eude
erreichte. Das Schiff hatte alsdann in 20 Tagen 4240 Sm abgesegelt, also eine
            
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