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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Vergleichende Uebersicht etc., Dezember 1885. 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Dezember 1885 
in Nordamerika und Centraleuropa. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte bearbeiteten Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
Dezember 1885 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika. 
1. Mäfige Zahl barometrischer 
Minima, welche theils A aus W längs 
der Nordgrenze der Union, theils (3) 
aus SW der Seenregion und Neu- 
Fundland zustrebten. Von den baro- 
metrischen Maxima des Monats war 
das erste in der Plateauregion statio- 
när, die sechs späteren wanderten 
südostwärts bis zur atlantischen Küste, 
dann ostwärts. 
Centraleuropa. 
1. Die grofee Häufigkeit baro- 
metrischer Depressioren im nördlichen 
Europa, besonders im östlichen Theile 
desselben, wo die Bewegung der 
Minima nach Ostsüdost erfolgte, wäh- 
rend im Norwegischen Meere die da- 
selbst weniger gedrängten Bahnen 
nach Ostnordost verliefen; die grofse 
Tiefe (715mm), welche eine der letz- 
teren Depressionen am 28. und 29. 
erreichte; endlich die Häufigkeit baro- 
metrischer Maxima im mittleren und 
südlichen Kuropa. 
2. Das Monatsmittel des Luft- 
drucks war sowohl absolut als im 
Vergleich zum Normalstand in der 
mittleren Plateauregion am höchsten 
(ca 768 mm, 2mm über normal), in 
den Canadischen Küstenprovinzen am 
tiefsten (760mm, 3mm unter normal). 
Die monatliche Barometerschwankung 
war am gröfsten in Neu-England, am 
kleinsten in den südlichen Theilen 
ron Florida und Californien. 
2. Das durch die letzteren ver- 
anlafste hohe Monatsmittel des Luft- 
drucks, welches in Centraleuropa um 
2—5 mm den Normalwerth übertraf, 
Die Monatsschwankung des Baro- 
weters war an der Deutschen Küste 
etwas kleiner, im südlichen Central- 
guropa etwas größer als gewöhnlich. 
3. Das Vorwalten nordwestlicher 
Winde in der ganzen Nordost-Hälfte 
des Gebiets. Der bedeutendste Sturm 
des Monats herrschte am 4, und 5. 
in den östlichen Staaten auf der West- 
and Südwestseite einer Depression, 
welche vom oberen Saskatchawan 
nach dem HErie-See gekommen war 
and längs dem St. Lorenzstrom weiter- 
schritt, gefolgt von Schneefällen und 
starker Abkühlung. 
4. Eine, mit Ausnahme von Flo- 
rida, fast überall etwas zu geringe 
Niederschlagsmenge, welche im Rio 
Grande-Thal und in Südealifornien 
weniger als die Hälfte der normalen 
Menge betrug. 
3. Das stark ausgeprägte Vor- 
herrschen der Winde aus S bis NW 
oder aus SW bis N, bei gröfstentheils 
nur mäßiger Stärke. Stürme von 
großer Ausdehnung traten am 4. und 
5., sowie am 28. und 29, Dezember 
im Gefolge der bedeutendsten De- 
pressionen des Monats auf, 
4. Die Geringfügigkeit der Nieder- 
schläge im nördlichen Deutschland, 
wo durchschnittlich nur *%s der nor- 
malen Monatssumme erreicht wurde, 
während im Süden (besonders im Ge- 
folge einiger ziemlich tiefen, über 
Deutschland hinweg eilenden Minima 
in der ersten Dekade) vielfach mehr 
als das Anderthalbfache der normalen 
Niederschlagshöhe fiel.
	        
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